Echtes Labkraut

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Echtes Labkraut
Echtes Labkraut  (Galium verum)

Echtes Labkraut (Galium verum)

Systematik
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)
Unterfamilie: Rubioideae
Tribus: Rubieae
Gattung: Labkräuter (Galium)
Art: Echtes Labkraut
Wissenschaftlicher Name
Galium verum
L.

Das Echte Labkraut (Galium verum), auch Gelbes Waldstroh, Liebfrauenbettstroh, Liebkraut, Gliedkraut, Gelb-Labkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Sie ist in Eurasien verbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration
Habitus und Blätter in Wirteln.

Das Echte Labkraut wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 20 bis 70 Zentimeter, selten bis zu 1 Meter. Es werden unter- und oberirdische Ausläufer gebildet[1]. Die aufrechten oder aufsteigenden bis niederliegenden, rundlichen Stängel sind abstehend kurz behaart und besitzen oben vier erhabene Leisten. Die schmal linealischen, nadelförmigen, gefurchten, am Rand zurückgerollten, zu sechst bis zwölft im Wirteln angeordneten Laubblätter sind etwa 1 mm breit und zwischen 15 und 25 Millimeter lang werden und einnervig oder undeutlich nervig sowie unterseits weichhaarig.

Die Blütezeit reicht von Mai bis September. Die relativ kleinen, gold- bis zitronengelben, in rispigen Blütenständen angeordneten, Blüten riechen intensiv nach Honig. Die Krone ist radförmig; der Kronzipfel kurz bespitzt, nicht grannenspitzig.

Die Frucht ist glatt.

Ökologie[Bearbeiten]

Das Echte Labkraut ist ein Hemikryptophyt (Schaftpflanze). Durch rückwärts gerichtete Äste auch ein Spreizklimmer. Die nadelförmigen Blätter sind als eine Trockenheitsanpassung zu verstehen; beim Trocknen werden sie meist schwarz.[1]

Die Blüten duften nach Honig; es liegt eine Bienenfutterpflanze vor. Die Blüten sind selbststeril, jedoch ist Nachbarbestäubung möglich.[1]

Die glatten, schwarzen Früchte werden von Ameisen ausgebreitet; es findet aber auch Verdauungsverbreitung statt. Fruchtreife ist von August bis Oktober.[1]

Das Echte Labkraut ist die Futterpflanze der Raupen beispielsweise des Kleinen Weinschwärmers, einer dämmerungs- und nachtaktiven Art aus der Familie der Schwärmer, sowie des Taubenschwänzchens.[2]

Das Echte Labkraut braucht kalkhaltigen, nährstoffarmen, trockenen oder wechselfeuchten lehm- oder Lössboden.

Es besiedelt vorwiegend, Wiesen, Halbtrockenrasen, warme Saumbereiche und Wegraine. Seine Standorte sonnig-warm und häufig südlich exponiert; es geht aber auch in Flachmoore.

Vorkommen[Bearbeiten]

Das Echte Labkraut ist eurasisch verbreitet. Als Standort werden Magerrasen und -weiden, Halbtrockenrasen, Wegraine, Gebüschsäume aber auch Moorwiesen bevorzugt.

Galium verum subsp. asiaticum

Verbreitung in Mitteleuropa[Bearbeiten]

Das Echte Labkraut kommt im Tiefland westlich der Weser nur selten vor, östlich von ihr ist es zerstreut; in Gegenden mit Sandböden fehlt es örtlich oder es ist dort nur selten; in den übrigen Gebieten kommt es häufig vor. In den Alpen steigt es bis zur Grenze des Ackerbaus auf.

Systematik[Bearbeiten]

Unterarten:[3]

  • Galium verum subsp. asiaticum (Nakai) T.Yamaz.
  • Galium verum subsp. glabrescens Ehrend.
  • Galium verum L. subsp. verum
  • Galium verum subsp. wirtgenii (F.W.Schultz) Oborny

Nutzung[Bearbeiten]

Wie andere Galium-Arten enthält das Echte Labkraut das Labferment, das bei der Käseherstellung genutzt wird. Heute hat man allerdings andere Quellen für das Labferment. Doch für die Herstellung von englischem Chesterkäse wird das Kraut noch heute genutzt. Die Farbstoffe der Blüten geben dem Chesterkäse seine gelblich-orange Farbe und sind verantwortlich für den besonderen Geschmack.

In Schottland wird das Echte Labkraut noch heute als Färbemittel verwendet; die Wurzeln färben rot, die Blüten gelb. Die blühende Pflanze ist auch zum Aromatisieren und Gelbfärben von Getränken geeignet.

Das Echte Labkraut wird als Zierpflanze verwendet und ist beispielsweise für Wildpflanzengärten sehr zu empfehlen. Es lässt sich zur Kultur auch vegetativ durch „Wurzelausläufer“ vermehren.

Verwendung als Heilmittel[Bearbeiten]

Als Heildroge dient das getrocknete, zur Blütezeit gesammelte Kraut.

Wirkstoffe sind: Flavonoide, Iridoid-Gykoside, wie Asperulosid und Monotropein; weiterhin, Chlorogensäure, in Spuren Anthrachinon-Derivate; im frischen Kraut ist auch ein dem Labenzym ähnliches Protein, das Milch zur Gerinnung bringt.

Anwendungen: Das Echte Labkraut wird vor allem in der Volksmedizin genutzt. Im Vordergrund stehen die harntreibenden Eigenschaften des Krauts, das man als Tee bei geschwollenen Knöcheln und bei Katarrhen der Harnwege gibt, auch äußerlich wird es gelegentlich noch eingesetzt bei schlecht heilenden Wunden.

Hierbei muss aber hervorgehoben werden, das es bisher keine Belege für die Wirksamkeit bei diesen Indikationen gibt.

Quellen[Bearbeiten]

  • Echtes Labkraut. In: FloraWeb.de. (Abschnitte Beschreibung und Ökologie)
  • Aichele/Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas, Franckh-Kosmos-Verlag, 2. überarbeitete Auflage 1994, 2000, Band 3, ISBN 3- 440-08048-X
  • Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi, Arno Wörz (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 5: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklasse Asteridae): Buddlejaceae bis Caprifoliaceae. Eugen Ulmer, Stuttgart 1996, ISBN 3-8001-3342-3
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korr. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
  • Ingrid und Peter Schönfelder: Das Neue Handbuch der Heilpflanzen, Botanik Arzneidrogen, Wirkstoffe Anwendungen, Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, Stuttgart, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. Ein botanisch-ökologischer Exkursionsbegleiter zu den wichtigsten Arten. 6. völlig neu bearb. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2005, ISBN 3-494-01397-7.
  2. Günter Ebert: Die Schmetterlinge Baden Württembergs Band 4, Nachtfalter II (Bombycidae, Endromidae, Lemoniidae, Saturniidae, Sphingidae, Drepanidae, Notodontidae, Dilobidae, Lymantriidae, Ctenuchidae, Nolidae), Ulmer Verlag Stuttgart 1994, ISBN 3-8001-3474-8
  3. World Checklist of Selected Plant Families, Kew.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Echtes Labkraut (Galium verum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien