Edge City

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Der englische Begriff Edge City wurde von Joel Garreau geprägt. Er beschreibt große Außenstadtzentren, die multifunktional sind, also über sämtliche Merkmale einer eigenständigen Stadt verfügen. So zum Beispiel über ein großes Angebot an Arbeitsplätzen, Einkaufs-, Freizeit- und Wohneinrichtungen.

Joel Garreau definiert den Raum einer Edge City folgendermaßen: Über 450.000 m² Bürofläche, mehr als 55.000 m² Einzelhandelsfläche. Er dient primär als Arbeitsstätte für Berufspendler, weniger als Wohnraum, so dass es zu einem so genannten Pendlerüberschuss kommt. Ganz wesentlich für die Definition einer Edge City ist nach Garreau zudem die Funktionstransformation des Raumes in einer bestimmten Zeit. Danach war der durch die Edge City beanspruchte Raum ca. 30 bis 40 Jahre zuvor entweder landwirtschaftliche Nutzfläche oder suburbaner Wohnraum.

Diese Entwicklung kann dazu führen, dass in einer Edge City eine größere Bürofläche vorhanden ist, als im Stadtzentrum der eigentlichen Stadt. Als Beispiel dafür ist Southfield bei Detroit, mit einer Bürofläche von ca. 7 Mio. m² zu nennen. Damit weist Southfield eine größere Bürofläche als der Central Business Discrict (CBD) von Detroit auf.

Die peripheren Edge Citys sind politisch keine eigenständigen Städte. Edge Citys stellen eine Art finales Produkt eines Suburbanisierungsprozesses dar, der zum Teil für die eigentlichen Stadtzentren mit erheblichen Nachteilen verbunden ist, wie zum Beispiel einem großen Leerstand an Gewerbeflächen oder dem „Aussterben“ der Innenstädte.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Joel Garreau: Edge City: Life on the New Frontier. Doubleday, New York 1991, ISBN 0-385-26249-3.

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