Edgars Vinters

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Edgars Vinters (2006)
Edgars Vinters und Präsident Valdis Zatlers (2009)

Edgars Vinters (* 22. September 1919 in Riga; † 29. April 2014 ebenda) war ein lettischer Maler.

Leben[Bearbeiten]

Edgars Vinters war das einzige Kind des Fassaden- und Reklamemalers Hermanis Vinters (1874–1939) und seiner Ehefrau Anna, geb. Kalniņa (1879–1953). Als zehnjähriger Junge lernte er den populären Pastellmaler Voldemārs Irbe kennen, der das Talent des Jungen erkannte, ihm Grundlagen der Pastellmalerei vermittelte und seinen Blick für die Schönheiten der Natur im vermeintlich Unbedeutenden schulte.

Ab 1935 schrieb er kleine Artikel für Kinder- und Jugendzeitschriften, die er mit Federzeichnungen und Linolschnitten bebilderte.[1] Mit den Honoraren trug er zum Schulgeld für die Kommerzschule bei, die er nach einem Schulwechsel bis 1940 besuchte. Durch den Kontakt mit dem Maler Hugo Kārlis Grotuss (1884–1951) ab 1937 änderte Vinters seinen Malstil. Grotuss regte ihn an, die von Irbe herrührende "dunkle Phase" zu beenden, hellere Malgründe zu verwenden und mehr Frische und Farbe in seine Bilder zu bringen. Eine Porzellanfabrik beauftragte ihn, eine Serie Porzellanteller für den Präsidenten Kārlis Ulmanis zu bemalen. Nach dem Abitur 1940 trat Vinters in die Kunstakademie Lettlands ein und studierte bis 1944 bei den Professoren Jānis Kuga, Leo Svemps (1897–1975), Jānis Cielavs, Valdemārs Tone, Jānis Annuss, Kārlis Miesnieks und Vilhelms Purvītis.

Während der deutschen Besatzungszeit veröffentlichte Vinters auch Zeichnungen und Aquarelle in deutschen Zeitschriften.[2]

1944 musste Vinters sein Studium abbrechen; er wurde als Dienstverpflichteter in die lettische Legion einberufen und bei Toruń eingesetzt. 1945 geriet er in sowjetische Gefangenschaft und wurde in ein Lager nahe Moskau verbracht. Dort erkannten russische Offiziere seine Begabung und ermöglichten ihm die Einrichtung eines Orchesters und eines Ateliers. In dieser Zeit entstand eine Serie von Zeichnungen und Gemälden, die Vinters 2012 zum ersten Mal einem Kunstfreund zeigte, der über ihn und sein Werk gearbeitet hatte und die noch im gleichen Jahr in einem Buch veröffentlicht wurden. Wieder zurück in Riga, konnte er 1947 an einer Oberschule in Riga Kunst und technisches Zeichnen lehren. Nebenher besuchte er zu dieser Zeit die Janis-Rozentāls-Kunstschule und erlangte dort 1949 die für den Lehrerberuf erforderliche Qualifikation.

Arbeit[Bearbeiten]

Vinters malte gegenständlich, vorwiegend pleinair. Frühe Arbeiten in Kindheit und Jugend zeichnete er mit dem Bleistift und der Tuschfeder, dann befasste er sich kurzzeitig mit Linolschnitten und Pastellarbeiten, um danach das Mittel seiner Malerei, die Ölmalerei zu finden. Immer wieder in seinem Schaffen entstanden auch Aquarellbilder und als Besonderheit in den 70er Jahren Monotypien. Die Ölmalerei blieb aber das Hauptausdrucksmittel der Darstellungen seiner geliebten lettischen Landschaften in allen Jahreszeiten, von Blumen und Stadtansichten.

Während der sowjetischen Zeit waren seine Ausstellungen auf Riga und andere Städte der Lettischen SSR beschränkt. Mit der Befreiung Lettlands 1991 erhielt seine Malerei zunehmend Aufmerksamkeit und Anerkennung.[3] Es kam zuerst zu regelmäßigen Einzelausstellungen in Lettland, dann beginnend 1993 in England und USA und seit 2006 in Deutschland.[4] Zunehmend werden Vinters’ Werke von Galerien weltweit im Kunsthandel angeboten.

Bei einem Staatsbesuch des türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül am 2. April 2013 in Lettland überreichte der lettische Präsident Andris Bērziņš dem Ehepaar Gül als Gastgeschenk ein Gemälde von Edgars Vinters.

Privatleben[Bearbeiten]

1951 heiratete Vinters die Lehrerin und Kollegin Helma Krause. 1958 wurde der Sohn Ilmārs geboren. Am 2. Mai 2014 wurde Vinters auf dem Waldfriedhof Nr 1 (1. Meža kapi) im Nordosten von Riga neben seiner Mutter begraben.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Edgars Vinters erhielt am 16. November 2009 aus der Hand von Präsident Valdis Zatlers den Drei-Sterne-Orden im Range eines Offiziers.[5][6]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Joachim Gerber, Ojārs Spārītis: Der lettische Maler Edgars Vinters. Verlag Zvaigzne ABC, Riga 2009, ISBN 978-9934-0-0755-2 (Illustrierte Biografie in deutscher Sprache).
  • Hanss Joahims Gerbers, Ojārs Spārītis: Gleznotājs Edgars Vinters. Verlag Zvaigzne ABC, Riga 2009, ISBN 978-9934-0-0756-9 (Die lettische Ausgabe der Biografie).
  • Günter Grass, Ojārs Spārītis, Hans Joachim Gerber: Es vēlos mājās pārnākt. Edgars Vinters. Verlag Zvaigzne ABC, Riga 2012, ISBN 978-9934-0-3231-8 (Zeichnungen eines Soldaten; viersprachig: lettisch / englisch / deutsch / russisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zeitschrift Cīrulītis von 1934 bis 1938: Zeitschrift Skolu Dzīve, 1936 und 1937:
  2. Deutsche Zeitung im Ostland vom Dezember 1941 bis April 1942:
  3. Bericht in der Zeitung Latvijas Avīze vom 20. Mai 2011 über die Ausstellung Vinteratkusnis mit 10 Fotos.
  4. Bilderserien zu Edgars Vinters in Galerien:
  5. Artikel Arī ikdienišķajā ieraudzīt skaisto (Auch im Alltag das Schöne sehen) in der Tageszeitung Latvijas Avīze vom 21. Mai 2011 .. Aizpērn mākslinieku E. Vinteru godināja viņa 90 gadu jubilejā, gleznotājs saņēma augstāko valsts apbalvojumu – Triju Zvaigžņu ordeni. (… im vorvorigen Jahr, zur Ehrung des 90. Geburtstags des Künstlers E. Vinters, erhielt der Maler die höchste staatliche Auszeichnung, den Drei-Sterne-Orden)
  6. Latvijas Valsts prezidents: Valsts apbalvojumi (Ar Triju Zvaigžņu ordeni apbalvoto personu reģistrs apbalvošanas secībā, sākot no 2004. gada 1.oktobra, Link variabel)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Edgars Vinters – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien