Eddi Arent
Eddi Arent (* 5. Mai 1925 in Danzig-Langfuhr, Freie Stadt Danzig, eigentlich Gebhardt Georg Arendt) ist ein deutscher Schauspieler und Komiker.
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[Bearbeiten] Karriere
Arent wurde als Sohn des damaligen Leiters des Danziger Wasserwerks geboren, im selben (Beamten-)Viertel und sogar im selben Haus, in dem später auch der Schauspieler Wolfgang Völz geboren wurde, mit dem er später gelegentlich in Filmen zu sehen war. Nach dem Krieg, in dem er an der Ostfront gedient hatte, begann Arent als Kabarettist. Mit Gleichgesinnten wirkte er in Jürgen Henckells literarischen Kabarett Der Widerspiegel mit, das u. a. das erste in der französischen Besatzungszone war. Er war kurz mit Werner Finck in dessen Mausefalle in Stuttgart zusammen und war Mitwirkender an der Zwiebel in München. Eddi Arent hatte seine erste größere Filmrolle 1958 in Der Arzt von Stalingrad. Zum Theater fühlte er sich nicht hingezogen. Arent selbst sah sich als „ganz gewöhnlichen normalen Gebrauchsschauspieler“. Dennoch sah man ihn 1979 in einer Gastrolle auf der Bühne des Millowitsch-Theaters in Köln. Dort spielte er den Eusebius Findeisen in der Komödie Der müde Theodor. Neben den Ensemble-Mitgliedern Willy Millowitsch, Walter Hoor und Elsa Scholten, traten mit Karin Jacobsen, Walter Jokisch und Magda Hennings weitere Gaststars auf.
Bekannt wurde Arent als manierierter Butler, schusseliger Polizeifotograf und Kriminalassistent in Horst Wendlandts Edgar-Wallace-Verfilmungen, aber auch viermal als Bösewicht, darunter in seinem letzten Wallace-Film Das Geheimnis der weißen Nonne von 1966 und in Der unheimliche Mönch. Populär wurde er auch durch sein Mitwirken in drei Karl-May-Filmen, Der Schatz im Silbersee von 1962, Winnetou 2. Teil von 1964 und in Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten von 1968, in denen er den abenteuersuchenden englischen Lord Castlepool spielte. Wegen seiner effizienten Arbeitsweise lautete ein geflügeltes Wort unter Regisseuren damals: „Drehe sparend – dreh mit Arent“. Es fanden sich weitere Filmangebote für Krimis, Komödien und Schlagerfilme.
Nach seinem Ausstieg vom Film folgte eine längere Zusammenarbeit mit Harald Juhnke in der Fernsehserie Harald und Eddi. Eine eigene Sketch-Serie schrieb Arent mit Es ist angerichtet und in Mad in Austria trat er mit Felix Dvorak vor die Kamera. Auch in der Serie Traumschiff war Arent als Gast zu sehen.
Im Jahr 1997 erhielt Arent den Scharlih-Preis, die bekannteste Auszeichnung, die mit dem Namen Karl May verbunden ist.
Von 1998 bis 2002 spielte er als letzte Fernsehrollen für den Fernsehsender RTL in fünf Edgar-Wallace-Verfilmungen den Chef von Scotland Yard, Sir John (in Anlehnung an die Rollen, die Siegfried Schürenberg in den Kinofilmen übernahm).
Hans-Jürgen Tögel besetzte ihn 1978 für das Katz-und-Maus-Spiel Räuber und Gendarm als schlitzohrigen Betrüger, der Hans Putz immer wieder durch die Lappen geht. Im Jahr 1995 besetzte ihn Michael Verhoeven für den Film Mutters Courage, in dem Arent in der Rolle des Klapka eine ironisch-groteske Oliver-Hardy-Parodie ablieferte.
Gemeinsam mit seiner Ehefrau Franziska geb. Ganslmeier, einer gelernten Hotelfachfrau, übernahm Arent 1993 in Titisee-Neustadt das 1899 gebaute Traditionshotel Neustädter Hof. In das Hotel lud er immer wieder Krimifans und Schauspiel-Kollegen ein. Hier wurden auch vom Archiv des Deutschen Kriminalfilms im Rahmen des alljährlichen Edgar-Wallace-Festivals die Edgar-Wallace-Preise verliehen, u. a. am 14. April 2000 an den Filmkomponisten Martin Böttcher.
In dieser Zeit drehte Arent seinen bis dato letzten Spielfilm. Im Film Manila warten Fluggäste an ihrem Reiseziel auf ihren Rückflug nach Deutschland. Dieser verzögert sich, sodass sie von der Reiseleitung unterhalten werden. Dabei wird innerhalb des kurzfristigen Programms des Reiseleiters auch ein Auftritt von Eddi Arent, der sich selbst spielt, miteingebaut.
Nachdem Arents Hotel Neustädter Hof 2004 Insolvenz anmeldete, mussten sich Arent und seine Frau eine Wohnung in einem Ort in der Nähe suchen. Ende Februar 2005 wurde das Hotel geschlossen. In dieser Zeit fiel Arent in eine Depression, bei der er das Bett nicht verlassen wollte. Dabei wurde in der Presse auf ein Interview mit seiner Frau verwiesen, die sagte, dass ihnen nur 500 Euro im Monat zum Leben bleiben.
Seit 2007 gehört das Hotel einer gemeinnützigen Stiftung, die Arent und seiner Frau ein lebenslanges Wohnrecht gewährt. Von diesem Recht macht Arent allerdings keinen Gebrauch, lebt also nicht mehr im Neustädter Hof. Seitdem beläuft sich seine Rente auf 1000 Euro im Monat. Außerdem werden an Eddi Arent, wenn seine Filme im Fernsehen gezeigt werden, Wiederholungsgelder ausgeschüttet. „Uns geht es gut“, sagte Arent kurz nach seinem 82. Geburtstag.[1]
Von Film- und Fernseharbeiten musste sich Arent aus gesundheitlichen Gründen inzwischen zurückziehen. Er lebte in einer Seniorenresidenz in Waldmünchen (Oberpfalz) nahe der tschechischen Grenze. Im Januar 2012 wurde gemeldet, dass Arents Frau verstorben ist und er selbst bei seinem Sohn in München wohnt. Arent selbst sei schwer an Demenz erkrankt.
[Bearbeiten] Filmografie
- 1954: Bei Dir war es immer so schön
- 1956: Der Mustergatte
- 1958: Der Arzt von Stalingrad
- 1958: Das haut einen Seemann doch nicht um
- 1958: Der Sündenbock von Spatzenhausen
- 1958: Kleine Leute mal ganz groß
- 1959: Mikosch im Geheimdienst
- 1959: Paprika
- 1959: Der Frosch mit der Maske
- 1959: Ein Sommer den man nie vergißt
- 1960: Der rote Kreis
- 1960: Schlagerparade (1960)
- 1960: Stahlnetz - Verbrannte Spuren
- 1960: Die Bande des Schreckens
- 1961: Der grüne Bogenschütze
- 1961: Die toten Augen von London
- 1961: Die Schlagerparade
- 1961: Musik ist Trumpf
- 1961: Die seltsame Gräfin
- 1961: Der Fälscher von London
- 1961: So liebt und küßt man in Tirol
- 1962: Das Rätsel der roten Orchidee
- 1962: Die Tür mit den sieben Schlössern
- 1962: Wenn die Musik spielt am Wörthersee
- 1962: Das Gasthaus an der Themse
- 1962: Der Schatz im Silbersee
- 1963: Der Fluch der gelben Schlange
- 1963: Der Zinker
- 1963: Der schwarze Abt
- 1963: Das indische Tuch
- 1963: Das Geheimnis der schwarzen Witwe
- 1964: Zimmer 13
- 1964: Die Gruft mit dem Rätselschloss
- 1964: Der Hexer
- 1964: Winnetou 2. Teil
- 1964: Das Verrätertor
- 1965: Neues vom Hexer
- 1965: Der unheimliche Mönch
- 1966: Die Liebesquelle
- 1966: Das Rätsel des silbernen Dreieck
- 1966: Der Bucklige von Soho
- 1966: Maigret und sein größter Fall
- 1966: Das Geheimnis der weißen Nonne
- 1967: Feuer frei auf Frankie
- 1967: Mister Dynamit – Morgen küßt Euch der Tod
- 1968: Ich spreng' Euch alle in die Luft – Inspektor Blomfields Fall Nr. 1
- 1968: Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten
- 1969: Das Go-Go-Girl vom Blow up
- 1969: Hilfe, ich liebe Zwillinge!
- 1970: Hurra, unsere Eltern sind nicht da
- 1970: Wenn du bei mir bist
- 1970: Nachbarn sind zum Ärgern da
- 1970: Das gelbe Haus am Pinnasberg
- 1970: Wer zuletzt lacht, lacht am besten
- 1971: Die Kompanie der Knallköppe
- 1971: Hilfe, die Verwandten kommen
- 1972: Grün ist die Heide
- 1972: Immer Ärger mit Hochwürden
- 1972: Kinderarzt Dr. Fröhlich
- 1973: Alter Kahn und junge Liebe
- 1973: Das Wandern ist Herrn Müllers Lust
- 1973: Blau blüht der Enzian
- 1974: Das Spukschloß von Baskermore (TV)
- 1975: Operation Lady Marlene
- 1975: Der Geheimnisträger
- 1978: Mein lieber Mann (TV-Serie)
- 1978: Lady Dracula
- 1978: Räuber und Gendarm (Film)
- 1979: Himmel, Scheich und Wolkenbruch
- 1979: Der müde Theodor (Theater)
- 1980: Keiner hat das Pferd geküsst
- 1980: Hollywood , ich komme (TV)
- 1981: Der kühne Schwimmer (TV)
- 1982-1985: Es ist angerichtet
- 1983: Kottan ermittelt: Der Kaiser schickt Soldaten aus , Mabuse kehrt zurück
- 1983: Mary und Gordy auf dem Lande (TV)
- 1985: Willkommen im Club (TV-Serie)
- 1987: Vicky und Nicky (TV)
- 1987-1990: Harald und Eddi (TV-Serie)
- 1987: Höchste Eisenbahn (TV)
- 1987: Mrs. Harris fährt nach Moskau (TV)
- 1988-1993: Graf Duckula (Synchronstimme)
- 1989: Hessische Geschichten - Wer nicht kommt zur rechten Zeit (TV-Serie)
- 1989: Keine Gondel für die Leiche (TV)
- 1990: Eine Frau namens Harry
- 1989-1990: Ein Schloß am Wörthersee - Doppelbuchung , Das Fitness-Center
- 1991: Ein seltsames Paar(TV)
- 1993: Ein Bayer auf Rügen
- 1993: Happy Holiday - Schachmatt
- 1995: Mutters Courage
- 1996: Salto Postale - Unheilige Allianz
- 1996: Die Katze von Kensington
- 1996: Das Karussell des Todes
- 1996: Der Blinde
- 1997: Heimatgeschichten - Der Glückspunsch (TV-Serie)
- 1998: Das Schloss des Grauens - Erstausstrahlung 2002
- 1998: Whiteface - Erstausstrahlung 2002
- 1998: Das Haus der toten Augen - Erstausstrahlung 2002
- 1998: Die 4 Gerechten - Erstausstrahlung 2002
- 1998: Die unheimlichen Briefe - Erstausstrahlung 2002
- 1999: Geschichten aus dem Leben - Damenwahl (TV-Serie)
[Bearbeiten] Weblinks
- Eddi Arent in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
- Eddi Arent bei filmportal.de
- Artikel in der Welt zum 80. Geburtstag
- Eddi Arent in der Ostdeutschen Biographie
[Bearbeiten] Einzelnachweise
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Arent, Eddi |
| ALTERNATIVNAMEN | Arendt, Gebhardt Georg (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schauspieler, Komiker und Hotelier |
| GEBURTSDATUM | 5. Mai 1925 |
| GEBURTSORT | Danzig-Langfuhr |
