Edmund Gettier

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Edmund L. Gettier III (* 1927 in Baltimore, Maryland) ist ein US-amerikanischer Philosoph und emeritierter Professor an der University of Massachusetts Amherst. Er wurde vor allem durch einen dreiseitigen Aufsatz aus dem Jahre 1963 mit dem Titel „Is Justified True Belief Knowledge?“ bekannt. In diesem Aufsatz formulierte er das so genannte Gettier-Problem.

Gettier studierte an der Cornell University. Seine Mentoren waren neben dem „konventionellen“ Sprachphilosophen Max Black auch der Wittgensteinianer Norman Malcolm. Gettier selbst war ursprünglich angezogen von den Ansichten des späten Ludwig Wittgensteins. Seinen ersten Lehrauftrag erhielt er an der Wayne State University in Detroit, Michigan - unter anderem neben Keith Lehrer, R.C. Sleigh und Alvin Plantinga. Weil er wenig veröffentlicht hatte, drängten ihn seine Kollegen wenigstens soviel zu schreiben, dass die Verwaltung zufrieden sei. Das Ergebnis war ein dreiseitiger Aufsatz - einer der bekanntesten in der Geschichte der modernen Philosophie.

In seinem Aufsatz fordert Gettier die klassische Definition des Wissens heraus, die schon in Platons Dialog Theaitetos erörtert worden war. In dem Dialog wurde die Begriffsbestimmung des Wissens „wahre Meinung mit Erklärung (Begründung)" vorgeschlagen, untersucht und als unzulänglich befunden. Diese Definition wurde aber später von den meisten Philosophen akzeptiert, vor allem von dem Epistemologen Clarence Irving Lewis und dessen Schüler Roderick Chisholm. Gettiers Aufsatz wies diesen Ansatz zurück, nachdem diese klassische Definition auch schon (in allgemeinerer Weise) in den Werken von Ludwig Wittgenstein in Frage gestellt worden war. Später fand man ein ähnliches Argument auch in Werken von Bertrand Russell.

Literatur[Bearbeiten]