Efraín Ríos Montt
José Efraín Ríos Montt (* 16. Juni 1926 in Huehuetenango, Guatemala) ist ehemaliger Präsident von Guatemala. Sein Bruder ist Mario Enrique Ríos Montt.
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[Bearbeiten] Leben
[Bearbeiten] Aufstieg
Efraín Ríos Montt kam im März 1982 durch einen Putsch an die Macht und wurde im August 1983 von rivalisierenden Militärs wegen „Unzurechnungsfähigkeit“ abgesetzt. Unter Montts Herrschaft wurden viele Tausende Menschen, darunter zahlreiche Maya, ermordet. Etwa die Hälfte der von Militärs und Paramilitärs während des 36 Jahre dauernden guatemaltekischen Bürgerkrieges verübten Massaker fiel in die Herrschaftszeit Montts. Zu diesem Ergebnis kam die nach dem Ende des Bürgerkrieges 1996 eingesetzte Wahrheitskommision Comisión para el Esclarecimiento Histórico.[1]
Von 1994 bis 1995 war Montt nach dem Sieg der von ihm gegründeten Republikanischen Front (FRG) Parlamentspräsident. Bei der Präsidentenwahl im November 2003 trat er als Kandidat an, hatte jedoch keinen Erfolg. Seine Kandidatur war möglich geworden, nachdem das guatemaltekische Verfassungsgericht entschieden hatte, dass der in der Verfassung verankerte Ausschluss ehemaliger Putschisten vom passiven Wahlrecht für das Amt des Staatspräsidenten nicht für Montt gelte. Die Entscheidung wurde damit begründet, dass die Verfassung erst nach der Herrschaftszeit Montts beschlossen worden war.
[Bearbeiten] Strafverfolgung
Ein Richter in Guatemala-Stadt verhängte im Frühjahr 2004 im Zuge eines Verfahrens wegen Totschlags und Verschwörung Hausarrest über Montt. Dem General a. D. warf die Justiz vor, für den Tod des Journalisten Héctor Ramírez verantwortlich zu sein. Er war am Rande einer gewalttätigen Kundgebung von Montt-Anhängern im Juni 2003 an einem Infarkt verstorben.
Montts Tochter Zury Rios Sosa heiratete am 20. November 2004 den in der lateinamerikanischen Politik einflussreichen US-Abgeordneten Jerry Weller (Republikanische Partei, Illinois).[2]
Seit dem 7. Juli 2006 gibt es einen Haftbefehl für Ríos Montt.
Gegen Montt wurde am 26. Januar 2012 in Guatemala-Stadt wegen Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein Verfahren eröffnet. Dabei geht es um elf Massaker mit 1.171 ermordeten Personen und 1.485 vergewaltigten Frauen. Die Vorkommnisse sollen sich in den Maya-Gemeinden San Juan Cotzal, San Gaspar Chajúl und Santa María Nebaj in der Provinz Quiché zwischen 1982 und 1983 im Zuge der Armeeoperationen Victoria 82 und Firmeza 83 ereignet haben. Montt habe diese Verbrechen „entworfen, geplant, genehmigt und überwacht“.[3]
[Bearbeiten] Weblinks
- Ríos Montt: Record of Human Rights Abuses in Guatemala bei www.law.org
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ REMHI Zusammenfassung des Berichts des interdiözesanen Projekts: Wiedergewinnung der geschichtlichen Wahrheit
- ↑ http://www.chicagoreader.com/features/stories/jerryweller/
- ↑ Cecibel Romero: Ehemaliger Diktator unter Hausarrest. In: die tageszeitung. 27. Januar 2012, abgerufen am 30. Januar 2012 (deutsch).
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
| Fernando Romeo Lucas García | Präsident von Guatemala 23. März 1982–8. August 1983 |
Óscar Humberto Mejía Víctores |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ríos Montt, Efraín |
| ALTERNATIVNAMEN | Ríos Montt, José Efraín (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | guatemaltekischer Präsident (1982–1983) |
| GEBURTSDATUM | 16. Juni 1926 |
| GEBURTSORT | Huehuetenango, Guatemala |