Ed Miliband

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Ed Miliband (2010)

Edward Samuel „Ed“ Miliband (* 24. Dezember 1969 in London) ist ein britischer Politiker. Er ist seit 2005 Abgeordneter im britischen Unterhaus für den Wahlkreis Doncaster-Nord und seit dem 25. September 2010 Vorsitzender der Labour Party sowie Oppositionsführer.

Leben[Bearbeiten]

Ed Miliband wurde als Sohn des jüdischen Marxismus-Theoretikers Ralph Miliband geboren, der nach dem deutschen Überfall 1940 von Belgien nach Großbritannien geflohen war. Sein Bruder ist der britische Politiker David Miliband. Er selbst bezeichnet sich als Atheist.[1]

Miliband studierte am Corpus Christi College der University of Oxford und erlangte den akademischen Grad des Bachelor of Arts. Anschließend erwarb er an der London School of Economics den Grad des Master of Science für Wirtschaftswissenschaften. Hieran schloss sich eine kurze Tätigkeit als TV-Reporter an. Ab 1997 war er in unterschiedlichen Bereichen in der Wirtschaft tätig. 2003/2004 war er Visiting Lecturer an der Harvard University.

Im Mai 2011 heiratete Miliband seine Lebensgefährtin, mit der er zwei Kinder hat.

Politik[Bearbeiten]

1993 begann Miliband seine politische Karriere als Redenschreiber und Rechercheur für die Labour-Politikerin Harriet Harman. Im darauffolgenden Jahr übernahm er für den damaligen Schattenkanzler Gordon Brown dieselben Arbeiten.

2005 wurde Miliband ins Unterhaus gewählt. Ab Mai 2006 gehörte er als Staatssekretär (Parliamentary Secretary) dem letzten Kabinett von Tony Blair an. Im Juni 2007 wurde er, zuerst als Chancellor of the Duchy of Lancaster sowie Minister des Cabinet Office[2], anschließend als Minister für Energie und Klimawandel, Mitglied des ersten Kabinetts von Premierminister Gordon Brown. Demselben Kabinett gehörte sein Bruder David als britischer Außenminister an.

Am 25. September 2010 wählte die Labour Party Miliband zum Vorsitzenden. Er erhielt in der letzten Runde der nach dem Instant-Runoff-Voting durchgeführten Wahl 51 Prozent der Stimmen, während sein ebenfalls kandidierender Bruder David auf 49 Prozent kam. In allen vorangehenden Runden hatte sein Bruder geführt. Den Ausschlag gaben die Stimmen der Gewerkschaften, die sich mehrheitlich hinter Ed stellten.[3]

Während sein Bruder die zentrale Wichtigkeit der „bürgerlichen Schichten“ betonte, hatte Ed Miliband für eine eher linke, sozialstaatlich orientierte Politik geworben. Er hatte auch im Vorfeld bestimmte Aspekte der New-Labour-Politik kritisiert, etwa die zu große Macht, die den Märkten eingeräumt wurde. An Krieg und Invasion im Irak hatte er nach eigener Aussage von Anfang an Zweifel.[4]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ed Miliband – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anshel Pfeffer: Ed Miliband prefers to avoid Israel. Haaretz Daily Newspaper Ltd, 27. September 2010, abgerufen am 10. September 2014 (HTML, englisch).
  2. [1] Biografie des Cabinet Office im National Archiv, aufgerufen am 26. September 2010
  3. dpa: Labour wählt Ed Miliband zum Parteichef. Auf: Zeit Online, 25. September 2010. (Aufgerufen am 26. September 2010.)
  4. Peter Nonnenmacher: Ein Miliboy zu viel. In: Die Zeit, 16. September 2010.