Eckardts
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| Eckardts
Gemeinde Schwallungen
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|---|---|
| Koordinaten: | 50° 42′ N, 10° 15′ O50.69222222222210.254444444444260Koordinaten: 50° 41′ 32″ N, 10° 15′ 16″ O |
| Höhe: | 260 m ü. NN |
| Fläche: | 5,67 km² |
| Einwohner: | 427 (31. Dez. 2004) |
| Postleitzahl: | 98590 |
| Vorwahl: | 036968 |
Eckardts ist ein Dorf in der Gemeinde Schwallungen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen (Thüringen).
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
[Bearbeiten] Geographische Lage
Der Ort liegt in der Vorderrhön, an der Grenze zum Thüringer Wald. Die höchste Erhebung in der Ortsflur ist der 452m hohe Röhrberg
Hinweis: Der mitunter auf (älteren) Karten zu findende Name Rührberg, mit -ü- statt -ö-, ist ein Fehler der preußischen Meßtischblattaufnahme aus dem 19. Jahrhundert.
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Nachbarorte sind Roßdorf, Rosa, Hümpfershausen, Schwarzbach, Zillbach.
[Bearbeiten] Geschichte
Um 1145 erfolgt die erste urkundliche Erwähnung. Embricho, Bischof von Würzburg, bestätigt dem Kloster Zella Ecgihartes als eines seiner Güter. [1] Im Jahre 1183 wird Eckardts als villa Eckeriches urkundlich erwähnt. Um 1250 gehören Teile von Eckardts den Herren von Frankenstein. Die Grenze von deren Wildbann durchquert die Eckardtser Flur. Andere Teile von Eckardts gehören den Herren von Frankenberg zu Helmers. 1317 bricht die Herrschaft Frankenstein zusammen. Die ehemals zugehörigen Anteile an Eckardts kommen zu Henneberg. 1360 kommen die Frankenberger Anteile von Eckardts zu Henneberg. Die Henneberger unterhalten in Eckardts einen Fronhof, den sog. Bauhof, den die Dörfer Eckardts, Hümpfershausen, Schwarzbach und Friedelshausen befrohnen müssen. Der Sage nach, habe ein Graf Eckhard den Bauhof bewohnt. Von diesem solle der Ort seinen Namen haben.1481 werden vom Glaser zu Eckerichs 1 fl (Gulden) Steuer erhoben. Die Glashütte stand auf dem Mangel (Anger). Im Jahre 1524 verkauft Graf Wilhelm IV. von Henneberg den Bauhof an G. Cyrus. 1555 hat der Ort 30 Häuser. Um 1600 wird eine Kirche im Ort errichtet. Im Jahre 1693 ist eine Vierlingsgeburt der Anna Dorothea Rether dokumentiert. 1726 erfolgt der Anbau des Hauptraumes der Kirche. 1799 wird eine Schule im Ort errichtet. Um 1800 hat Eckardts 3 öffentliche Gebäude, 55 Wohn- und 3 Werkhäuser, 349 Einwohner in 77 Familien und 881 Stück Vieh (darunter 422 Schafe und 237 Rinder). Um 1855 erwähnt Brückner eine uralte Linde auf dem Mangel. 1866 ist Eckardts das Aufmarschgebiet der bayrischen und preußischen Truppen im Vorfeld der Schlacht am Nebel (bei Roßdorf) während des Deutschen Einingungskriegs. Um 1870 wird die landwirtschaftliche Nutzfläche im Zuge der sog. Separation (Flurbereinigung) neu unter den landbesitzenden Bauern verteilt. Im selben Zuge werden schon lange währende Unstimmingkeiten über den Grenzverlauf zu den Nachbarfluren geklärt. Der bisher zur Eckardtser Flur gehörende Teil des ``Geiersgraben`` kommt zur Nachbarflur Rosas, der bisher zu Eckardtser Flur gehörende Teil der ``Tiefen Furchen`` kommt zur Nachbarflur Hümpfershausen. Die bisher zu Eckardts gehörenden Wiesengründe in der Winde und im Rödelbachkommen zur Flur Zillbach und damit an Sachsen-Weimar. 1885 wird eine neue Schule gebaut. Auf dem Mangel wird 1897 eine neue Dorflinde, die sog. Kaiser-Wilhelm-Linde (gewidmet Kaiser Wilhelm dem II.) gepflanzt. 1912 beginnt man mit dem Bau der Wasserleitung durch Eckardts. 1921 erfolgt der Anschluss des Ortes an das Elektroenergienetz. 1934 wird die neue Schule aufgestockt. 1957 wird die Ortsstraße erstmals grundlegend erneuert und ausgebaut. 1958 wird ein Kindergarten errichtet. 1959 wird die Schulausbildung im Ort aufgegeben. Die Schulkinder besuchen ab jetzt die neue Schule in Roßdorf. 1960 erfolgt die Zwangskollektivierung und Gründung der LPG „Goldene Ähre“. 1968 wird eine 200er Milchviehanlage im Ort gebaut. Das Gebäude dominiert auch heute noch den Ortseingang aus Richtung Hümpfershausen. 1970 beginnt der Bau des Stausees oberhalb der Schildbachsmühle (amtlicher Name: Speicher Eckardts, umgangssprachlich Großer Teich genannt). Von 1982 bis 1983 wird die abgesetzte Antennenanlage auf dem Röhrberg gebaut und alle Haushalte an den Gemeinschaftsempfang angeschlossen. Bedingt durch die geographische Lage und die auf dem nahen Pleß durch die russische Besatzungsmacht betriebene Funkanlage, war in Eckardts vorher der Empfang des DDR-Fernsehens gestört. Interessant ist diese Anekdote deshalb, weil der Bau solcher Anlage in den meisten Fällen dazu diente, den Empfang des westdeutschen Fernsehens zu ermöglichen und deshalb nicht gern gesehen war bzw. verhindert wurde. 1994 wird Eckardts nach Schwallungen eingemeindet.
Geschichtliche Dokumente
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Bauwerke
[Bearbeiten] Kirche
Die evangelische Filialkirche besitzt einen massiven Turm und schmale, spitzbogige Fenster im Erdgeschoss sowie Reste spätgotischer Wandmalerei im Chor. Die Kirche wurde schon mehrfach restauriert, beispielsweise 1991/1992 außen. Der Taufstein stammt vermutlich von 1575, die Glocke sogar von 1477.
[Bearbeiten] Schildbachsmühle
Südlich des Ortes im Schildbachsgrund befindet sich die Ruine der Schildbachsmühle und der zugehörige Schildbachsteich. Nachdem die ehemaligen Besitzer der Mühle in den 1950er Jahren in das damalige Westdeutschland gegangen waren, stand diese lange Zeit leer und verfiel zunehmend. Sie diente später als Übungsgelände für die sogenannten Kampfgruppen, die das Mühlengebäude schließlich Anfang der 1980er Jahre sprengten. Die verbliebenen Nebengebäude wurden noch sporadisch durch die LPG genutzt und verfielen schließlich ebenfalls vollkommen.
[Bearbeiten] Naturdenkmäler
- Ein besonderes Naturdenkmal ist die „Hohle Eiche“, durch deren Stamm man hindurch gehen kann. Sie befindet sich am Ortsrand in Richtung Schwarzbach.
- Entlang der Waldgrenze zum Zillbacher Forst ziehen sich die Reste einer Landwehranlage, beginnend an der Winde (oberhalb des Sportplatzes) bis zum Rödelbachsgrund. Im Hennebergischen wurden solche Grenzanlagen als Hähl, Höhl oder Hohl bezeichnet.
- Der gleichen Linie folgend finden sich Grenzsteine, die auf einer Seite die Beschriftung SM (=Sachsen-Meiningen) und auf der anderen SWE (=Sachsen Weimar Eisenach) tragen.
- Eine zweite Landwehranlage zog ebenfalls an der Winde beginnend in westlicher Richtung, nördlich am Ort vorbei zum Steinfirst (heute als Steinforst bezeichnet) über den Gotteskopf weiter in Richtung Kaltenlengsfeld. Von ihr sind in der freien Ortsflur keine Reste erhalten, sie lässt sich aber noch anhand von Flurnamen nachweisen. Im Steinforst setzen dann erhaltende Reste ein. Diese Landwehranlage folgt im wesentlichen dem Verlauf der alten Frankensteiner Wildbanngrenze und stellte einmal die Nordgrenze des mittelalterlichen Amt Sand dar.
- Südlich des Orts liegt im Wiesengrund ein kleiner Stausee. Er wurde 1970 auf einem Flurstück, dass sich Wildsee nannte, errichtet und dient der Fischzucht.
[Bearbeiten] Flurnamen
Unter dem Titel Die Mikrotoponyme der Gemarkung Eckardts (Landkreis Schmalkalden-Meiningen) unter Berücksichtigung der Hofnamen sowie des Ortsnamens entstand im Jahr 2005 entstand eine wissenschaftliche Staatsexamensarbeit, die sich mit der Sammlung und Deutung der Flur- und Hofnamen der Gemarkung Eckardts sowie deren sprachwissenschaftlicher Erläuterung (inklusive des Ortsnamens) beschäftigt. Die Arbeit sowie das zugehörige Kartenmaterial stehen hier zum Download bereit.
[Bearbeiten] Mundart / Dialekt
In Eckardts wird hennebergische Mundart gesprochen. Ein besonderes Merkmal des Eckardtser Dialekts innerhalb des Hennebergischen ist die sogenannten l-Vokalisation, bei der in- und auslautendes l zu u vokalisiert wird, wie z.B. in Milch --> Miuich oder Ball --> Bau.
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ vgl. Mötsch, Johannes: Fuldische Frauenklöster in Thüringen. Regesten zur Geschichte der Klöster Allendorf, Kapellendorf und Zella/Rhön. VHKTh GR Band 5, S. 330
[Bearbeiten] Literatur
- Mötsch, Johannes: Fuldische Frauenklöster in Thüringen. Regesten zur Geschichte der Klöster Allendorf, Kapellendorf und Zella/Rhön. VHKTh GR Band 5, S. 330.
- Höhn, Walter: Thüringische Rhön. 2005, Michael Imhof Verlag Petersberg, ISBN 3-86568-060-7, S. 22.
- Jacob, G. Dr.: Die Ortsnamen des Herzogthums Meiningen. Hildburghausen, 1894, S. 37.
- Brückner, G: Landeskunde des Herzogthums Meiningen. Zweiter Teil. (Die Topographie des Landes). Meiningen 1853, S. 91.
- Lehfeldt, P./Voss G.: Bau- und Kunst-Denkmäler Thüringens: Herzogthum Sachsen-Meiningen, Bd. 1: Kreis Meiningen, Abt. 2: Amtsgerichtsbezirke Salzungen und Wasungen. Jena 1910.
- Zickgraf, Eilhard: Die gefürstete Grafschaft Henneberg-Schleusingen. Geschichte des Territoriums und seiner Organisation. Marburg 1944.
- Berchheim, Ingo Freiherr von: Landwehren im und um das Hennebergische Gebiet. in: Jahrbuch des Hennebergisch-Fränkischen Geschichtsvereins 1999, S. 101ff.
- Heim, Johann Ludwig: Hennbergische Chronica [...].. Meiningen, 1. Teil 1755, 2. Teil 1767, 3. Teil 1776
- Hennebergisches Urkundenbuch. 7 Bd., Meiningen 1842–1877.
- Lochner, Tobias: Die Mikrotoponyme der Gemarkung Eckardts (Landkreis Schmalkalden-Meiningen) unter Berücksichtigung der Hofnamen sowie des Ortsnamens, Staatsexamensarbeit, Friedrich-Schiller-Universität Jena, 2005. Download hier

