Edogawa Rampo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Edogawa Rampo (jap. 江戸川 乱歩), eigentlich Hirai Tarō (平井 太郎; * 21. Oktober 1894 in Nabari, Honshū; † 28. Juli 1965) war ein bekannter japanischer Autor und Literaturkritiker. Er gilt als der Begründer des modernen japanischen Kriminalromans. Die Hauptperson in seinen Kriminalgeschichten war meist der von ihm erfundene Detektiv Akechi Kogoro (明智小五郎).

Leben[Bearbeiten]

Edogawa wurde als Sohn einer reichen Familie geboren. Sein Vater leitete eine große Firma, so dass er in seiner Jugend keine finanziellen Sorgen kannte. Von 1912 bis 1916 studierte er Volkswirtschaftslehre an der Waseda-Universität. Danach hielt er sich mit verschiedenen Jobs über Wasser. Später eröffnete er mit Freunden einen eigenen Bücherladen, in dieser Zeit heiratete er auch.

In seiner Jugend las Edogawa viele Romane und Geschichten und war ein großer Bewunderer von Edgar Allan Poe. Sein Pseudonym Edogawa Rampo ist an die japanische Aussprache von Edgar Allan Poe angelehnt. Neben Poe prägten ihn auch die Krimiautoren Maurice Leblanc und Arthur Conan Doyle. 1923 debütierte er mit seinem Roman „Zwei Groschen“ (二銭銅貨, Nisen Dōka), der wenig später unter seinem Pseudonym Edogawa Rampo veröffentlicht wurde und die erste große Erfolgsära des japanischen Kriminalromans einleitete.[1]

Viele seiner Geschichten wurden ins Englische übersetzt, auf Deutsch wurden acht Geschichten in dem Buch Spiegelhölle veröffentlicht, darunter auch die in Japan zeitweise verbotene Geschichte Die Raupe. Auch wurden mehrere seiner Romane in Japan schon während seiner Lebenszeit verfilmt.

Rampo ist zudem als Herausgeber der Zeitschrift „Hōseki“ (Juwel), einer Zeitschrift für den Detektivroman bekannt.[1] Ihm zu Ehren wird auch alljährlich der Edogawa-Rampo-Preis für Kriminalliteratur verliehen.

Trivia[Bearbeiten]

Shin’ichi Kudō entlehnt in der Serie Detektiv Conan den Familiennamen seines Pseudonyms Conan Edogawa von Rampo Edogawa und den Vornamen von Sir Arthur Conan Doyle.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  •  Edogawa Rampo: Die Spiegelhölle. In: Klaus Kracht für die Mori Ogai Gedenkstätte der Humboldt Universität Berlin (Hrsg.): Kleine Reihe. 6, Berlin 1998 (Originaltitel: 鏡の地獄, übersetzt von Silke Bock), ISSN 1435-0351, S. 53 (zweisprachig japanisch, deutsch).
  • Nihaijin (二廃人)
    • dt. Zwei Versehrte, übersetzt von Martina Berlin, in: Spiegelhölle, MAAS Verlag, Berlin, 2005, S. 5-24
  • Soseiji (双生児)
    • dt. Zwillinge, übersetzt von Martina Berlin, in: Spiegelhölle, MAAS Verlag, Berlin, 2005, S. 27-47
  • Shinri shiken (心理試験)
    • dt. Der psychologische Test, übersetzt von Martina Berlin, in: Spiegelhölle, MAAS Verlag, Berlin, 2005, S. 49-87
  • Akai heya (赤い部屋)
    • dt. Das rote Zimmer, übersetzt von Martina Berlin, in: Spiegelhölle, MAAS Verlag, Berlin, 2005, S. 89-115
  • Ningen isu (人間椅子)
    • dt. Der Sesselmann, übersetzt von Martina Berlin, in: Spiegelhölle, MAAS Verlag, Berlin, 2005, S. 117-139
  • Imomushi (芋虫)
    • Die Raupe, übersetzt von Martina Berlin, in: Spiegelhölle, MAAS Verlag, Berlin, 2005, S. 161-184
  • Dangai (断崖)
    • dt. Auf der Klippe, übersetzt von Martina Berlin, in: Spiegelhölle, MAAS Verlag, Berlin, 2005, S. 187-208
  • Akai heya (赤い部屋)
    • dt. Das rote Zimmer, übersetzt von Reiko Sato, Japanische Kriminalgeschichten, 1985

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Robert F. Wittkamp: Mord in Japan. Iudicium, München 2002, ISBN 3-89129-745-9, S. 27.
Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich, steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Edogawa bzw. Hirai der Familienname, Rampo bzw. Tarō der Vorname.