Edictum Theoderici

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Fragment des Edictum Theodorici

Das Edictum Theoderici („Edikt des Theoderich“) ist eine Sammlung von Rechtsvorschriften aus dem spätrömischen Recht. Die einzelnen Verordnungen enthalten Regelungen zur Prozessordnung und zivil- und strafrechtliche Bestimmungen, sie können als Quelle für das römische Vulgärrecht angesehen werden.

Die Bezeichnung Edictum Theoderici regis wird ebenfalls verwendet („Edikt des Königs Theoderich“).

Seit der Editio princeps 1579, im Anhang zu den Schriften Cassiodors, durch Pierre Pithou gilt es als Erlass des Ostgotenkönigs Theoderichs des Großen, der vermutlich nach 500 herausgegeben wurde. Seit den Veröffentlichungen von Piero Rasi 1953 ist diese Zuweisung umstritten: Alternativ wird eine Entstehung um 460 im tolosanischen Westgotenreich unter Theoderich II. angenommen. Dafür sprechen auch jüngere Funde von Kapiteln des Edikts in Handschriften südfranzösischer Herkunft, während die von Pithou benutzten Handschriften verloren sind.[1]

Das Edikt wurde nach der älteren These von einer Gruppe römischer Juristen nach Weisungen Theoderichs verfasst, die jüngere These hält den praefectus praetorio Galliarum Magnus von Narbonne für einen möglichen Redakteur. Inhaltlich basiert es weitgehend auf dem römischen Recht und galt für Römer und Goten.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mario Caravale: Ordinamenti giuridici dell’Europa medievale, Bologna 1994, S. 43, ISBN 88-15-04559-7

Weblinks[Bearbeiten]