Edmund White

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Edmund White im Oktober 2007

Edmund Valentine White III (* 19. Januar 1940 in Cincinnati, Ohio) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller und Essayist. Er ist seit 1998 Professor für kreatives Schreiben an der Princeton University. White gilt als einer der wichtigsten homosexuellen Autoren des ausgehenden 20. und frühen 21. Jahrhunderts.

Biografie und Werk[Bearbeiten]

Edmund White wurde 1940 in Cincinnati geboren und graduierte von der Cranbrook School (heute: Cranbrook Kingswood School). Nach längeren Aufenthalten in New York und Rom arbeitete er Anfang der 70er Jahre als Redakteur für die Literaturzeitschriften The Saturday Review und Horizon. Zusammen mit sechs anderen schwulen Autoren begründete er die literarische Gruppe Violet Quill. Mitglieder dieser Gruppe waren: Christopher Cox, Robert Ferro, Michael Grumley, Andrew Holleran, Felice Picano und George Whitmore. Diese Gruppe bildete einen Kern der in den 70er Jahren entstehenden schwulen Literatur in den USA. Nachdem ein Großteil der Autoren dieser Zeit (darunter vier der Violet Quill-Gruppe) inzwischen an AIDS starben, sieht White sich als Übriggebliebener, dem seine Zeitgenossen abhandenkamen. Er selbst hat öffentlich mitgeteilt, HIV-positiv zu sein.

Nach Whites ersten Erzählungen Forgetting Elena (1973) und Notturno für den König von Neapel (1978) erschien 1982 als erster Titel in einer Reihe autobiografischer Romane Selbstbildnis eines Jünglings. Geschildert wird das Ende der Kindheit eines Jungen, der seine Homosexualität entdeckt und herauszufinden versucht, wie er mit dieser Entdeckung umgehen soll. Diesem Buch folgten Und das schöne Zimmer ist leer (1988), Abschiedssymphonie (1997) und The Married Man (2000). Damit ist die Tetralogie seiner autobiografischen Romane abgeschlossen. White verfasste zwei Biografien – über Jean Genet 1993 und über Marcel Proust 1999. Gemeinsam mit Dr. Charles Silverstein verfasste er den Sexratgeber Die Freuden der Schwulen (1977). 1994 erschien der Sammelband Die brennende Bibliothek mit ab 1970 verfassten Essays.

In seinem dort enthaltenen Essay von 1991 Out of the closet onto the bookshelf schrieb White, er habe als Jugendlicher nur zwei Bücher mit homosexuellen Bezügen in der öffentlichen Bibliothek finden können: Der Tod in Venedig von Thomas Mann und die Nijinsky-Biografie, die dessen Ehefrau verfasst hatte. In beiden Büchern empfand er den Blick auf Homosexualität als außerordentlich negativ. Dies geändert zu haben, sieht White als ein großes Verdienst der Generation von Autoren an, der er selbst angehört.

Edmund White erhielt 1982 den Award for Literature der American Academy of Arts and Letters, 1994 den National Book Critics Circle Award für die Biografie Genets und 2000 den Preis des Festivals von Deauville für sein Gesamtwerk. White ist Mitglied der American Academy of Arts and Letters und der American Academy of Arts and Sciences.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Forgetting Elena. 1973 (Erzählung)
  • mit Charles Silverstein: The joy of gay sex. 1977 (Ratgeber)
    • dt. Ausgabe: Die Freuden der Schwulen. Ein Handbuch zum Leben und Lieben. Gmünder, Berlin 1984, ISBN 3-924163-02-2
  • Nocturnes for the king of Naples. 1978
    • dt. Ausgabe: Notturno für den König von Neapel. Roman. Rowohlt, Reinbek 1981, ISBN 3-498-07291-9
  • States of desire. 1980
    • dt. Ausgabe: Staaten der Sehnsucht. Reisen durch Gay America. S. Fischer, Frankfurt 1982, ISBN 3-10-091201-2
  • A boy's own story. 1982 (autobiografischer Roman)
  • Caracole. 1985 (Roman)
  • The beautiful room is empty. 1988
    • dt. Ausgabe: Und das schöne Zimmer ist leer. Roman. Kindler, München 1991, ISBN 3-463-40109-6
  • mit Adam Mars-Jones: The darker proof. 1987
    • dt. Ausgabe: Nicht anders als das Feuer. Eindeutig positiv…; Geschichten. Rowohlt, Reinbek 1988, ISBN 3-499-12422-X
  • Jean Genet. 1993
  • The burning library. 1994
    • dt. Ausgabe: Die brennende Bibliothek. Essays. Kindler, München 1996, ISBN 3-463-40257-2
  • Skinned alive. 1995
  • The Flâneur. 1995
    • dt. Ausgabe: Gebrauchsanweisung für Paris. Piper, München/Zürich 2003, ISBN 3-492-27521-4
  • The farewell symphony. 1997
  • Marcel Proust. 1999 (Biografie)
  • The Married Man. 2000 (autobiografischer Roman)
  • City Boy. My Life in New York during the 1960s and '70s. Bloomsbury, New York City 2009, ISBN 978-1-596914025. (autobiografischer Roman)
  • Jack Holmes and his friend. 2012 (Roman)
Schauspiel

Weblinks[Bearbeiten]