Eduard Daelen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eduard Daelen (* 18. März 1848 in Hörde; † 9. Mai 1923 in Düsseldorf), verwendete Pseudonyme Ursus teutonicus und Angelo Dämon, war ein Maler und Schriftsteller. Er ist der Nachwelt vor allem bekannt, weil er 1886 die erste Biografie über Wilhelm Busch verfasste.

Leben[Bearbeiten]

Eduard Daelen wurde als Sohn eines Oberingenieurs geboren. Obwohl er sehr viel lieber Kunst studiert hätte, wurde er zunächst zu einem Maschinenbaustudium gezwungen. Erst 1868 wurde er an der Kunstakademie Düsseldorf angenommen.

Entsprechend dem damals an der Düsseldorfer Kunstakademie gelehrtem Kunststil war seine Malweise streng realistisch.[1] Erfolg hatte er vor allem mit Porträts der Kaiserfamilie und Otto von Bismarcks, die lokale Honoratioren bei ihm beauftragten. 1875 verlegte er seinen Wohnsitz endgültig nach Düsseldorf. Er trat dort dem Künstlerverein Malkasten bei.

Von seiner Malerei konnte Eduard Daelen nicht ausschließlich leben. Er verfasste unter anderem Kunstkritiken, die unter den Pseudonymen Ursos teutonicus und Angelo Dämon erschienen und in denen er häufig eine Sprache verwendete, die an Beleidigungen grenzte.[2]. Daneben veröffentlichte er Bücher mit den Titeln Das Hohe Lied vom Bier, Schüttle dich, Germania!, Skizzen vom Rhein, Triumph der Hansa. Als vehementer Anti-Katholik war er der Ansicht, in Wilhelm Busch einen Gleichgesinnten gefunden zu haben.[3] Darauf schienen die antiklerikalen Bildergeschichten von Wilhelm Busch wie Die Fromme Helene, Der Heilige Antonius von Padua und Pater Filuzius hinzuweisen. Als „Über Wilhelm Busch und seine Bedeutung“ erschien, waren allerdings sowohl Wilhelm Busch als auch sein Freundeskreis peinlich berührt. In der skurrilen Laudatio setzte Eduard Daelen Wilhelm Busch mit Größen wie Leonardo da Vinci, Peter Paul Rubens und Gottfried Wilhelm Leibniz gleich und zitierte unkritisch aus einem unverbindlichen Briefwechsel mit Busch. Busch bezeichnete er als Urbild des echt deutschen Volksgeistes und Verkörperung des mythischen Urahnen Teut. Die Heilige Helene, die nach heutiger Sicht vor allem religiöse Heuchelei und zwielichtige Bürgermoral karikiert, sah Daelen als einen Angriff auf die weibliche Verschmitztheit, Neugierde und Eitelkeit sowie die trotz aller Faul- und Borniertheit stets spekulative Raffinesse. Den Literaturwissenschaftler Friedrich Theodor Vischer, der in seinem Aufsatz „Über neuere deutsche Karikatur“ neben einer respektvollen Würdigung Buschs auch einige kritische Anmerkungen fand, griff Daelen in seitenlangen Tiraden als „Literaturbonzen“ an und unterstellte ihm den „Eunuchenneid des vertrockneten Philisters“.[4] Auf Daelens biografischen Versuch antwortete als einer der ersten der Literaturhistoriker Johannes Proelß. Sein Essay, der in der Frankfurter Zeitung erschien, enthielt eine Reihe falscher biographischer Daten und war für Wilhelm Busch der Anlass, sich in derselben Zeitung zu seiner Person zu äußern.[5] Busch fühlte sich von der Biografie bloßgestellt und war der Ansicht, dass die Verunglimpfung von Kaspar Braun zu weit ging. Auch die Behandlung seiner Beziehung zu Johanna Keßler, die ihn in seinen Frankfurter Jahren stark gefördert hatte, fand er indiskret und geschmacklos beleuchtet.

Belege[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Eduard Daelen – Quellen und Volltexte
 Commons: Eduard Daelen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Weissweiler, S. 304
  2. Weissweiler, S. 304.
  3. Kraus, S. 71
  4. Weissweiler, S. 308, S. 309.
  5. Wessling, S. 180