Edi Scholdan

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Eduard "Edi" Scholdan (* 1911 oder 1912 in Wien; † 15. Februar 1961 in Berg-Kampenhout, Belgien) war ein österreichischer Eiskunstläufer und Eiskunstlauftrainer.

Scholdan war gebürtiger Wiener und nahm als Eiskunstläufer an der Weltmeisterschaft 1933 teil, wo er beim Sieg seines berühmten Landsmanns Karl Schäfer den sechsten Platz belegte. Als Trainer wurde Scholdan jedoch weitaus berühmter. Ab 1945 war er in dieser Funktion im Broadmoor Skating Club in Colorado Springs tätig. Zu seinen Schülern gehörten Eva Pawlik, Hayes Alan Jenkins, Davis Jenkins, James Grogan und Ina Bauer. Wegen seines Humors und weil er gern auf Schlittschuhen jonglierte, wurde er "the clown prince of Broadmoor" genannt.[1]

Als Trainer von Gregory Kelley und Stephanie Westerfeld, den beiden US-Vizemeistern des Jahres 1961 im Einzellauf, war er an Bord des Sabena-Flugs 548, der sie zur Weltmeisterschaft nach Prag bringen sollte. Der Nachtflug sollte in Brüssel zwischenstoppen. Dort musste der Pilot den Landeanflug jedoch abbrechen und neuen Anlauf nehmen, um es auf einer anderen Landebahn zu versuchen. Dabei stürzte das Flugzeug auf Ackerland in Berg-Kampenhout. Alle 72 Passagiere, die Crew und ein Landwirt am Boden kamen ums Leben, darunter auch die gesamte 18-köpfige US-Mannschaft und ihre 16 Angehörigen. Die Weltmeisterschaft in Prag wurde abgesagt. Scholdan hatte zum Zeitpunkt seines Todes zwei kleine Kinder, Jimmy und Ruthie. Jimmy war mit an Bord, Scholdan wollte ihn nach der Weltmeisterschaft mit nach Österreich nehmen.[2]

Scholdan wurde 1976 in die Eiskunstlauf Hall of Fame aufgenommen. Sein Nachfolger im Broadmoor Skating Club wurde Carlo Fassi.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.usfigureskating.org/Shell.asp?cat=7&id=206&sid=32401
  2. http://www.usfigureskating.org/Shell.asp?cat=7&id=206&sid=32401