Eferding

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Dieser Artikel behandelt die Stadt in Oberösterreich. Zum US-amerikanischen Bobybuilder siehe Stan Efferding.
Eferding
Wappen von Eferding
Eferding (Österreich)
Eferding
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Eferding
Kfz-Kennzeichen: EF
Fläche: 2,81 km²
Koordinaten: 48° 19′ N, 14° 2′ O48.31666666666714.033333333333271Koordinaten: 48° 19′ 0″ N, 14° 2′ 0″ O
Höhe: 271 m ü. A.
Einwohner: 3.920 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 1395 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4070
Vorwahl: 07272
Gemeindekennziffer: 4 05 03
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Stadtplatz 31
4070 Eferding
Website: www.eferding.at
Politik
Bürgermeister: Johann Stadelmayer (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(25 Mitglieder)
16 SPÖ, 4 ÖVP, 3 FPÖ,
2 Grüne
Lage der Stadt Eferding im Bezirk Eferding
Alkoven Aschach an der Donau Eferding Fraham Haibach ob der Donau Hartkirchen Hinzenbach Prambachkirchen Pupping St. Marienkirchen an der Polsenz Scharten Stroheim OberösterreichLage der Gemeinde Eferding im Bezirk Eferding (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick von Süden auf Eferding
Blick von Süden auf Eferding
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Efferding mit Schloss, Stich von Georg Matthäus Vischer von 1674
Stadtpfarrkirche Eferding
Stadtpfarrkirche Eferding (innen)
Schloss Starhemberg

Eferding ist eine Stadt in Oberösterreich mit 3920 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014), Bezirkshauptstadt des Bezirkes Eferding und Zentrum des Gerichtsbezirkes Eferding.

Eferding ist die drittälteste Stadt Österreichs (Stadtrecht seit 1222).

Geografie[Bearbeiten]

Eferding liegt auf 271 m Höhe im Eferdinger Becken im Hausruckviertel, ca. 2 km von der Donau entfernt. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 2,2 km, von West nach Ost 3 km. Die Gesamtfläche beträgt 2,8 km². Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden in Eferding.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte Eferdings reicht bis in die Römerzeit zurück, damals war Eferding Straßenknotenpunkt am Donaulimes, das vermutlich von einem Reiterkastell gesichert wurde. Die Donau war im Eferdinger Becken weit verzweigt und reichte bis zur Stadt heran.

Als die Bajuwaren im 6. Jahrhundert ins Land einwanderten, soll ein bajuwarischer Edelmann namens Efrito der Stadt ihren Namen gegeben haben. Wahrscheinlicher erscheint jedoch ihn vom niederdeutschen Evers (= Fluss, Schiff) abzuleiten, was bedeuten würde, ein Ort, wo Schiffe landen.

Die Nennung Eferdings im Nibelungenlied des Bischofs Pilgrim von Passau (971-991) weist auf eine überragende Bedeutung des Ortes und einer Kirche hin. 1145 findet sich die erste urkundliche Erwähnung eines Rantvicus plebanus de Efridinge, 1202 die eines Leutoldus plebanus de Efridinge.

Eferding ist eine der ältesten Städte Österreichs und erhielt im Jahr 1222 das Stadtrecht.

1367 erwarben die Schaunberger durch Kauf Stadt und Schloss. 1559 wurden, nach dem Aussterben der Schaunberger, durch Erbschaft die Starhemberger die neuen Territorialherren. Im Besitz des Fürsten Starhemberg ist das Schloss auch heute noch, in dem einst – so erzählt es das Nibelungenlied – Kriemhild auf ihrer Brautfahrt ins Hunnenland übernachtete.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Stadtpfarrkirche Eferding 'Eferdinger Dom'

1451 bis 1505 erbaut, spätgotisch; dreischiffige Hallenkirche, ob ihrer Mächtigkeit auch als Eferdinger Dom bezeichnet, hochbarocke und neugotische Altäre, spätgotische Skulpturen, Grabdenkmäler aus Spätgotik, Renaissance und Barock, bemerkenswerte seltene doppelarmige Wendeltreppe als Aufgang zum Chor, prächtiges, reich gestaltetes Doppelportal mit Steinfiguren auf der Südseite des Domes (Eingangsportal)

Schloss Starhemberg

Das Schloss geht auf das 13. Jahrhundert zurück (davor 1167 an dieser Stelle Erwähnung einer Burg). Gestaltung der Gartenfront 1784. Vorerst in Besitz der Schaunberger, ab 1559 der Starhemberger, ist es heute noch Sitz des Oberhauptes der Starhemberger. Das Schloss befindet sich im Zentrum auf der Nordseite des Stadtplatzes zwischen Stadtpfarrkirche und dem alten Stadtgraben (heute Mittlerer Graben). Im Schloss befinden sich zwei Museen:

  • Fürstlich Starhembergisches Familienmuseum: Das Museum zeigt unter anderem einen Tisch aus Mozarts Wiener Wohnung, an dem er die 'Zauberflöte' komponierte.
  • Stadtmuseum
Schifer'sches Erbstift und Spitalskirche

1325 erbaut, im Kern gotisch, Hochaltar aus dem Jahr 1623, mit einem bemerkenswerten Fassadenturm mit achtseitigem Pyramidenhelm, Fresken von um 1430 und einem Netzrippengewölbe in der Magdalenenkapelle aus der Hochgotik. Die Spitalskirche ist Teil des von Rudolf dem Schifer gestifteten Spitals (in dem sowohl Kranke gepflegt als auch Bedürftige aufgenommen wurden) und befindet sich auf dem Schiferplatz.

Stadtplatz

Der Stadtplatz mit der Dreifaltigkeitssäule und den Bürgerhäusern zählt zu den schönsten Plätzen Oberösterreichs. Die Bürgerhäuser, seit dem Mittelalter fast unverändert, bestehen aus einem erhaltenen spätgotischen Kern mit barocken und klassizistischen Fassaden.

Lebzelterhaus Vogl

Das schönste Bürgerhaus befindet sich auf dem Stadtplatz Nr. 27; seit 1683 Wachszieher- und Lebzelterhaus im Familienbetrieb, heute Café-Konditorei mit eigener Erzeugung; ursprünglich aus zwei gotischen Häusern bestehend, wurden die Fassaden im Laufe der Zeit zu einer einheitlichen barocken Front umgestaltet

Evangelische Kirche

1830-1833 erbaut, eines der wenigen unverändert erhaltenen evangelischen Bethäuser der Toleranzzeit; dreigeschossiger Bau mit rechteckigem flachtonnengewölbten, spätklassizistischen Saal (und heute wieder ohne Turm); befindet sich in der Schaumburgerstraße Nr. 17

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Eferding

Tourismus, Freizeit, Sport[Bearbeiten]

  • Donauradweg: Eferding liegt am Internationalen Donauradweg, der von der Donauquelle in Deutschland bis zur Mündung in das Schwarze Meer führt
  • Schwimmteiche: Im Umfeld der Stadt zur Donau hin befinden sich mehrere Schotterteiche, die im Sommer zum Schwimmen genützt werden können (freier Eintritt)
  • Erlebnisbad Eferding: Freibadeanlage
  • Skispringen: Die Energie AG-Skisprung Arena (Aigner-Schanze) befindet sich auf dem Gemeindegebiet von Hinzenbach und ist eine Normalschanze der Kategorie K 85.
  • Tennisanlage
  • Reiten
  • Eferdinger G'schichtnweg: 16 Stationen führen durch Eferding und erzählen Geschichten rund um die Stadt

1999 fand in Eferding die oberösterreichische Ortsbildmesse statt.[1]

2022 wird Eferding gemeinsam mit Peuerbach die Oberösterreichische Landesausstellung mit dem Thema "Vom Mikrokosmos zum Makrokosmos" veranstalten.

Wappen[Bearbeiten]

Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens: Gespalten von Silber und Rot; in gewechselten Farben eine durchgehende Zinnenmauer mit zwei Schießscharten, Rundbogentor mit hochgezogenem Fallgitter und zinnenbewehrtem Turm mit zwei halbrunden Fensteröffnungen. Die Gemeindefarben sind Blau-Rot.
Der wehrhafte Torbau in den Schaunberger-Farben Weiß-Rot kennzeichnet Eferding als ehemals befestigte Stadt, die bereits 1167 unter bischöflich-passauischer Grundherrschaft bürgerlichen Charakter besaß. Blau-Rot sind die Farben der Familie Starhemberg.

In manchen Abbildungen, wie zum Beispiel am ehemaligen Rathaus[2] von Eferding am Stadtplatz hält ein "Wilder Mann" das Stadtwappen.
Dies ist auf eine alte Sage zurückzuführen, die sich folgendermaßen zugetragen haben soll:

Die Sage vom Wilden Mann[2]

Vor Zeiten belagerten Räuber Eferding. Beutegierig setzten sie alles daran, die Stadt in ihre Hände zu bekommen. Was die Eferdinger Bürger auch unternahmen, es gelang nicht das Gesindel zu vertreiben. Schließlich musste sich der Stadtrat dem Unvermeidlichen beugen. Schweren Herzens wurde beschlossen, die Tore zu öffnen und die Stadt den Feinden zu übergeben.

Ein Schneider wollte sich damit nicht abfinden. Er bat den Stadtrat um einen Tag Frist. Die nutzte er, um mit seinen Gehilfen einen riesigen Strohmann zu bauen. Mit Fellen bekleidet, die Arme erhoben, mit langen Krallen an den Fingern, am Kopf mächtige Hörner, dazu ein weit aufgerissenes Maul – so erschreckte dieses gewaltige Ungetüm sogar die, die es gebaut hatten. Mit Seilen und Rollen wurde »der Wilde Mann« gegen Abend zum Schaunberger Tor bewegt. Alles in der Stadt war auf den Beinen. Auf das Kommando des Schneiders wurde in Pfeifen geblasen, Pfannen geschlagen, mit Blechbüchsen gescheppert, auf Töpfen getrommelt, Trompeten erklangen. Dazu brüllten, schrien und kreischten alle, so laut sie konnten.

Selbst die Belagerer vor der Stadt wurden auf den Lärm aufmerksam. Sie kamen zur Stadtmauer, um zu sehen, was denn da vor sich ging. Langsam richteten die Eferdinger den scheußlichen Strohmann auf. Als seine weit aufgerissene Fratze im Halbdunkel der Dämmerung hinter der Stadtmauer zum Vorschein kam, packte die Belagerer das Grauen. Entsetzt stürmten sie davon.

Die Eferdinger aber ließen ihren »Helden« hochleben. Als Träger des Stadtwappens ist der Wilde Mann selbst heute noch zu sehen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Eferding
Straße
Bahn
Bus
  • Bus 2002/06 Linz-Eferding-Passau (Linz-Eferding-Haibach-St.Agatha-St.Ägidi-Passau)
  • Bus 2014 Linz-Eferding-Peuerbach-Enzenkirchen
  • Bus 660 Wels-Bad Schallerbach-Eferding-Aschach (-Ottensheim-Linz)
  • Bus 664 Wels-Scharten-Eferding
  • Bus 662 Eferding-St.Marienkirchen-Prambachkirchen
  • Bus 8031 Eferding-Stroheim-Reith
  • Bus 8177 Leonding/Meixnerkreuzung-Pasching-Kirchberg-Eferding-Bad Mühllacken
Flugplatz Eferding
Schiff
  • In Brandstatt bei Eferding (2 km entfernt) befindet sich eine Donau-Schiffsanlegestelle
Flugzeug
  • Der Flugplatz Eferding (ICAO-Code LOLE) befindet sich in der Gemeinde Pupping und verfügt über eine Graspiste.
Rad.
  • Donauradweg: Eferding liegt am Internationalen Donauradweg, einem Radfernweg entlang der Donau - von der Quelle der Donau bis zu deren Mündung ins Schwarze Meer

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Otto Wutzel: Eferding. Antlitz einer alten Stadt. In: Oberösterreichische Heimatblätter 2(1948)4, S. 289-309 (Digitalisat; PDF; 1,3 MB)
  • Roland Forster: Das mittelalterliche und frühneuzeitliche Bürgerhaus in Oberösterreich. Eine bautypologische und bauhistorische Untersuchung am Beispiel der Stadt Eferding. Dissertation, TU Wien 2005 (Volltext)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ortsbildmesse 1999 in Eferding
  2. a b Die Sage vom Wilden Mann von Eferding in den vom 11. November 2011 abgerufen am 11. November 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eferding – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien