Edwin Moses

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Edwin Moses Leichtathletik
Edwin Moses (2010)

Edwin Moses (2010)

Voller Name Edwin Corley Moses
Nation Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Geburtstag 31. August 1955
Geburtsort Dayton, Ohio
Größe 186 cm
Gewicht 72 kg
Karriere
Disziplin Hürdenlauf
Bestleistung 47,02 s (400 m Hürden)
Verein Morehouse College / Team Adidas
Trainer Leroy Walker
Status zurückgetreten
Karriereende 1988
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 2 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Weltmeisterschaften 2 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Leichtathletik-Weltcup 3 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Goodwill Games 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Spiele
Gold Montreal 1976 400 m Hürden
Gold Los Angeles 1984 400 m Hürden
Bronze Seoul 1988 400 m Hürden
Logo der IAAF Weltmeisterschaften
Gold Helsinki 1983 400 m Hürden
Gold Rom 1987 400 m Hürden
Leichtathletik-Weltcup
Gold Düsseldorf 1977 400 m Hürden
Gold Montreal 1979 400 m Hürden
Gold Rom 1981 400 m Hürden
Logo der Good Will Games Goodwill Games
Gold Moskau 1986 400 m Hürden
 

Edwin Corley Moses (* 31. August 1955 in Dayton, Ohio) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Leichtathlet. Er startete im 400-Meter-Hürdenlauf und dominierte diese Strecke in den 1970er- und 1980er-Jahren. Er wurde unter anderem zweimal Olympiasieger, zweimal Weltmeister und stellte viermal einen neuen Weltrekord auf.

Leben[Bearbeiten]

Kindheit und Ausbildung[Bearbeiten]

Der in Dayton aufgewachsene Edwin Moses wurde als zweiter von drei Söhnen des Lehrerehepaares Irving und Gladys Moses geboren. Seine Eltern waren selbst dem Sport nachgegangen – Moses’ Vater war Footballspieler gewesen, seine Mutter war dem Tennis nachgegangen. Er kam zum ersten Mal mit der Leichtathletik an der Fairview High School in seiner Heimatstadt in Kontakt. Moses, der aufgrund von Rassenunruhen einmal seine Schule wechseln musste, galt jedoch in seiner Jugend als unscheinbar und wurde von Baseball- und Basketballtrainern ignoriert. Er erhielt eine umfassende Schulausbildung, interessierte sich für Musik, Kunst und die Naturwissenschaften. Nach seinem High-School-Abschluss wechselte Moses auf das renommierte Morehouse College in Atlanta, Georgia, wo er bis 1978 Physik studierte. Erst im Verlauf seines letzten College-Jahres 1975 kam in ihm der Wunsch auf, an den Olympischen Sommerspielen 1976 in Montreal teilzunehmen. Der Hobbyläufer versuchte mit theoretischen physikalischen Methoden seine Hürdenlauf-Technik zu verbessern und fand in dem militanten Baptistenpfarrer Reverend Lloyd Jackson einen ersten Betreuer und Berater.[1]

Dominanz in den 1970er- und 1980er-Jahren[Bearbeiten]

Moses im Jahr 1987

Erstmals auf sich aufmerksam machte Moses im März 1976 im 400-Meter-Hürdenlauf, als er bei den Florida Relays in Gainesville die Strecke in 46,1 Sekunden lief. Er begann bei Leroy Walker zu trainieren erzielte einen bis dahin nie bewältigten 13er-Rhythmus zwischen den Hürden auf seiner Spezialstrecke. Zwischen 1975 und 1987 sollte Moses den 400-Meter-Hürdenlauf prägen und blieb in 122 aufeinander folgenden Rennen über diese Distanz ungeschlagen. Am Anfang seiner Karriere wurde er durch sein äußeres Erscheinungsbild mit dunkler Sonnenbrille und Halskette oft mit der schwarzen Befreiungsbewegung in Verbindung gebracht, was er jedoch entschieden zurückwies.[1] Zu seinen Erfolgen zählen die Olympiasiege in Montreal 1976 und Los Angeles 1984, während er an den Spielen 1980 in Moskau aufgrund des Boykotts der westlichen Staaten nicht teilnehmen konnte. Bei den erstmals ausgetragenen Weltmeisterschaften in Helsinki 1983 gewann er ebenso den Titel auf seiner Paradestrecke wie vier Jahre später in Rom 1987. Zwischen 1976 und 1983 verbesserte er viermal den Weltrekord auf, zuletzt am 31. August 1983 beim Internationalen Abendsportfest in Koblenz auf 47,02 Sekunden. Diese Zeit sollte erst neun Jahre später durch Kevin Young unterboten werden. Hinzu kamen Siege beim Leichtathletik-Weltcup (1977, 1979, 1981) und den Goodwill Games (1986).

Bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles versprach er sich bei der Eröffnungsfeier beim Olympischen Eid. Im gleichen Jahr wurde Moses von der Zeitschrift Sports Illustrated zum Sportler des Jahres gewählt. Moses’ Siegesserie riss im Juni 1987 bei einem Wettkampf in Madrid, als er sich in 47,69 Sekunden seinem neun Jahre jüngeren Mannschaftskollegen Danny Harris (47,56 s) geschlagen geben musste und bei einem Sportfest in Paris stürzte. Nach seinem zweiten WM-Sieg reiste er ein Jahr später wieder als Favorit zu den Olympischen Spielen in Seoul.[1] Dort dominierte Moses klar Vorlauf und Halbfinale, ehe er sich im Finale hinter seinem Landsmann Andre Phillips (47,19 s) und dem Senegalesen Amadou Dia Ba (47,23 s) in 47,56 Sekunden nur mit Bronze begnügen musste. Im selben Jahr beendete er seine sportliche Karriere. Später angekündigten Comebacks für 1991 und 2004 kam er nicht nach.

Privatleben und Engagement nach Ende seiner Läufer-Karriere[Bearbeiten]

1982 heiratete Edwin Moses, der auch den Pilotenschein erwarb, die Berlinerin Myrella Bordt. Von der Kostümbildnerin griechisch-äthiopischer Abstammung trennte er sich 1991. Nach seiner Leichtathletik-Karriere geriet er in eine persönliche Krise, ordnete sein Leben neu und erwarb 1994 am Pepperdine College in Malibu (Kalifornien) einen Master in Betriebswirtschaftslehre.[1] Auch versuchte er sich als Bremser im Zweierbob. Dabei erreichte er 1990 einen dritten Platz beim Weltcup in Winterberg.

Später bekleidete Moses offizielle Ämter und engagierte sich für einen sauberen Sport; so gehörte er im Nationalen Olympischen Komitee der USA (USOC) der Anti-Doping-Kommission an. Bis 1996 war Moses auch Mitglied der Athletenkommission des IOC. Aus diesen Ämtern zog er sich jedoch zurück. 2004 strebte er ein Comeback in Athen an, das er aber wegen Knieproblemen aufgeben musste. Als Vorsitzender der Laureus World Sports Academy vergibt er jährlich den Laureus World Sports Award.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Edwin Moses – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Edwin Moses in der Datenbank von Sports-Reference.com (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Edwin Moses. In: Internationales Sportarchiv 32/2003 vom 28. Juli 2003, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 26/2012 (abgerufen via Munzinger Online).