Eckart von Hirschhausen

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Eckart von Hirschhausen
Autogramm von Eckart von Hirschhausen

Eckart von Hirschhausen (* 25. August 1967 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Moderator, Kabarettist, Comedian[1] und Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Biografie [Bearbeiten]

Ausbildung [Bearbeiten]

Hirschhausen studierte mit einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes Humanmedizin an der Freien Universität Berlin, der Universität Heidelberg sowie der University of London. Die Frankfurter Allgemeine berichtete darüber: „Als Medizinstudent in einer englischen Klinik habe er erprobt, wie man sich bei Laune hält in einem humorfreien Raum. Er und seine Kommilitonen unterliefen subversiv die Kleiderordnung, indem sie an einem festen Tag in der Woche darum wetteiferten, wer unter dem Kittel die häßlichste Krawatte trug. Die stille, augenzwinkernde Freude beim Vergleich der Geschmacklosigkeiten sei gemeinschaftsbildend gewesen und habe spielerisch das Bonmot Oscar Wildes illustriert, das Leben sei zu wichtig, um es ernst zu nehmen“.[2]

Von Hirschhausen wurde 1994 magna cum laude an der Universität Heidelberg zum Thema Wirksamkeit einer intravenösen Immunglobulintherapie in der hyperdynamen Phase der Endotoxinämie beim Schwein zum Dr. med. promoviert. Im Anschluss studierte er von 1994 bis 1995 ein Jahr lang Wissenschaftsjournalismus an der Freien Universität Berlin.[3]

Wirken als Künstler [Bearbeiten]

Ab 1996 schrieb er unter anderem für Focus und Der Tagesspiegel. Seinen wohl ersten Fernsehauftritt hatte er als zaubernder Gast-Kandidat in Jürgen von der Lippes Geld oder Liebe.[4] Von 1998 bis 2003 moderierte er im hr-fernsehen die wöchentliche Ratgebersendung service: gesundheit und seit Januar 2004 verfasst er „die etwas andere Medizinkolumne“ Sprechstunde für das Wochenmagazin Stern.[5]

Seit Mitte der 1990er Jahre trat Eckart von Hirschhausen als Stand-up-Comedian, Moderator und Zauberkünstler in Zaubershows, Varietés, Zirkussen sowie in fremden und mit eigenen Kabarettprogrammen auf der Bühne und im Fernsehen auf. Er gastierte unter anderem in Berlin, London und beim Köln Comedy Festival 1997. Hirschhausen betätigte sich als Ideenlieferant für die Sendungen Knoff-Hoff-Show (ZDF) und 7 Tage, 7 Köpfe (RTL). Seit dem 21. Januar 2004 löste er im Wissenschaftsmagazin W wie Wissen (Das Erste) in der eigenen Rubrik Dr. von Hirschhausen wills wissen zunächst Zuschauer-Fragen und vom 8. Januar bis zum 16. Juli 2006 gingen Hirschhausens WissensBisse abseitigen Nachrichten aus der Wissenschaft nach.[6] Hirschhausen tritt regelmäßig in den Kabarettsendungen Ottis Schlachthof (Bayerisches Fernsehen) und im Quatsch Comedy Club (ProSieben) auf.[7]

Ab Oktober 2007 war er regelmäßig zu Gast bei der ARD-Sendung Schmidt & Pocher; 2008 übernahm er eine Gastrolle als Moderator im Fernsehfilm Insel des Lichts. Seit September 2009 moderiert er gemeinsam mit Bettina Tietjen die Talkshow Tietjen und Hirschhausen im NDR-Fernsehen.[8] Seit Mai 2010 moderiert er als Nachfolger von Jörg Pilawa die Quiz-Show Frag doch mal die Maus im WDR.[9] Seit Sommer 2010 moderiert er zudem das Fantastische Quiz des Menschen in der ARD. Seit Sommer 2012 moderiert er gemeinsam mit Vince Ebert die Sendung Der dritte Bildungsweg im WDR.[10]

Ähnlich wie Ludger Stratmann, der ebenfalls promovierter Mediziner und Kabarettist ist und in seinen Kleinkunstprogrammen zunächst auch Humorvolles rund um Arzt und Patient bot, entwickelt Eckart von Hirschhausen seinen Wortwitz und seine Situationskomik aus dem Unvermögen und Unwillen von Teilen seines Berufsstandes zu klarer und verständlicher Kommunikation sowie aus berufstypischen Ritualen, die, herausgehoben aus ihrem bürokratischen Umfeld, lächerlich und absurd wirken. Zu von Hirschhausens Stil schrieb die Welt am Sonntag 2005: „Seine Visitenkarte ist aus laminierter Pappe und gleicht der Chipkarte einer Krankenkasse. Er trägt ein abgeschabtes Hebammentäschchen bei sich, das er während seines Studiums auf einem Flohmarkt in San Francisco gekauft hat. In seinem grünen Kordanzug sieht er so verschmitzt und vertrauenserweckend aus wie ein englischer Landarzt.“[11]

Sonstige Aktivitäten [Bearbeiten]

Von Hirschhausen bot in der Vergangenheit wiederholt Seminare zum Thema Kommunikations- und Motivationstraining für Fach- und Führungskräfte an, wie zum Beispiel einen zweitägigen Kurs „Führen und Präsentieren mit Humor“.[12] Laut Tagesspiegel ist von Hirschhausens wichtigster Tipp für eine gelungene Präsentation: „Machen Sie sich ein Sandwich. Damit ist nicht die mehrstöckige englische Gaumenfreude gemeint, auch wenn Hunger und Durst durchaus ernst zu nehmende Spaßbremsen sein können. Humor ist der leckere Belag zwischen zwei Scheiben relevantem Inhalt […].“[13] Zur Förderung des therapeutischen Lachens gründete er Ende 2008 die Stiftung Humor hilft heilen. Von Hirschhausen unterstützte die im April 2009 gescheiterte Berliner Pro-Reli-Kampagne.

Privates [Bearbeiten]

Von Hirschhausen lebt, mit Unterbrechung für sein Studium an der University of London, seit seinem ersten Lebensjahr in Berlin. Sein Bruder ist der Wirtschaftswissenschaftler Christian von Hirschhausen.

Werke [Bearbeiten]

Solokabarettprogramme:

  • Filetspitzen (2001)
  • Sprechstunde (2002)
  • Glücksbringer (2005)
  • Die Leber wächst mit ihren Aufgaben (auch als Buch)
  • Liebesbeweise (2009)

CDs:

  • Sprechstunde classic (2003)
  • Sprechstunde forte (2005)
  • Glücksbringer (2006)
  • Die Leber wächst mit ihren Aufgaben (2008)
  • Glück kommt selten allein. (2009)
  • Liebesbeweise (2010)

DVDs:

  • Glücksbringer (2007)
  • Glück kommt selten allein… (2009)
  • Liebesbeweise (2011)

Bücher:

Auszeichnungen [Bearbeiten]

Von Hirschhausens Programm Filetspitzen wurde 2001 mit der „Garchinger Kleinkunstmaske“ ausgezeichnet. Außerdem gewann 2003 den „Paulaner-Solo Kabarettpreis“, den „Jurypreis des Berliner Kleinkunstfestivals“ und den „RTL Comedy Cup“. Am 14. September 2004 wurde ihm die „St. Ingberter Pfanne“ verliehen, die zu den wichtigsten deutschsprachigen Kleinkunstpreisen gehört.[14]

Soziales Engagement [Bearbeiten]

  • Hirschhausen ist Mitglied des Kuratoriums der Bundesliga-Stiftung.
  • Hirschhausen ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Netzwerkes "Singende Krankenhäuser".[15]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Eckart von Hirschhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Comedian
  2. Ursula Kals: Fünf Lacher je halbe Stunde, und die Leute lieben Sie. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 7. Oktober 2002, S. 23.
  3. Lebenslauf
  4. Rüdiger Daniel, Winni Gahlen: Jürgen von der Lippe: Ein Porträt. Dokumentation, 2009, ausgestrahlt auf NDR-Fernsehen am 17. Februar 2009 um 21:45 Uhr (45 min).
  5. Sprechstunde, Dr. med. Eckart von Hirschhausen im stern
  6. Hirschhausens WissensBisse, Das Erste, W wie Wissen
  7. Biografie: Eckart von Hirschhausen, ProSieben, Quatsch Comedy Club.
  8. Bericht von quotenmeter.de über die neue Sendung
  9. Pressemeldung des WDR
  10. http://www.wdr.de/tv/comedy/sendungen/fernsehen/bildungsweg/index.jsp
  11. Dirk Krampitz: Heilen mit Humor. In: Welt am Sonntag. 14. August 2005 (Online-Version)
  12. vgl. z. B. Silke Zorn: Lachen will gelernt sein. In: der tagesspiegel. 19. Dezember 2004 (online; abgerufen am 26. Juni 2010).
  13. Silke Zorn: Lachen will gelernt sein. In: Tagesspiegel. 19. Dezember 2004 (Online-Version)
  14. St. Ingberter Pfanne - bisherige Sieger, Homepage der Stadt St. Ingbert
  15. Netzwerk "Singende Krankenhäuser" (PDF-Datei; 1,01 MB)