Echter Meerkohl

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Echter Meerkohl
Illustration von Echter Meerkohl (Crambe maritima L.)

Illustration von Echter Meerkohl (Crambe maritima L.)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)
Tribus: Brassiceae
Gattung: Meerkohl (Crambe)
Art: Echter Meerkohl
Wissenschaftlicher Name
Crambe maritima
L.

Der Echte Meerkohl (Crambe maritima) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Sie gedeiht natürlich an den Stränden der Nord- und Ostsee sowie des Schwarzen Meeres. In Oregon ist sie ein Neophyt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Blühender Meerkohl
Ausschnitt eines Blütenstandes mit vierzähligen Blüten.
Fruchtstände mit den zweigliedrigen Schötchen.

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Der Echte Meerkohl wächst als ausdauernde krautige Pflanze, die eine Wuchshöhen von 20 bis 50, selten bis zu 75 cm erreicht. Es wird eine dicke und verzweigte Wurzel gebildet. Der gedrungene, aufrechte Stängel ist vom Grund an sparrig verzweigt.

Die Laubblätter stehen in grundständigen Rosetten und am Stängel verteilt. Die unteren großen, kohlähnlichen Laubblätter sind 4 bis 16 cm lang gestielt. Die blaugrüne, fleischige und kahle Blattspreite ist mit einer Länge von 10 bis 40 cm und einer Breite von 8 bis 30 cm länglich oder elliptisch-eiförmig bis eiförmig mit gelappten sowie welligen Rand. Die oberen Laubblätter sind ähnlich; die obersten besitzen einen unregelmäßig geteilten oder gebuchtet-gezähnten Rand.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli. Der stark verzweigte, doldentraubige Blütenstand ist vielblütig. Die duftenden Blüten sind zwittrig und vierzählig. Die vier Kelchblätter weisen eine Länge von 3 bis 4 mm und eine Breite von 2 bis 3,5 mm auf. Die vier weißen Kronblätter weisen eine Länge von 8 bis 12 (6 bis 15) mm und eine Breite von (4 bis) 5 bis 7 mm auf. Die Staubfäden sind 3 bis 4 mm lang und die Staubbeutel sind 1 bis 1,5 mm lang.

Der gedrungene Fruchtstiel besitzt eine Länge von 1,5 bis 3 (1 bis 3,7) cm. Das zweigliedrige Schötchen ist im unteren Teil mit einer Länge von 1 bis 4 mm stielförmig. Das obere Teil ist mit einer Länge von 0,7 bis 1,2 (bis 1,4) cm und einem Durchmesser von 6 bis 8 mm fast kugelig bis eiförmig, hartschalig, gerippt sowie netznervig und enthält nur einen Samen. Der schwimmfähige Samen ist 4 bis 5 (bis 6) mm groß. Die Früchte werden natürlicherweise im Brandungsgebiet verteilt.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 30, 60.

Habitus am Naturstandort.

Ökologie[Bearbeiten]

Der Echte Meerkohl ist ein Hemikryptophyt, und eine Salzpflanze oder ein sogenannter Halophyt.

Die Blüten sind „Stieltellerblumen“. Ihre Bestäubung erfolgt durch Insekten, aber auch Selbstbestäubung ist möglich. Die Früchte sind kugelige, einsamige Nussfrüchte, ein 2. stielartiges Fruchtfach enthält keine Samen. Die Diasporen unterliegen der Wind- und Schwimmausbreitung. Die Samen sind reich an fettem Öl.

Vorkommen[Bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet reicht von Jordanien, dem europäischen Teil der Türkei, dem europäischen Teil Russlands, Dänemark, Finnland, Irland, Norwegen, Schweden, Vereinigten Königreich, Belgien, Deutschland, dem nördlichen Bereich der Niederlande, Frankreich, Weißrussland, Estland, Lettland, Litauen, Ukraine bis ins östliche Bulgarien sowie östliche Rumänien. [1]

Der Gewöhnliche Meerkohl wächst an den Küsten der Nord- und westlichen Ostsee, sowie am Schwarzen Meer. Da er stark salzhaltige Böden (Sand und Geröll) besiedelt, hat er kaum Konkurrenz im Pflanzenreich. Meerkohlstauden wirken daher solitär auf sonst weithin vegetationslosen Küstenbereichen. Die traditionelle Verwendung als Nahrung und Viehfutter hat seine Bestände bis in die Gegenwart stark schrumpfen lassen, sodass er nur noch in Schutzgebieten oder schwer zugänglichen Strandgebieten wächst.

Nutzung[Bearbeiten]

Der Gewöhnliche Meerkohl wird als Wildgemüse gesammelt. In England (seit Mitte des 18. Jahrhunderts) und Frankreich wird Meerkohl als Gemüsepflanze angebaut[2] . Allerdings gedeiht er im Binnenland weniger gut. [3]

Systematik[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Crambe maritima erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 2, S. 671. Synonyme für Crambe maritima L. sind: Cakile pontica Prokudin, Cochlearia maritima (L.) Crantz, Crambe pontica Steven ex Rupr.. [4]

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

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Meerkohl enthält Vitamin C, Senfölglykoside und Mineralien. Der salzige Geschmack der Blätter ist typisch für den Meerkohl.

Naturschutz[Bearbeiten]

Der Echte Meerkohl steht in Deutschland und in anderen europäischen Ländern unter Naturschutz. Da er trotz Verbot immer noch geerntet wird bzw. die Küstenbereiche, in denen er natürlicherweise vorkommt, beweidet werden (Dänemark), ist er weiterhin sehr gefährdet, und kommt ausserhalb von zugangsgesperrten Naturschutzgebieten nur noch äusserst selten vor.

Sonstiges[Bearbeiten]

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Andere Meerkohl-Arten gibt es auf den Kanarischen Inseln (Crambe strigosa, Astydamia latifolia) und im Kaukasus (Crambe cordifolia). Letztere wird auch in europäischen Gärten als Nektar- und Duftpflanze kultiviert.

Quellen[Bearbeiten]

  • Ihsan A. Al-Shehbaz, John F. Gaskin: Brassicaceae in der Flora of North America, Volume 7, 2010, S. 431: Crambe maritima - Online. (Abschnitt Beschreibung, Verbreitung und Systematik)
  • R. Düll/ H. Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder, 7. Auflage, Quelle & Meyer-Verlag, 2011, ISBN 978-3-494-01424-1
  • Echter Meerkohl. In: FloraWeb.de.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Crambe maritima im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  2. Wiederentdeckte Gemueseart Meerkohl
  3. Eintrag bei Mansfeld - IPK - Gatersleben.
  4. Crambe maritima bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Echter Meerkohl (Crambe maritima) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien