Edgecumbe

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Edgecumbe
Edgecumbe (Neuseeland)
Edgecumbe
Koordinaten 37° 59′ S, 176° 50′ O-37.983333333333176.83333333333Koordinaten: 37° 59′ S, 176° 50′ O
Einwohner 1.626 (2006)
Region Bay of Plenty
Distrikt Whakatane-Distrikt

Edgecumbe ist ein 1.626 Einwohner[1] zählender Ort im Whakatane-Distrikt in der Region Bay of Plenty auf der Nordinsel von Neuseeland.

Über die lokalen Grenzen hinaus bekannt geworden ist der Ort durch das Edgecumbe-Erdbeben von 1987.

Entstehung des Namen[Bearbeiten]

Der Name des Ortes wurde wohl in Anlehnung des Mount Edgecumbe gewählt, der 821 m hohe Vulkan, der etwa 18 km südwestlich von Edgecumbe liegt und von jedem Punkt der Rangitaiki Plain aus gut sichtbar ist. Der Berg selbst bekam seinen Namen von James Cook, der die Bay of Plenty im Oktober 1769 besuchte und von See aus die Erhebung sah. Er benannte den Berg möglicherweise nach George Edgecumbe, einem Admiral der britischen Marine[2].

Geografie[Bearbeiten]

Der Ort liegt am Rangitaiki River inmitten der Ebene der Rangitaiki Plain, 15 km westlich von Whakatane und etwa acht Kilometer südlich von der Küste der Bay of Plenty entfernt. Verkehrstechnisch ist Edgecumbe am State Highway 2 angeschlossen, der den Ort in zwei Hälften teilt. Die parallel zum State Highway 2 verlaufende 1910 gebaute Eisenbahnlinie ist nicht mehr in Betrieb.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Ort wird wirtschaftlich von zwei Faktoren bestimmt. Zum einen von der Landwirtschaft, die sich in dem weiten flachen Land auf die Milcherzeugung konzentriert hat und auf die Weiterverarbeitung von Milch zu Milchpulver und anderen Produkten durch den neuseeländischen Fonterra-Konzern, der in dem Ort eine Fabrik betreibt und damit neben der Landwirtschaft mit zum wichtigsten Arbeitgeber in der Ebene geworden ist.

Wirtschaftliche Beeinträchtigungen erfährt die Region um Edgecumbe immer wieder durch die wiederkehrenden Überflutungen. Obwohl die Häufigkeit der Fluten durch den Bau der beiden Staudämme Aniwhenua und den Matahina geringer geworden ist[3]. Die größten Fluten hatte die Region 1891 und 1925 erlebt und die letzte große Überschwemmung im Juli 2004 setzte rund 17.000 ha Land unter Wasser[4].

Edgecumbe-Erdbeben[Bearbeiten]

Siehe Hauptartikel: Edgecumbe-Erdbeben von 1987

Denkmal vor dem Fabrikgebäude der Fonterra in Edgecumbe

Am 2. März 1987, gegen 13:35 Uhr, erschütterte eine Erdbeben mit der Stärke 5,2 auf der Richterskala die Bay of Plenty, ließ den Strom ausfallen und schickte die Menschen auf die Straße. Nur 7 Minuten später erfolgte das zweite Beben, welches mit einer Stärke von 6,5 in die Geschichte der des Ortes und der Region eingehen sollte. Das Epizentrum lag zwischen Thornton und Matata knapp 15 km nördlich von Edgecumbe. Infolge der Schockwellen brach die Erde an verschiedenen Stellen auf. Der mit 7 km längste Bruch entstand 1 km südwestlich von Edgecumbe[5], erzeugte einen Versatz von bis zu 3 m[6] und ließ den westlichen Teil der Ebene zwischen 1,5 und 2 Metern abrupt absinken.

Obwohl die Stärke des Bebens vergleichbar mit anderen Erdbeben des Landes nicht außerordentlich hoch war, wurden doch erhebliche Schäden durch die flach unter der Oberfläche verlaufenden Schockwellen, die Beobachter als Rollen beschrieben, verursacht. Edgecumbe, Te Teko, Kawerau, Matata und Thornton, waren die Städte, die die meisten Schäden zu verzeichnen hatten[7]. Etwa 50 % der Häuser in Edgecumbe wurden beschädigt[8]. Die Papierfabrik in Kawerau, 18 km südwestlich von Edgecumbe, sowie wie die Molkereianlage in Edgecumbe wurden schwer beschädigt. Der 15 km südlich von Edgecumbe liegende Matahina Staudamm wurde so stark beschädigt, dass er geleert werden musste und die Evakuierung von 3.000 Menschen vorübergehend notwendig wurde[8]. Infolge des Bebens hatte der Damm Risse bekommen und war an den Stützpfeilern undicht geworden, was eine Reparatur 1988 nötig machte[9] und eine nachträgliche Verstärkung des Staudamm in den späten 1990er nach sich zog, um zukünftigen stärkeren Erdbeben gewachsen zu sein[10].

Erinnerungsschrift an das Erdbeben von 1987

Durch das Vorbeben vorgewarnt, kamen beim Hauptbeben und den vier größeren Nachbeben über der Stärke 5 keine Menschen ums Leben, wohl aber gab es zahlreiche Verletzte. Den Versicherungen kostete das Beben 315 Mill. NZ$.

Quellen[Bearbeiten]

  • Edgecumbe – The Heart of the Rangitaiki, 1914–1989, Edgecumbe and District Primary School, Edgecumbe, New Zealand, 1989.
  • The 1987 Edgecumbe earthquake – Te Ara – Encyclopedia of New Zealand – (abgerufen am 28. Januar 2010)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. QuickStats About Edgecumbe – Statistics New Zealand – (abgerufen am 27. Januar 2010)
  2. Kawerau district – Te Ara – Encyclopedia of New Zealand – (abgerufen am 28. Januar 2010)
  3. Alistair I. McKerchar, Charles P. Pearson, Factors causing flooding to be New Zealand’s Number One Hazard, National Institute of Water & Atmospheric Research (NIWA), Auckland, Februar 2001.
  4. Rangitaiki Plains Flood Mitigation Project – Whakatane District Council – (abgerufen am 28. Januar 2010)
  5. Fault rupture, 1987 Edgecumbe earthquake – Te Ara – Encyclopedia of New Zealand – (abgerufen am 28. Januar 2010)
  6. The Edgecumbe Fault – Te Ara – Encyclopedia of New Zealand – (abgerufen am 28. Januar 2010)
  7. Feb 27 2007 – Edgecumbe Earthquake, Twenty Years On – GeoNet – (abgerufen am 28. Januar 2010)
  8. a b New Zealand Desaster – Earthquake: Edgecumbe – Christchurch Library – (abgerufen am 28. Januar 2010)
  9. Matahina Hydro Dam Seismic Hazard Assessment – New Zealand – Earthquake Engineering New Zealand – (abgerufen am 27. Januar 2010)
  10. The 1987 Edgecumbe earthquake – Te Ara – Encyclopedia of New Zealand – (abgerufen am 28. Januar 2010)

Weblinks[Bearbeiten]