Eduardo Souto de Moura

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Eduardo Souto de Moura (2004)
Gebäudefassade des 'Burgo Empreendimento' in Porto, hinter einer Statue von Ângelo de Sousa
Städtisches Stadion in Braga, Portugal
Casa das Histórias Paula Rego (2005-09), Cascais

Eduardo Elísio Machado Souto de Moura, auch kurz Souto Moura (* 25. Juli 1952 in Porto) ist ein portugiesischer Architekt.

Er gilt als einer der prominentesten Vertreter zeitgenössischer portugiesischer Architektur aus den Reihen der Escola do Porto. Für sein Lebenswerk wurde er 2011 mit dem Pritzker-Preis, dem wichtigsten Architekturpreis, ausgezeichnet.

Leben[Bearbeiten]

Während seines Architekturstudiums an der „Escola Superior de Belas Artes do Porto“ (ESBAP), einer Abteilung der Faculdade de Arquitectura da Universidade do Porto (FAUP), lernte Souto de Moura bei den bekannten Architekten Fernando Távora und Álvaro Siza Vieira. Während Siza – der den Pritzker-Preis 1992 erhielt – eine Weltkarriere startete, blieb Souto de Moura eher Nordportugal verhaftet, entwickelte allerdings früh einen eigenen Stil.

Bereits als Student arbeitete er als Architekt, ab 1974 mit Noé Dinis, von 1975 bis 1979 mit Siza. Ab 1980 betrieb er ein eigenes Architekturbüro, ein Jahr später überraschte er, indem er den Wettbewerb um das Kulturzentrum des Staatssekretariats für Kultur (Centro Cultural da Secretaria de Estado da Cultura) in Porto für sich entscheiden konnte. Das daraus geschöpfte nationale wie internationale Renommee konnte er mit dem Auftrag für einen Hotelneubau im historischen Zentrum von Salzburg erneut festigen.

1981 wurde Souto Moura Assistenzprofessor an der ESBAP in Porto, ab 1991 Professor. Er hatte Gastprofessuren an der École Nationale Supérieure d'Architecture de Paris-Belleville (ENSAPB), der Harvard University Graduate School of Design, der School of Architecture at University College Dublin, der ETH Zurich und der EPFL Lausanne inne. Seit 2010 ist er Mitglied der Akademie der Künste Berlin.[1]

Souto de Moura lebt und arbeitet heute in Porto.

Wirken[Bearbeiten]

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Schon früh wollte er seinen Bauten eine gewisse Stimmung verleihen, ohne dabei unnötige Elemente mit ins Spiel zu bringen. Nach seiner eigenen Aussage ist die Mauer für ihn das zentrale und tragende Element eines Bauwerkes. Aus dieser Grundlage heraus ist für Souto de Moura der Stein der wichtigste Baustoff. Neben Marmor und Granit als natürliche Steine verwendete er auch Beton als künstlichen Stein für die Umsetzung seiner Gestaltungskonzepte.

Noch während der jahrzehntelangen Salazar-Diktatur, unter der auch die Architektur korrumpiert wurde, waren Siza und Souto de Moura unter denjenigen, die den Aufbruch wagten, eine neue, künstlerisch ambitionierte und doch volksnahe Architektur wollten, die die drängende Wohnungsnot lösen sollte, die auch den kleinen Gemeinden im Schatten der größeren Städte neue Möglichkeiten eröffnete. Andererseits wollten sie bei allen Notwendigkeiten eben auch die Architektur als Kunst neu etablieren. Dass Portugal heute für das zeitgenössische Bauen eines der interessantesten Länder Europas ist, verdankt es eben auch dieser Mischung aus sozialer Verantwortung und Kunstbewusstsein.

Souto de Moura gilt als ein Intellektueller, der gut lesbare Essays und Bücher über Architektur schreibt, die sich nicht wie viele Werke seiner Berufskollegen in Formdebatten und Prachtfotos erschöpfen. Viel zu selten sind bis 2011 und dem Pritzker-Preis über die Grenzen Portugals hinaus registriert und wirkungsvoll geworden.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Nevogilde Haus 1 + 2 (1983 und 1985)
  • Renovierung und Umbau der Pousada Santa Maria do Bouro in Amares (1989-97)
  • Institut für Geowissenschaften der Universität Aveiro (1990-94)[5]
  • Kulturzentrum Porto (1991)
  • Wohnhaus in der Rua do Teatro, Foz do Douro, Porto (1992-95)
  • Kunstgalerie Porto (1997)
  • Portugiesischer Pavillon auf der Expo 2000 (2000)
  • Burgo Tower in Porto
  • Fußballstadion in Braga (2000)
  • Casa das Histórias Paula Rego (2005-2009) Museum in Cascais bei Lissabon
  • Villa in Bom Jesus bei Braga, 2007

Neben diesen herausragenden Projekten hat Souto de Moura viele Wohnhäuser und kleinere öffentliche Gebäude gestaltet. Ebenfalls seine Gestaltungshandschrift tragen die meisten U-Bahn-Stationen in Porto, die in neuerer Zeit errichtet wurden. Seine Bauten stehen in Portugal, Spanien, Italien, Deutschland, Großbritannien und der Schweiz.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eduardo Souto de Moura – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag Eduardo Souto de Moura bei der Akademie der Künste, Berlin, abgerufen am 13. Oktober 2014
  2. Webseite des Pritzker-Preises: http://www.pritzkerprize.com/laureates/2011 abgerufen am 25. Mai 2013
  3. Webseite der Universität Aveiro: http://www.ua.pt/PageText.aspx?id=434 abgerufen am 25. Mai 2013
  4. Israel's prestigious Wolf Prize honors scientists, architect bei Haaretz (haaretz.com); abgerufen am 3. Januar 2012
  5. Christian Gänshirt: Revision des Generalplans - Neubauten der Universität Aveiro, Portugal, in: Bauwelt Nr. 28/29, 1994, S. 1568-1587