Eduard Dingeldey

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Peter Gustav Eduard Dingeldey (* 27. Juni 1886 in Gießen; † 19. Juli 1942 in Heidelberg) war ein deutscher Jurist und Politiker (DVP).

Leben und Ausbildung[Bearbeiten]

Eduard Dingeldey studierte Rechtswissenschaften und Volkswirtschaft an den Universitäten Heidelberg, Berlin und Gießen, wurde Regierungsassessor am Kreisamt Worms und arbeitete später als Rechtsanwalt in Darmstadt bzw. ab 1931 in Berlin.

Politik[Bearbeiten]

Er wurde 1919 Mitglied und Parteivorsitzender der Deutschen Volkspartei in Hessen. 1919 bis 1928 gehörte er für die DVP dem hessischen Landtag an (Nachrücker nach seinem Ausscheiden war Wilhelm Kunkel) und war dort Fraktionsvorsitzender. Von 1922 bis 1928 war er zudem Mitglied im Reichsparteivorstand.

Dingeldey war von Mai 1928 bis November 1933 Mitglied des Reichstags und seit 1930 Fraktionsvorsitzender seiner Partei[1]. Er setzte sich ab 1930 für die Bildung einer sogenannten „Staatsbürgerpartei“ ein, scheiterte aber mit diesem Vorhaben.

Von 1931 bis zur Auflösung der Partei 1933 war Dingeldey Vorsitzender der DVP. Innerhalb der DVP versuchte er zwischen den Liberalen und den Rechten zu vermitteln, was ihm aber kaum gelang. 1932 schloss er mit der DNVP ein Wahlabkommen, das sich gegen SPD und Zentrum richtete. Obwohl er sich zunächst gegen eine Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten ausgesprochen und noch im Juni 1933 die von seinem Stellvertreter Otto Hugo geförderte Überführung der DVP in die NSDAP abgelehnt hatte, wechselte er 1933 als Hospitant zur NSDAP-Reichstagsfraktion.

Während der Zeit des Nationalsozialismus arbeitete er wieder als Rechtsanwalt.

Familie[Bearbeiten]

Eduard Dingeldey war der Sohn des evangelischen Pfarrers August Dingeldey und dessen Frau Bessie geborene Wilson. Er heiratete am 23. April 1919 Elisabeth Hildegard, geborene Merck und verwitwete Freifrau von Glenck. Sein Bruder war der Landrat Alfred Dingeldey.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Hans Georg Ruppel, Birgit Groß: Hessische Abgeordnete 1820–1930. Darmstadt 1980, ISBN 3-922316-14X, S. 88.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heinrich Brüning: Memoiren 1918 - 1934, Deutsche Verlags-Anstalt GmbH, Stuttgart, 1970, S. 697

Weblinks[Bearbeiten]