Edwin Arlington Robinson

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Lilla Cabot Perry: Edwin Arlington Robinson, Öl auf Leinwand, 1916

Edwin Arlington Robinson (* 22. Dezember 1869 in Head Tide, Maine; † 6. April 1935 in New York) war ein amerikanischer Dichter.

Leben[Bearbeiten]

E. A. Robinson wurde seinen Eltern, Edward Robinson, Betreiber eines Holzhandels, und Mary Elizabeth Palmer, als dritter von drei Söhnen geboren. Seine Mutter war bei seiner Geburt enttäuscht, da sie nach zwei Söhnen gern eine Tochter gehabt hätte. Erst nach einem halben Jahr erhielt er seinen Namen. Ein Besucher schlug „Edwin“ vor, und da dieser Name der Mutter gut gefiel, setzte sie als zweiten Vornamen noch „Arlington“ hinzu, den Namen des Ortes in Massachusetts, aus dem der Besucher stammte. Kurze Zeit später, nachdem der Vater Erfolge mit Landspekulationen verzeichnen konnte, zog die Familie um nach Gardiner (Maine), eine Stadt, die in vielen seiner Gedichte als Tilbury Town erscheint.

Sein älterer Bruder Herman war dazu bestimmt, Geschäftsmann zu werden und das Familienvermögen zu verwalten, der andere Bruder, Dean, sollte Arzt werden. Er selbst hatte die Freiheit, sich der Dichtkunst zuzuwenden. Mit elf Jahren begann er regelmäßig zu schreiben und während seiner High-School-Zeit besuchte er als jüngstes Mitglied die Treffen des Schriftstellerverbandes der Stadt. Während E. A. Robinson bemüht war, die Grundlagen der Poesie zu studieren, behauptete einer seiner Zeitgenossen, er sei eine jener Personen, die man nicht beeinflussen könne und die ihren eigenen Weg gehen werde.

Edwin Arlington Robinson

E. A. Robinson studierte von 1891 bis 1893 an der Harvard University, obwohl sein Vater den Wert dieser höheren Bildung anzweifelte. In dieser Zeit begann es mit dem Vermögen seiner Familie abwärts zu gehen. 1892 starb sein Vater und 1893 geriet die Wirtschaft in eine tiefe Rezession, deren schleppende Nachwirkungen das Vermögen der Familie während der folgenden sieben Jahre auffraßen. E. A. Robinson musste Harvard verlassen. Seine Mutter starb 1896 an Diphtherie. Während dieser Zeit entstanden die Gedichte, die später als The Torrent and the Night Before (1896) und The Children of the Night(1897) veröffentlicht wurden. Sie enthalten psychologische Porträts der Bewohner von Tilbury Town, deren innerstes Wesen er mit großem Einfühlungsvermögen und mit Ironie darstellte.

1897 zog Robinson nach New York, wo sein Band Captain Craig and other Poems (1902) auf nur wenig Interesse stieß. 1910 erschien der Band Town Down the River. Seinen ersten größeren Erfolg hatte Robinson mit The Man Against the Sky (1916), überwiegend philosophischen Gedichten, die das begrenzte Wesen des Menschen und seine Suche nach dem Sinn des Lebens zum Thema haben. Daneben verfasste Robinson ein auf der Artussage beruhendes dreiteiliges Versepos, bestehend aus Merlin (1917), Lancelot (1920) und Tristram (1927; Pulitzerpreis 1928). Weitere Werke Robinsons erschienen in den Bänden Collected Poems (1921; Pulitzerpreis 1922), Roman Bartholomew (1923), The Man Who Died Twice (1924; Pulitzerpreis 1925) und Matthias at the Door (1931).

In Gardiner ließ er die große Liebe seines Lebens, Emma Shepherd, zurück. Er hatte sie kennengelernt, als er Tanzstunden nahm, und fand in ihr eine Freundin, mit der er sprechen konnte und die ihn zum Schreiben ermunterte. Doch obwohl er sie liebte, glaubte er, er könne nur entweder schreiben oder eine Familie gründen. Er machte sie mit seinem Bruder Herman bekannt, der sie heiratete. Es war keine glückliche Ehe, belastet durch finanzielle Probleme und Hermans Trunksucht. 1899 starb Robinsons Bruder Dean, wahrscheinlich an einer beabsichtigten Überdosis von Medikamenten/Drogen. Herman gewährte Robinson zunächst eine kleine finanzielle Unterstützung, doch ab 1901 war ihm dies nicht mehr möglich.

E. A. Robinson beschloss, in Armut zu schreiben, und lebte von Gelegenheitsarbeiten und den Almosen von Freunden. Doch mit der Zeit verfiel er in Depressionen, vernachlässigte sein Schreiben und begann viel zu trinken.

1905 bekam er unerwartete Hilfe. Präsident Theodore Roosevelts Sohn Kermit hatte The Children of the Night in der Schule gelesen und gab das Buch auch seinem Vater. Diesem gefielen Robinsons Gedichte und er verschaffte ihm einen Arbeitsplatz, bei dem ihm viel Zeit zum Schreiben blieb. Auch gab er den Band neu heraus und schrieb einen Artikel dazu in einem Magazin. Robinson verdiente nun so viel, dass er damit auch seinen Bruder Herman unterstützen konnte. Doch er war unzufrieden mit seinen Werken, die während dieser Zeit entstanden. Die großen Magazine blieben ihm verschlossen trotz Roosevelts Förderung, und als dieser 1909 das Weiße Haus verließ und man Robinson anhielt, reguläre Arbeitszeiten einzuhalten und eine Uniform zu tragen, quittierte er seinen Dienst.

Zurück in Gardiner lebte er bei einem Freund und begann rund um die Uhr zu arbeiten. Er überarbeitete alte Gedichte und schrieb neue. Er bekam hervorragende Kritiken und wurde teils als führender amerikanischer Dichter bezeichnet.

1911 begann er, seine Winter bei Freunden in New York zu verbringen und die Sommer auf einer Farm in Peterborough, New Hampshire, auf der die Witwe eines Malers eine Künstlerkolonie eingerichtet hatte. Er hörte auf zu trinken und probierte Theaterstücke zu schreiben, doch ohne Erfolg.

1916 erhielt Robinson eine anonyme Spende. Nachdem Tristram ein Bestseller geworden war, war er zum ersten Mal finanziell völlig unabhängig. Er überraschte seine Freunde mit der Sorgfalt, die er seiner Kleidung widmete und der großzügigen Hilfe für andere Menschen in Not. Als Protest gegen die Prohibition, wie er sagte, begann er wieder zu trinken. Seine Sommer verbrachte er weiterhin in der MacDowell-Kolonie und die Winter in New York - ganz dem Schreiben gewidmet.

Er publizierte für den Rest seines Lebens regelmäßig.

Auf Simon and Garfunkels zweitem Album Sounds of Silence ist der Song Richard Cory zu hören, der auf Robinsons gleichnamigem Gedicht basiert.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Robinson gewann 3 Pulitzer-Preise:

  • 1921 - Collected Poems
  • 1924 - The Man Who Died Twice
  • 1927 - Tristram

Weblinks[Bearbeiten]