Eduardo Arroyo

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Eduardo Arroyo (* 26. Februar 1937 in Madrid) ist ein spanischer Maler und Grafiker. Er betätigt sich auch als Schriftsteller und Bühnenbildner.

Leben[Bearbeiten]

Er studierte in seiner Heimatstadt Kunst, verließ Spanien aber 1958 aufgrund seiner prinzipiellen Verachtung des Regimes Francisco Francos (den sich damit auf seine alten Tage abfindenden Salvador Dalí bezeichnete Arroyo später als „Hure“) und wurde 1974 sogar seiner Staatsbürgerschaft verlustig (die er allerdings zwei Jahre darauf, ein Jahre nach dem Tode des Caudillos, zurückerhielt). In Paris freundete er sich mit den Mitgliedern der dortigen jungen Kunstszene an, insbesondere mit Gilles Aillaud, mit dem er später gemeinsam Bühnenbilder gestalten wird, doch auch mit dem alten Meister Joan Miró. 1964 gelang ihm im Rahmen einer ersten wichtigen Ausstellung der Durchbruch, es folgten über 20 Jahre großen kritischen Erfolges und hoher Wertschätzung auf dem Kunstmarkt. Heutzutage ist der ideologisch und gestalterisch kompromisslos Künstler tätig wie eh und je, auch wenn es etwas stiller um seine Schöpfungen geworden zu sein scheint.

Stilistisch stehen Arroyos meist ironische, farbenfrohe Werke an der Kreuzung zwischen den Strömungen Nouvelle Figuration bzw. Figuration narrative und Pop Art. Charakteristisch für seine Darstellungen ist die generelle Abwesenheit von räumlicher Tiefe und die Verflachung der Perspektive.

Arroyo ist einem breiten Publikum auch durch seine zahlreichen Arbeiten als Bühnenbildner sowie teilweise auch als Kostümgestalter ein Begriff geworden. In dieser Beziehung arbeitet er seit 1969 vor allem mit dem Regisseur Klaus Michael Grüber zusammen, der ihn zu dieser Tätigkeit animiert hat. Arroyo gestaltete Bühnen u. a. für das Piccolo Teatro in Mailand, die Pariser Oper (1976 Richard Wagners Die Walküre), die Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin oder die Salzburger Festspiele (1991 Leoš Janáčeks Z mrtveho domu).

1975/76 verbrachte Arroyo mit einem DAAD-Stipendium in West-Berlin.[1] Im Jahr 1977 war Eduardo Arroyo Teilnehmer der Documenta 6 in Kassel in der Abteilung Zeichnung.

Arroyos Theaterstück Bantam wurde 1986 durch seine Freunde Grüber – für die Regie –, Aillaud und Antonio Recalcati – für Bühnenbild und Kostüme – am Bayerischen Staatsschauspiel (Residenztheater) in München mit großem Erfolg uraufgeführt.

1995 repräsentiert Arroyo mit dem Bildhauer Andreu Alfaro an der 46. Biennale von Venedig Spanien.

Werke im öffentlichen Besitz[Bearbeiten]

Literatur von Arroyo[Bearbeiten]

  • "Sardinen in Öl", Fischer Verlag, 1996, 182 Seiten

Literatur über Arroyo[Bearbeiten]

  • Katalog zur documenta 6: Band 1: Malerei, Plastik/Environment, Performance; Band 2: Fotografie, Film, Video; Band 3: Handzeichnungen, Utopisches Design, Bücher; Kassel 1977 ISBN 3-920453-00-X

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stipendiaten-Liste auf der Website des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. (Abgerufen am 23. Januar 2010.)