Effelsberg

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50.5166666666676.8686111111111450Koordinaten: 50° 31′ 0″ N, 6° 52′ 7″ O

Effelsberg
Höhe: 410–453 m
Fläche: 11,53 km²
Einwohner: 169 (1. Jan. 2008)
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 53902
Vorwahl: 02257
Effelsberg (Nordrhein-Westfalen)
Effelsberg

Lage von Effelsberg in Nordrhein-Westfalen

Effelsberg ist ein Stadtteil von Bad Münstereifel im Kreis Euskirchen, Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Effelsberg liegt im Ahrgebirge 8,8 km (Luftlinie) südöstlich von Bad Münstereifel bzw. direkt südöstlich von Lethert. Die Bebauung beider Nachbarorte geht ineinander über. Südwestlich vorbei am Ort verläuft in Nordwest-Südost-Richtung die Landesstraße 234. Östlich von Effelsberg entspringt der Spülsbach, der nach 1,2 km Fließstrecke in den aus Richtung Nordwesten aus dem Effelsberger Wald kommenden Effelsberger Bach (6,5 km lang) mündet.

Geschichte[Bearbeiten]

Effelsberg wurde erstmals 893 im Prümer Urbar unter dem Namen „Effellesbure“ urkundlich erwähnt.[1]

Seit dem 13. Jahrhundert gehörte Effelsberg den Grafen und späteren Herzögen von Jülich. Das Gericht Effelsberg, zu dem auch die Weiler Holzem, Lethert, Neichen und Scheuerheck gehörten, wurde im 1671 als jülichsche Unterherrschaft an die Herren von Orsbeck für 2000 Gulden verpfändet. Später übernahmen die Herren von Burtscheid-Büllesheim die Pfandschaft.[2][3] Im Jahr 1767 hatte Effelsberg mit den dazugehörenden Ortschaften insgesamt 911 Einwohner, die Gemarkung umfasste 1154 Hektar.[2]

Nach der Einnahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen (1794) gehörte die Gemeinde Effelsberg von 1798 bis 1814 zum Kanton Rheinbach im Rhein-Mosel-Departement. Auf dem Wiener Kongress (1815) wurde die Region dem Königreich Preußen zugesprochen. Unter der preußischen Verwaltung gehörte die Gemeinde Effelsberg von 1816 an zum Kreis Rheinbach, der von 1822 an Teil der Rheinprovinz war, und wurde von der Bürgermeisterei Münstereifel verwaltet.

Nach einer preußischen Statistik hatte die Gemeinde Effelsberg im Jahr 1885 insgesamt 489 Einwohner, die in 112 Häusern lebten. Alle Einwohner waren katholisch. Zur Gemeinde gehörten die Ortschaften und Wohnplätze Holzem (86 Einwohner, 15 Häuser), Holzemermühle (6 E., 1 H.), Lethert (89 E., 25 H.), Liersermühle (2 E., 1 H.), Neichen (64 E., 14 H.) und Scheuerheck (126 E., 28 H.).[4]

Am 1. Juli 1969 wurde die Gemeinde in die Stadt Bad Münstereifel eingemeindet; die genannten Ortschaften bilden seitdem eigene Stadtteile.[5]

Sehenswertes[Bearbeiten]

Im Ort befindet sich die katholische Pfarrkirche St. Stephan im Stil der Neugotik. Der ursprüngliche Bau befand sich einige hundert Meter entfernt auf dem jetzigen Gebiet des Friedhofes. Dieses Gebäude wurde 1886 zugunsten des jetzigen Baus abgerissen, das zwischen 1881 und 1883 errichtet wurde. Erstmals wurde die Pfarrkirche im Jahr 1222 im Kommentar zum Prümer Urbar erwähnt. Bis 1694 war sie an die Kirche St. Martin in Kirchsahr angegliedert. Diese Kirche war wiederum dem Stift St. Chrysanthus und Daria im damaligen Münstereifel zugehörig. Das Pfarrhaus wurde im Jahr 1784 vom Cradenbacher Hof nach Effelsberg verlegt. Für diesen Neubau setzte sich 1842 Pfarrer Michael Joseph Zinken ein.[3]

Sehenswert ist außerdem das Radioteleskop Effelsberg, das nordöstlich des Orts im Tal des Effelsberger Bachs steht und mit 100 m Spiegeldurchmesser zu den größten vollbeweglichen Radioteleskopen der Erde gehört.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christian von Stramberg, Anton Joseph Weidenbach: Denkwürdiger und nützlicher Rheinischer Antiquarius, Band 12, Teil 3, Coblenz: Hergt, 1866. S. 655 (Google Books)
  2. a b Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 275, 298, 299
  3. a b www.bad-muenstereifel.de, Stadtteil Effelsberg
  4. Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII Provinz Rheinland, Verlag des Königlich statistischen Bureaus (Hrsg.), 1888, S. 132 (digitalis.uni-koeln.de)
  5.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 87.