Edin’s Hall

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

55.835555555556-2.3655555555556Koordinaten: 55° 50′ 8″ N, 2° 21′ 56″ W

Doppelwand von Edin's Hall Broch
Verbreitung von Brochs

Die Anlage von Edin's Hall ist ein archäologischer Fundplatz nahe der schottischen Stadt Duns. Sie besteht aus einem eisenzeitlichen Broch, einem Hillfort und einer Siedlung. Bekannt ist die Anlage vor allem durch Edin's Hall Broch, der mit einem Durchmesser von 28,5 m der größte und gleichzeitig der südlichste Turm dieser Art in Schottland ist.

Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Die ersten Untersuchungen der Anlage wurden schon 1793 von John Blackadder durchgeführt, der darüber berichtete, dass viele Elemente durch den Diebstahl von Bausteinen zerstört waren. Im 19. Jahrhundert führte George Turnbull und später sein Sohn John Grabungen durch, deren Schnitte teilweise noch sichtbar sind. Auch John Turnbull beschrieb weitere Schäden, die er dem Treiben von Schatzjägern zuordnete. 1887 kam die Anlage in staatliche Obhut und Teile des Brochs wurden wieder hergestellt.

Die jüngste Ausgrabung unternahm Andrew Dunwell im Jahre 1996. Historic Scotland beauftragte ihn mit der Durchführung, nachdem bekannt wurde, dass die Anlage wieder einmal stark gefährdet ist – diesmal durch Kaninchen.

Edin's Hall Broch[Bearbeiten]

Der Broch wurde etwa 100 n. Chr. innerhalb der bereits bestehenden Anlage errichtet. Seine Mauern ragen noch bis in zwei Meter Höhe auf und bilden einen runden Innenraum mit einem Durchmesser von 18 m. In der unteren Doppelmauer sind drei Kammern und der schmale Eingang untergebracht. Im Eingang befinden sich zwei als Wächterkammern bezeichnete Räume. In einer der Kammern befindet sich der Anfang einer Treppe, die im Inneren der Mauer verlief und ursprünglich vermutlich in ein oberes Stockwerk führte, das nicht mehr erhalten ist. Der Innenraum ist zu einem Viertel mit Steinplatten gepflastert, die eine vorherige Pflasterung aus Kies ersetzen. Auch der Gang und die anderen Kammern verfügen über einen solchen Plattenboden. Unter der Pflasterung einer der Kammern wurde ein scheibenförmiger Kupferbarren entdeckt, der als Vorrat oder Votivgabe interpretiert wird. Er bringt die Brochbewohner in Verbindung zu den etwa 1 km entfernten Kupferminen von Elba. Der Broch verfügt über eine eigene Umwallung, die ihn gegen die Siedlung abgrenzt.

Die Siedlung[Bearbeiten]

Das Alter der Siedlung lässt sich nicht genau bestimmen, doch wird angenommen, dass sie mit dem Broch koexistent war. Die Siedlung bestand aus 12, wie der Broch in Trockenmauerweise errichteten, Roundhouses, sowie einem Gebäude mit viereckigem Grundriss. Bei den Rundhäusern handelt es sich um runde eingeschossige Hütten, die wahrscheinlich mit einem konischen Holzdach bedeckt waren. Die Siedlung besitzt eine eigene, ebenfalls steinerne Umwallung, die auch mehrere Höfe formt. Von einem Eingang im Osten führt eine Passage bis zum Broch im Westen. Die Funde der Siedlung bestehen aus Steinwerkzeugen und teils beschädigten Schmuckstücken wie Bernstein- oder Steinperlen. Es wurden auch Steinringe unterschiedlicher Größe gefunden, die ebenfalls als Schmuck oder als Gewicht für Webstühle verwendet werden konnten.

Das Fort[Bearbeiten]

Das Hillfort umschliesst Broch und Siedlung und hat eine Ausdehnung von etwa 150 m Länge und 90 m Breite. Das doppelte Wall- und Grabensystem ist heute noch gut erhalten. Im Nordosten sind die Gräben von den Höfen der Siedlung überbaut und Roundhouse 6 ist gänzlich außerhalb der Umwallung der Anlage errichtet. Es wird angenommen, dass das Fort bereits seit der Bronzezeit besteht, allerdings ist aufgrund der spärlichen Fundlage eine genaue Bestimmung schwierig.

Literatur und Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]