Edward Routh

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Edward J. Routh.

Edward John Routh (* 20. Januar 1831 in Quebec, Kanada; † 7. Juni 1907 in Cambridge, England) war ein englischer Mathematiker und Naturphilosoph.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Routh war der Sohn eines britischen Offiziers. Ab 1842 kam er von Kanada mit seinem Vater nach England und besuchte ab 1847 mit einem Stipendium das University College in London, wo er unter anderem bei Augustus de Morgan studierte. Nach dem Bachelor-Abschluss 1849 ging er ans Peterhouse College und machte 1853 seinen Master-Abschluss und gewann außerdem eine Goldmedaille für seine Leistungen in Mathematik und theoretischer Physik. 1854 machte er einen weiteren Bachelor-Abschluss an der Universität Cambridge, wo er außerdem Erster (Senior Wrangler) in den Tripos-Prüfungen wurde (James Clerk Maxwell wurde Zweiter). Mit Maxwell erhielt er außerdem den Smith-Preis. 1855 wurde er Fellow des Peterhouse, wo er außerdem Tutor wurde. Ab 1856 war in Cambridge ein vielbeschäftigter privater Tutor, der Studenten auf die Tripos-Prüfungen vorbereitete. Ab 1862 kam jedes Jahr für 22 Jahre der Senior Wrangler aus seiner Klasse und in den 30 Jahren, in den er unterrichtete, waren von seinen 700 Schülern 480 Wrangler[1] bei insgesamt etwa 900 Wranglern überhaupt. 1888 setzte er sich zur Ruhe.

1864 heiratete er die älteste Tochter des Astronomer Royal George Biddell Airy, mit der er fünf Söhne und eine Tochter hatte.

Er beschäftigte er sich vor allem mit mathematischer Physik und steuerte damit zusammen mit Maxwell und Adolf Hurwitz grundlegende Erkenntnissen in der Stabilitätstheorie bei, die in der Regelungstechnik als Routh-Hurwitz-Kriterium seine Anwendung finden.

1872 wurde er Mitglied der Royal Society und 1866 der Royal Astronomical Society. Er gehörte 1856 zu den Gründungsmitgliedern der London Mathematical Society. Routh war mehrfacher Ehrendoktor. 1883 wurde er Ehrenfellow des Peterhouse College. 1877 erhielt er den Adams-Preis für einen Aufsatz über Stabilitätstheorie.

Werke (Auszug)[Bearbeiten]

  • A treatise on the dynamics of rigid bodies 1860
  • A Treatise on the Stability of a Given State of Motion, Particularly Steady Motion ...; 1877
  • A treatise on analytic statics 1891
  • A treatise on the dynamics of a particle 1898
  • Die Dynamik der Systeme starrer Körper. Band 1: Die Elemente; Leipzig, B.G. Teubner, 1898.
  • Die Dynamik der Systeme starrer Körper. Band 2: Die Höhere Dynamik; Leipzig, B.G. Teubner, 1898.

Weblinks[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

  1. Wrangler hatten im letzten Teil (Part Two) der schriftlichen Tripos-Prüfungen Bestnoten. Der beste der Wrangler war First Wrangler, der zweite Second Wrangler usw.