Edifício Copan

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-23.546616666667-46.644375Koordinaten: 23° 32′ 48″ S, 46° 38′ 40″ W

Copan-Gebäude

Das Edifício Copan (Copan-Gebäude) ist ein 140 Meter hohes Wohnhaus mit 32 Stockwerken im Stadtkern des brasilianischen São Paulo in der Avenida Ipiranga 200. Der Baubeginn des Gebäudes erfolgte im Jahr 1957, worauf es schließlich nach einigen Unterbrechungen im Jahr 1966 fertiggestellt wurde. Das Gebäude zählt zu den größten des Landes und verfügt über die größte Wohnfläche (116.153 Quadratmeter) aller Wohngebäude weltweit.

Der Komplex wurde nicht nach der antiken Maya-Stadt Copán in Honduras benannt; der Name ist ein Akronym seiner ursprünglichen Entwickler, die Companhia Pan-Americana de Hotéis e Turismo (Panamerikanische Gesellschaft für Hotels und Touristik). Die Entwürfe des Gebäudes stammen von Oscar Niemeyers Büro in São Paulo. Er selbst war für das berühmte sinusartige Fassaden-Design verantwortlich (laut eigener Aussage, in Übereinstimmung mit dem damaligen Straßenverlauf), gab aber später das Projekt aufgrund von Unstimmigkeiten ab. Ein weiterer beteiligter Architekt war Carlos Lemos. In seiner endgültigen Version verfügt das Gebäude über 1160 Wohneinheiten in unterschiedlichen Größen (zw. 26 und 350 Quadratmetern)[1] und 5000 Bewohner. Die Wohnfläche und Anzahl der Appartements führten zu Einträgen im Guinness-Buch der Rekorde. Das Copan besteht aus sechs eigenständigen Wohnblocks, die zwar aneinandergebaut, aber nicht miteinander verbunden sind. Aufgrund der großen Anzahl an Bewohnern erhielt der Komplex sogar eine eigene Postleitzahl.[2] Die gegenwärtige Wohnungseigentümer-Gemeinschaft beschäftigt über 100 Angestellte, um jegliche Belange im Haus zu bewältigen. Im Erdgeschoss befinden sich derzeit rund 70 Geschäfte und andere Einrichtungen inklusive (seit den 90er Jahren) einer Kirche, eines Reisebüros und vier Restaurants.

Das Copan-Gebäude inspirierte Schriftsteller, Filmemacher, Photographen und andere Künstler aus aller Welt. Eine Kurzgeschichte mit dem Titel Arca sem Noé – Histórias do Edifício Copan der brasilianischen Autorin Regina Rheda wurde 1994 auf Portugiesisch veröffentlicht und gewann im Jahr darauf den Jabuti-Literaturpreis Brasiliens. Arca sem Noé erschien ebenfalls auf Englisch als Stories From the Copan Building innerhalb des Bandes First World Third Class and Other Tales of the Global Mix.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alois Gstöttner: Keine Frage der Klasse. Das Edifício Copan in São Paulo von Oscar Niemeyer. In: Der Standard, 26. März 2011.
  2. Wolfgang Kunat: Leben im Superlativ. In: Berliner Zeitung, 29. März 2008.
  3. Regina Rheda: First World Third Class and Other Tales of the Global Mix, University of Texas Press, 2005 (englisch).

Bibliographie[Bearbeiten]

  • Stories from the Copan Building in FIRST WORLD THIRD CLASS AND OTHER TALES OF THE GLOBAL MIX, von Regina Rheda, Austin, University of Texas Press, 2005.
  • Arca sem Noé - Histórias do Edifício Copan, von Regina Rheda. (Kurzgeschichten in Portugiesisch). Rio, Record, 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Edifício Copan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien