Edellibellen

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Edellibellen
junges Weibchen der Blaugrünen Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) mit Exuvie

junges Weibchen der Blaugrünen Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) mit Exuvie

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Fluginsekten (Pterygota)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Großlibellen (Anisoptera)
Überfamilie: Aeshnoidea
Familie: Edellibellen
Wissenschaftlicher Name
Aeshnidae
Rambur 1842

Die Edellibellen (Aeshnidae) sind eine Familie der Großlibellen (Anisoptera) innerhalb der Libellen (Odonata). In Deutschland leben 14 Arten dieser Gruppe, die zu den größten und auffälligsten der heimischen Libellen zählen.

Merkmale[Bearbeiten]

Die heimischen Edellibellen erreichen Spannweiten von bis zu 11 Zentimetern wie beispielsweise die in Mitteleuropa recht häufige Große Königslibelle (Anax imperator). Der Körper der Tiere ist dabei meist auffällig gezeichnet und kann die unterschiedlichsten Farbkombinationen aufweisen.

Lebensweise[Bearbeiten]

Die Edellibellen sind sehr geschickte Fluginsekten. Die meisten Arten dieser Familie sind recht ausdauernde Flieger und stellen teils stark differierende Ansprüche an ihren Lebensraumn. Besonders zu erwähnende, auf spezielle Lebensräume angewiesenen Arten, wie etwa die Hochmoor-Mosaikjungfer (Aeshna subarctica) ( Moorgebiete mit Torfmoosen (Sphagnum) ) oder die Grüne Mosaikjungfer (Aeshna viridis), die in Mitteleuropa Gewässer mit dichten Beständen der Krebsschere (Stratiotes aloides) benötigt, sind vom Aussterben bedroht. Andere, relativ anspruchslose Arten wie die Große Königslibelle, die Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) oder die Herbst-Mosaikjungfer sind dagegen an sehr vielen unterschiedlichen Gewässern zu finden und dementsprechend in ihren Beständen noch nicht gefährdet.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Bei den meisten Arten der Edellibellen bilden die Männchen Reviere an den Entwicklungsgewässern aus, die sie gegen Eindringlinge verteidigen. Die Paarung beginnt in der Regel in der Luft, die eigentliche Kopulation findet vorwiegend hoch oben in den Bäumen, sitzend statt. Es kommt vor, dass sich die Weibchen mehrfach hintereinander mit verschiedenen Partnern verpaaren. Erst 1979 brachten die von Waage geführten Studien revolutionäre Erkenntnisse ans Licht. Das Kopulationsorgan der Männchen dient nicht nur allein der Befruchtung, auch ist das Männchen in der Lage Spermien seines Vorgängers aus der Samentasche des Weibchens zu entfernen. Bereits gebildete Tandems aus kopulierenden Geschlechtspartnern werden häufig von anderen Männchen angegriffen, wobei der Gewinner das Weibchen übernimmt.

Die Eiablage der Edellibellen erfolgt durch Einstechen der Eier in lebendes oder totes Pflanzenmaterial, meistens in Abwesenheit des Männchens. Ausnahmen bilden dabei die Kleine Königslibelle (Anax parthenope) und die Schabracken-Königslibelle (Anax ephppiger), welche die Eier in der sogenannten Tandemstellung, also in Begleitung der Männchen ablegen.

Arten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • H. Bellmann: Libellen beobachten - bestimmen, Naturbuch Verlag, Augsburg 1993, ISBN 3-89440-107-9.
  • G. Jurzitza: Der Kosmos-Libellenführer, Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co., Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08402-7.
  • G. Peters: Die Edellibellen Europas: Aeshnidae, Die Neue Brehm-Bücherei Bd. 585, Wittenberg 1987, ISBN 3-7403-0050-7.
  • Sternberg, K. & R. Buchwald (Hrsg.) (2000): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 2: Großlibellen (Anisoptera). Ulmer, Stuttgart, ISBN 3-8001-3514-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Edellibellen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien