Echtes Tausendgüldenkraut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Echtes Tausendgüldenkraut
Echtes Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea)

Echtes Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Enziangewächse (Gentianaceae)
Gattung: Tausendgüldenkraut (Centaurium)
Art: Echtes Tausendgüldenkraut
Wissenschaftlicher Name
Centaurium erythraea
Rafn
Teilblütenstand mit geschlossenen und offenen Blüten (hier sehr späte Blütezeit im Oktober)
Illustration

Das Echte Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea) (Syn.: Erythraea centaurium L., Centaurium minus auct., Centaurium umbellatum Gilibert) ist eine formenreiche Pflanzenart in der Gattung der Tausendgüldenkräuter (Centaurium). Das Echte Tausendgüldenkraut wurde 2004 zur Heilpflanze des Jahres gekürt.[1]

Beschreibung[Bearbeiten]

Diese ein- bis zweijährige krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 50 cm. Die Grundblätter bilden eine Rosette und die ganzrandigen Laubblätter am hohlen Stängel sind kreuzgegenständig.[2]

Der Blütenstand ist eine lockere Trugdolde. Die fünfzähligen, zwittrigen Blüten weisen einen Durchmesser von 9 bis 15 mm auf. Die fünf Kelchblätter sind verwachsen; der Kelch ist mit 4 bis 7 mm Länge, halb bis zwei Drittel so lang wie die Kronröhre. Die fünf zumeist kräftig rosafarbigen, selten weißlichen Kronblätter sind röhrig verwachsen, die Kronlappen sind 5 bis 6 mm lang. Es ist nur ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden. Die Hauptblütezeit reicht von Juni bis September, die Blüten öffnen sich nur bei Sonnenschein. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen, Fliegen und Käfer. Die 7 bis 9 mm lange Kapselfrucht bleibt vom Kelch umschlossen.

Ökologie[Bearbeiten]

Das Echte Tausendgüldenkraut ist einjährig, sommerannuell oder eine winterannuelle bis zweijährige Halbrosettenpflanze. Die Blüten sind „Pollen-Stieltellerblumen“ und nur bei Sonne und mindestens 20° C geöffnet. Statt Nektar werden „anbohrbare Gewebe“ angeboten. Die Staubbeutel ragen aus der Blüte heraus. Die Griffel sind verschieden lang (Heterostylie). Es findet reicher Insektenbesuch statt, u.a. auch durch Falter. Vielleicht ist auch Selbstbestäubung möglich. Die Lebensdauer einer Blüte beträgt etwa fünf Tage. Die Früchte sind zweiklappige, vom Kelch eingeschlossene Kapseln. Die abgestorbenen Pflanzen sind Windstreuer. Außerdem werden die Samen wohl auch durch Regen verschwemmt. Es sind Lichtkeimer.

Verbreitung[Bearbeiten]

Das streng geschützte Echte Tausendgüldenkraut ist in fast ganz Europa mit Ausnahme des nordwestlichen Skandinaviens natürlich verbreitet. Es kommt zerstreut auf sonnigen, halbtrockenen bis frischen Wiesen und Waldlichtungen bis in Höhenlagen von gut 1200 m vor.[2]

Nach Ellenberg ist die Art eine Lichtpflanze, intermediär, ein Frischezeiger und eine Klassencharakterart der Waldlichtungs-Fluren und -Gebüsche (Atropetalia).

Nutzung und wichtige Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Die medizinisch vielfältig genutzte Droge (getrocknete, oberirdische Teile der blühenden Pflanze) weist folgende wichtige Inhaltsstoffe auf wie z. B. Bitterstoffe, Flavonoide, Xanthone und Phenolcarbonsäuren.[3]

Das Echte Tausendgüldenkraut wurde früher in der Volksheilkunde bei Erkrankungen der Leber und Galle sowie bei Fieber eingesetzt.[4]

Nach der Kommission E kann ein Aufguss der bitter schmeckenden zerkleinerten Arzneidroge bei Appetitlosigkeit und dyspeptischen Beschwerden helfen. Die Kontraindikationen sind Magen- und Darmgeschwüre.[3]

Pflanzenteile sind Bestandteile einiger Kräuterliköre.

Namensgebung[Bearbeiten]

Der deutsche Name Tausendgüldenkraut ist aus „tausend Gulden wert“ abgeleitet, der die Bedeutung dieser Pflanze wiedergibt.[4]

Weitere Trivialnamen für das Echte Tausendgüldenkraut sind Bitterkraut, Erdgallenkraut, Gottesgnadenkraut, Fieberkraut, Hundertguldenkraut, Laurin, Magenkraut, Roter Aurin, Sanktorikraut.[4]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. 6. Auflage.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. nabu.de: Heilpflanze des Jahres 2004
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Ulmer, Stuttgart, 1994. 7. Aufl. ISBN 3-8252-1828-7
  3. a b Willibald Pschyrembel: Pschyrembel Naturheilkunde und alternative Heilverfahren. 3. Auflage. Berlin, New York: de Gruyter, 2006. ISBN 3-11-018524-5
  4. a b c Karl Hiller, Matthias F. Melzig, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, 2 Bände, Genehmigte Sonderausgabe für den area verlag, 2006, ISBN 3-89996-682-1

Weblinks[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung: Zu viele externe Links schmälern den guten Gesamteindruck, da sie einen unvollständigen Artikel suggerieren. Es sind maximal fünf aussagekräftige Links erwünscht. Außerdem, so zeigt die Erfahrung, sind viele Links recht kurzlebig und werden nur selten oder gar nicht aktualisiert. Daher ist es ratsam, die überflüssigen Links zu löschen und den Artikel inhaltlich evtl. zu überarbeiten. Hilfe bieten: WEB und WWNI - Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
 Commons: Echtes Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien