Vaude

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Edelrid)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Vaude Sport GmbH & Co. KG
Logo von Vaude
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1974
Sitz Tettnang, Deutschland
Leitung Antje von Dewitz
Mitarbeiter 1600
Umsatz 75 Mio. € (2009) [1]
Branche Sportbekleidung, Sportausrüstung, Outdoorsport
Website www.vaude.com

Vaude (Handelsmarke: VAUDE) ist ein deutscher Produzent von Bergsportausrüstung mit Stammsitz im baden-württembergischen Tettnang-Obereisenbach. Das Unternehmen wurde 1974 von Albrecht von Dewitz gegründet. Im Jahr 2009 übergab er die Geschäftsführung an seine Tochter Antje von Dewitz. Die Firmenbezeichnung Vaude leitet sich aus den Initialen des Gründers ab. Gesprochen wird Vaude als [fau'de]. Zur Vaude-Gruppe gehört das Tochterunternehmen Edelrid in Isny.

Das Unternehmen befindet sich zu 100 Prozent in Familienbesitz.[2]

Vaude Standort in Tettnang, Deutschland

Zu den Produkten gehören Bekleidung, Zelte, Schlafsäcke, Rucksäcke, Schuhe und Taschen. Die Vaude-Gruppe beschäftigt nach eigenen Angaben über 580 Mitarbeiter in Deutschland.[2] Weltweit arbeiten 1.600 Mitarbeiter für Vaude.[2] Vaude produziert seine Produkte in eigenen Unternehmen oder bei Produktionspartnern in Europa, Taiwan, China, Vietnam und Korea. Die drei VAUDE-eigenen Produktionsstandorte befinden sich in Tettnang/Deutschland, Yangzhou/China und Bim Son/Vietnam.[3] 60% des Umsatzes werden in Deutschland erwirtschaftet.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

1974 bis 1980: Gründung und Umzug[Bearbeiten]

1974 gründete Albrecht von Dewitz die Firma VAUDE, die Bergsportausrüstung vertreibt und eigene Rucksäcke produziert. Der Firmensitz und Produktionsstandort in Obereisenbach wurde 1980 aufgebaut.

1992 bis 2001: Neue Produkte und ein Kinderhaus[Bearbeiten]

1992 wurde ein neuer Produktbereich für Radsportartikel aufgebaut. 1998 startete die Firma mit der Produktion von Lifestyle-orientierten Taschen und Rucksäcken. In 1994 wurde das Ecolog-Recycling-Netzwerk gestartet. Es wurde dabei versucht, funktionelle Outdoorbekleidung zu 100% zu recyceln.

Seit 2001 unterhält Vaude einen eigenen Betriebskindergarten[4] am Standort in Obereisenbach.

2002 bis 2008: Edelrid und Freibad[Bearbeiten]

Vaude ist seit 2002 offizieller Partner und Ausrüster des Deutschen Alpenvereins.[5] 2006 wurde die Klettermarke EDELRID (Edelmann + Ridder GmbH & Co. KG, Firmensitz: Isny/Allgäu) durch die Vaude-Gruppe übernommen. Ebenfalls in 2006 wurde der Betrieb des Freibades in Obereisenbach übernommen, um so eine Schließung zu verhindern.

Die Marken Lucky für Kletterbedarf sowie Markill für Campingkocher wurden im Jahr 2008 in die Marke Edelrid integriert. Markill war ursprünglich eine Marke des Unternehmens Marsteller & Killmann, das 1866 in Thüringen gegründet wurde und seit 1907 in Kettwig ansässig war. Marsteller & Killmann stellte Kocher, Kochgeschirr, Proviantbehälter und Trinkflaschen aus Aluminium her.

Seit 2008 ist Vaude EMAS- und ISO-14001-zertifiziert.

2009 bis 2012: Antje von Dewitz übernimmt[Bearbeiten]

2009 übernahm die Tochter von Firmengründer Albrecht von Dewitz, Antje von Dewitz, die Geschäftsführung. 2010 trat das Unternehmen der Fair Wear Foundation bei. 2011 startete die Kooperation mit dem WWF Deutschland.

Unternehmensverantwortung[Bearbeiten]

Ökologisches Engagement[Bearbeiten]

Das Familienunternehmen setzt sowohl in der Produktentwicklung als auch als Firma stark auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Nach eigenen Angaben will VAUDE bis zum Jahr 2015 der umweltfreundlichste Outdoor-Ausrüster Europas werden.[6] Seit 2001 arbeitet VAUDE mit dem strengen Umweltstandard bluesign, der die gesamte textile Wertschöpfungskette kontrolliert. VAUDE wurde als erstes Outdoor-Unternehmen nach Eco Management and Audit Scheme (EMAS) öko-zertifiziert. Mit dem firmeneigenen Green-Shape-Label werden Produkte gekennzeichnet, die nach eigenen Angaben besonders umweltfreundlich und ressourcenschonend hergestellt werden. 1% der Umsätze aus der Green-Shape-Kollektion spendet das Unternehmen für Naturschutzprojekte des WWF Deutschland. Vaude beschreibt als Ziel, Schritt für Schritt die gesamte Produktpalette umweltfreundlich herzustellen. Seit 2012 sind der Firmenstandort Tettnang und alle dort hergestellten Produkte klimaneutral.

Soziale Verantwortung[Bearbeiten]

Im Juli 2010 wurde kritisiert, dass Vaude in Burma, einem von einer Militärdiktatur regierten Entwicklungsland, produzieren ließ.[7] Vaude teilte daraufhin mit, sich bis 2012 möglichst schonend aus diesem Land zurückziehen zu wollen.[8] Außerdem ist Vaude Mitglied der Multistakeholder-Initiative Fair Wear Foundation (FWF). Die Firma betreibt ein Freibad in Obereisenbach und hat es so vor der Schließung bewahrt.[9]

Beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2011 kam Vaude unter die Top 3 in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Zukunftsstrategien“ (KMU).[10]

Das soziale und ökologische Engagement ist im jährlichen Nachhaltigkeitsbericht dokumentiert.[11]

Sponsoring[Bearbeiten]

Das Unternehmen unterstützt eine Reihe von namhaften Athleten im Berg- und Radsport, darunter die Kletterer Kilian Fischhuber und Angela Eiter sowie das Centurion Vaude Mountainbike Team. Vaude ist Titelsponsor des jährlich stattfindenden Mountainbike-Etappenrennens TransSchwarzwald.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vaude – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die großen Sportartikelhersteller Website der Wirtschaftswoche, abgerufen am 3. März 2011
  2. a b c vaude.com: Über VAUDE
  3. Globetrotter.de
  4. http://vaude-kinderhaus.de/
  5. http://www.alpenverein.de/partner/kooperation-sponsoring-partner-vaude_aid_10314.html
  6. http://www.vaude.com/de-DE/Verantwortung/
  7. spiegel.de vom 13. Juli 2010 (Susanne Amann): Outdoor-Hersteller fallen bei sozialer Verantwortung durch
  8. VAUDE Stellungnahme zum Artikel in Spiegel-Online (16. Juli 2010)
  9. Das Dorf wollte uns als Freibad-Pächter Interview im Handelsblatt mit Vaude-Chefin Antje von Dewitz, abgerufen am 3. März 2011
  10. http://www.deutscher-nachhaltigkeitspreis.de/546-0-VAUDE-Sport-GmbH-und-Co-KG.html
  11. Nachhaltigkeitsbericht