Eduard Scotland

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Eduard Scotland (* 4. Juli 1885 in Bremen; † 20. Juni 1945 in Bremen) war ein deutscher Architekt.

Biografie[Bearbeiten]

Scotland – Sohn eines Bankkaufmanns – studierte nach seinem Schulbesuch an der Oberrealschule Dechanatstraße und einer Maurerlehre am Technikum in Bremen (heute Hochschule Bremen). Bereits ein Jahr nach Abschluss des Studiums gründete er 1904 mit seinem Studienfreund Alfred Runge ein Architekturbüro. Sie sanierten im Umland Niedersachsenhäuser und realisierten von 1906 bis 1915 in und um Bremen eine Reihe von Land- Guts- und Stadthäusern sowie Jugendherbergen und Gemeinschaftshäuser für Betriebe. Scotland – gefördert durch Lloyd-Generaldirektor Heinrich Wiegand – plante 1907 auch die Innenausstattung des Passagierdampfers Kronprinzessin Cäcilie.

Scotland war zudem als Designer und Werbegraphiker tätig. Bekannt sind Entwürfe für Möbel, Stoffe und Teppiche. Ab 1911 wirkte auf Betreiben von Ludwig Roselius das Büro als künstlerischer Beirat des Unternehmens Kaffee HAG und sie entwickelten das Design der Verpackung, Plakate, Anzeigen bis hin zum Kaffeegeschirr und zur Kaffeemaschinen. Auf der Kölner Werkbund-Ausstellung von 1914 entwarfen sie Inneneinrichtungen des Restaurants des Bremen/Oldenburger Hauses.

Seine bedeutendsten Bauwerke entstanden nach dem Ersten Weltkrieg: Nach Plänen von Scotland und Runge, die der „Heimatschutzbewegung“ nahestanden, wurde von 1923 bis 1926 in der Böttcherstraße – eine etwa 100 m lange Straße in der Bremer Altstadt – das Kaffee HAG-Haus, das Haus St. Petrus, das Haus des Glockenspiels sowie andere Bürogebäude gebaut. Die Häuser wurden mit den damals typischen Materialien Backstein und Sandstein errichtet. Weitere Wohnhäuser – u.a. ab 1924 bis 1927 Schwachhauser Ring 2–18 – wurden von ihm geplant und realisiert.

Der Nationalsozialismus lehnt die Art der Böttcherstraßen-Kultur schärfstens ab. Im Dritten Reich wurden die Bauten Zielscheibe eifernder nationalsozialistischer Kulturkritiker. Trotzdem war von 1933 bis 1944 der konservative, zeitweise nationalsozialistische Scotland Professor und dann Leiter der Bauabteilung an der Nordischen Kunsthochschule (heute Hochschule für Künste Bremen). Scotland war bis 1934 Mitglied im Deutschen Werkbund.

In Bremen-Kattenturm gibt es den Scotlandweg.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]