Efteling

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Efteling
Eingangsgebäude

Eingangsgebäude

Ort Kaatsheuvel/Nordbrabant
Eröffnung 31. Mai 1952
Besucher 4,15 Millionen[1] (2013)
Fläche 72 Hektar
Personal 2000[2] (davon die Hälfte vollzeitbeschäftigt)
Website www.efteling.com
Efteling (Niederlande)
Efteling
Efteling
Lage des Parks

51.6502777777785.0480555555556Koordinaten: 51° 39′ 1″ N, 5° 2′ 53″ O

Efteling ist ein Freizeitpark in der niederländischen Provinz Nordbrabant. Er liegt bei Kaatsheuvel zwischen Waalwijk und Tilburg.

Der Park war im Jahr 2013 gemessen an den Besucherzahlen der größte Freizeitpark der Niederlande und der fünftgrößte Freizeitpark Europas.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

De Efteling hat seine Ursprünge im Jahre 1935 mit der Eröffnung eines Sport- und Wanderparks. Nachdem das Projekt über die Kriegsjahre eingeschlafen war, gründete sich 1950 die Stichting Natuurpark de Efteling (Stiftung Naturpark Efteling), die sich der Wiedererrichtung des Parkes annahm. Nachdem bereits 1951 ein noch heute existierender Teich ausgehoben und ein Teehaus errichtet wurde, erfolgte am 31. Mai 1952 die Eröffnung des Märchenwaldes – ein Datum, das vom Park heute als sein offizielles Gründungsdatum angesehen wird.

Im Märchenwald des Parks gab es zur Eröffnung insgesamt zehn Märchen zu sehen, die unter der Leitung des niederländischen Künstlers Anton Pieck ausgestaltet wurden. Zu den Märchen der frühen Jahre gehören unter anderem Dornröschen, Rotkäppchen, Froschkönig, Frau Holle, Schneewittchen und die Chinesische Nachtigall.

Anton Pieck blieb bis ins Jahr 1974 hauptverantwortlicher Gestalter für neue Attraktionen im Park. So folgten etwa 1958 Der fliegende Fakir, die Darstellung eines für diese Attraktion verfassten Märchens, die aufgrund der aufwendigen technischen und gestalterischen Umsetzung in der damaligen Zeit als Sensation angesehen wurde sowie 1966 die Indischen Wasserlilien, die ein Märchen der belgischen Königin Fabiola umsetzten.

Als sich Anton Pieck in den 1970er Jahren mehr und mehr zurückzog, und sein langjähriger Assistent Ton van de Ven den Posten des Creative Director übernahm, begann der Wandel des Eftelings von einem reinen Märchen- und Naturpark zu einem modernen Freizeitpark. Ursache hierfür war unter anderem auch die wachsende Konkurrenz durch die neu gegründeten Freizeitparks Slagharen und Walibi.[3] Im Zuge dieses Wandels wurden Attraktionen, wie die Python (1981), die mit ihren vier Inversionen ihrerzeit die größte und schnellste Achterbahn auf dem europäischen Festland war, die Schiffsschaukel Halve Maen (1982), und der erste Rapid River Europas, die Piraña (1983) eröffnet.

Nur wenige Jahre nach dem Beginn dieser Investitionsoffensive, setzte ein weiterer Prozess ein, der sich des historischen Erbes des Parks um Gestalter Anton Pieck bediente. So können die Eröffnung des orientalisch thematisierten Dark Rides Fata Morgana (1986), sowie die Eröffnung des Dark Rides Carnaval Festival durchaus als Schritte angesehen werden, die das auf junge Besucher ansetzende Thrill-Konzept um die traditionellen Elemente des alten Eftelings erweiterte. Zu Beginn der 1990er Jahre wurde mit Pegasus (1991), der ersten Holzachterbahn der Niederlande, sowie der um ein Jahr verspäteten Jubiläumsattraktion Droomvlucht (1993; deutsch: „Traumflug“) vom Typ Darkride diese Synthese weiter bekräftigt – mit Erfolg, denn neben steigenden Besucherzahlen winkte 1992 auch der Applause Award, der Preis für den besten Freizeitpark der Welt.

Seither entschied sich De Efteling gewöhnlich für eine Kombination aus technischer und gestalterischer Besonderheit, wie das erste Mad House der Welt, die Villa Volta (1996) sowie die Dunkelachterbahn Vogel Rok zeigen. Im Jahr 2002 folgte das 4D-Kino Panda Droom, sowie 2007 der Fliegende Holländer, einer Kombination aus Wasserachterbahn und Dark Ride.

Eingang zum Darkride Droomvlucht (Traumflug)

Der Märchenwald, der auch heute noch das eigentliche Kernstück des Parkes darstellt, wurde seit seiner Eröffnung 1952 laufend erweitert und konnte sich in regelmäßigen Abständen neuer Darstellungen erfreuen, wie in den 90ern und 2000er Jahren etwa durch Das Mädchen mit den Schwefelhölzern (2004), Rumpelstilzchen (1998) sowie Rapunzel (2001).

Parallel hierzu besteht Efteling seit Beginn der 1990er Jahre nicht nur noch aus dem eigentlichen Parkgelände, sondern bietet auch auf anderen Ebenen Produkte und Attraktionen an. Ab dem Jahr 1992 bot das Efteling-Hotel die Möglichkeit, nahe dem Park zu übernachten und den Park an mehreren Tagen hintereinander zu besuchen. Auch der Ende 2009 eröffnete Ferienhauspark Bosrijk (deutsch: „Waldreich“) dient diesem Zweck. Weiterhin besteht seit 2002 das Theater de Efteling (bis 2008: Efteling Theater), das seit August 2008 nur noch außerhalb der Parköffnungszeiten Schauplatz für Musicals und andere musikalische Aufführungen ist.

Weitere neue Geschäftsfelder für den Freizeitpark sind seit der zweiten Hälfte der 2000er Jahre zudem verschiedene Medien: 2008 ging das sogenannte Efteling Radio auf Sendung; die erste parkeigene Serie Sprookjesboom (deutsch: „Märchenbaum“) ist seit 2006 in den Niederlanden ein großer Erfolg und wird seit 2009 auch in Deutschland auf dem regionalen Fernsehsender NRW.TV gesendet. Langfristig soll laut Vorstandsvorsitzendem Bart de Boer auch ein eigener Fernsehsender gegründet werden.[4]

Nach kleineren Investitionen im Märchenwald (Sprookjesboom, 2009 und Aschenputtel, 2010) folgten in den Jahren von 2010 bis 2012 jeweils große neue Angebote und Attraktionen. Im Juli 2010 wurde die zweistreckige Racing-Holzachterbahn Joris en de Draak in Betrieb genommen, die die überholte Holzachterbahn Pegasus ersetzte. Im April 2011 fand im Freilichttheater Raveleijn, das bereits seit November 2010 Sitz der Verwaltung war, die erste Aufführung einer neuen Parkshow statt.

Zur 60-jährigen Geburtstagsfeier am 1. Juni 2012 eröffnete im Park die 17 Millionen Euro teure Wassershow Aquanura. Die Attraktion, die vom amerikanischen Hersteller WET konzipiert wurde, entstand auf einem See an der Themenfahrt Fata Morgana. Laut Angaben des Parks ist sie die größte Wassershow Europas und die drittgrößte Wassershow der Welt.[5] In der zweiten Jahreshälfte 2012 folgte ein weiteres Märchen im Märchenwald – Des Kaisers neue Kleider [6].

Investitionen[Bearbeiten]

Szene aus der Show Raveleijn.
Vogel Rok im Reizenrijk
De Vliegende Hollander

Für die nähere Zukunft plant De Efteling weitere Investitionen. Für das Jubiläumsjahr 2012 hatte sich Efteling ursprünglich den Bau seines insgesamt vierten Dark Rides vorgenommen – doch nur wenige Wochen nach der Bekanntgabe wurde klar, dass die Planungs- und Bauphase für den Hartenhof[7] länger dauern würde, als gedacht. Mit der Eröffnung der Attraktion, die voraussichtlich 42,5 Millionen Euro kosten wird, auf dem Efteling Brink, dem zentralen Platz im Park, errichtet werden soll und die Geschichte das Parkmaskottchen Pardoes näher beleuchtet, steht noch auf der Agenda bis 2020, wird aber weniger intensiv verfolgt.[8]

Für 2015 plant der Park die Eröffnung eines Dive Coasters mit dem Namen Baron 1898. Die Attraktion soll einen freien Fall von 37,5 Meter beinhalten und eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h erreichen.[9]

Der Park[Bearbeiten]

Aufteilung des Parkgeländes[Bearbeiten]

Ursprünglich gab es vier nach den Himmelsrichtungen benannte Bereiche im Park, wobei sich im Westen mit dem Märchenwald die meisten Attraktionen befanden. Anfang der 1990er Jahre entschloss man sich, den Park in vier Reiche aufzuteilen, die sich aber in ihrer Gestaltung kaum unterscheiden. Einzig die Thematik der Attraktionen weisen eine gewisse Verbindung zu dem Reich auf, in dem sie jeweils errichtet wurden.

Reiche im Park[Bearbeiten]

Das Marerijk (Märchenland) befindet sich im nordwestlichen Teil des Parkes. Es schließt unter anderem den Darkride Droomvlucht sowie das Mad House Villa Volta ein. Des Weiteren befindet sich der für den Park bedeutende Märchenwald im Marerijk. Im Nordosten des Parkes ist das Reizenrijk (Reisenland) zu finden. In dem wohl kleinsten der vier Bereiche stechen insbesondere die Dunkelachterbahn Vogel Rok, sowie der Dark Ride Carnaval Festival hervor. Das „Anderrijk“ (Andersland) schließt im Südwesten Attraktionen ein, die sich thematisch mit anderen Kulturen beschäftigt. Zum Anderrijk gehören sowohl Attraktionen wie die Wildwasserbahn Pirana oder die (Schweizer) Bobbaan, als auch die (morgenländische) Fata Morgana. Die meisten Thrill-Attraktionen befinden sich im Abenteuerland Ruigrijk (Sagenland), welches im Südosten Eftelings gelegen ist. Hierzu zählen unter anderem die Loopingachterbahn Python, der „Achterbahn-Darkride“ De vliegende Hollander sowie die Holzachterbahn Joris en de draak.

Attraktionen[Bearbeiten]

Derzeit befinden sich 36 Attraktionen auf dem 72 Hektar großen Parkgelände.

Verschiedenes[Bearbeiten]

Weitere Reiche[Bearbeiten]

Das Poorthuys des Bosrijk

Neben den vier großen Parkreichen existieren noch drei weitere Reiche, die jeweils unterschiedliche Geschäftsbereiche des Eftelings umschreiben: Das Bosrijk, das Torenrijk und das Uitrijk.

Das Bosrijk (Waldreich) ist ein 2009 eröffneter Ferienhauspark unmittelbar neben dem Parkgelände, der primär für mehrtägige Besuche des Parks genutzt wird.

Das Torenrijk (etwa: Reich der Türme) umfasst sowohl das 1992 eröffnete Efteling Hotel, als auch den 1995 errichteten Efteling Golfpark.

Das Uitrijk (etwa: Reich am Ausgang) befindet sich unmittelbar am Parkeingang. Zu ihm gehören das Eintrittsgebäude, das Haus der fünf Sinne sowie das Efteling Theater.

Der geplante Darkride Hartenhof wird einem neuen Themengebiet angehören, dem Rijk der Fantasie (etwa: Reich der Fantasie).

Besucherzahlen[Bearbeiten]

Zählte der Park im Eröffnungsjahr noch 223.000 Besucher,[10] so besuchen ihn inzwischen jährlich 4.200.000 Menschen.[1] Im Jahr 2009 wurde zudem der einhundertmillionste Besucher empfangen.[11]

Holle Bolle Gijs[Bearbeiten]

Efteling ist bekannt für seine insgesamt 13 weiträumig über den Park verteilten sprechenden Abfalleimer (niederländisch: Holle Bolle Gijs), die in der Form von Märchenfiguren „Papier hier! Papier hier!“ rufen und, nachdem man etwas hineingeworfen hat, sich mit einem „Dank u wel“ (sinngemäß: „Vielen Dank“ oder „Dankeschön“) bedanken.

Finanzen[Bearbeiten]

Der Park konnte im Jahr 2011 einen Umsatz von 144 Millionen Euro[12] aufweisen. Gegenüber dem Vorjahr (130 Millionen Euro)[13] bedeutet dies eine Steigerung um 10,77 Prozent.

Indes sank jedoch der Bruttogewinn des Unternehmens im Vergleich zum Vorjahr: Noch 2010 konnte ein Gewinn von 11,4 Millionen Euro[13] erzielt werden – in diesem Jahr sank die Summe um circa 18 Prozent auf nur noch 9,1 Millionen Euro[12].

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Parkgeschichte[Bearbeiten]

  •  Henk vanden Diepstraten: Kroniek van een Sprookje. Tirion, Baarn 2002, ISBN 978-90-4390-416-2.
  •  André Sonneville: "Mam, een duppie voor de kip?". De Efteling, Kaatsheuvel 1992.
  •  Bob Venmans: Het Sprookje van De Efteling. Elsevier, Amsterdam/Brüssel 1962.
  •  'Zijn we d'r al?'. Unieboek, Houten 2012, ISBN 978-90-0030-570-4.

Attraktionen[Bearbeiten]

  •  Dimp Nelemans: "Mam, ik wil het paard!". De Efteling stoomcarrousel 100 jaar draaiend. De Efteling, Kaatsheuvel 1995.
  •  De vliegende Hollander. Hoe een sage tot leven kwam. 2008.

Personen[Bearbeiten]

  •  Ben van Eysselsteijn, Hans Vogelsang: Anton Pieck. Zijn Leven, zijn Werk. 4 Auflage. Zuid-Hollandsche Uitgeversmaatschappij, Amsterdam 1981, ISBN 978-90-2350-338-5.
  •  Rob Smit: Peter Reijnders, 1900–1974. Biografie. SST producties, Eindhoven 1990.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Efteling – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Märchwald (Sprookjesbos) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: De Efteling – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Global Attractions Attendance Report 2013. TEA, abgerufen am 2. Juli 2014 (PDF, englisch).
  2. In Zauberhaft genommen. Deutsch, abgerufen am 10. März 2010
  3. Interview mit G.F.M. Rieter, dem ehemaligen Vorsitzenden der Stiftung „Naturpark Efteling“, April 1993. Abgerufen am 25. Mai 2010
  4. Efteling plant eigenen TV-Sender. Deutsch, abgerufen am 10. August 2010
  5. Efteling baut größte Wassershow Europas. Deutsch, abgerufen am 23. April 2011
  6. De nieuwe Kleren van de Keizer ab jetzt im Sprookjesbos. Deutsch, abgerufen am 13. August 2014
  7. Neue Attraktion 2012: Hartenhof. Deutsch, abgerufen am 21. Mai 2010
  8. Efteling baut Dive Coaster und erweitert Bosrijk. Deutsch, abgerufen am 13. August 2014
  9. Duane Marden: Baron 1898. rcdb.com, abgerufen am 17. Oktober 2014.
  10. Geschichte Efteling von 1933 bis 1979. Niederländisch, abgerufen am 8. März 2010
  11. Magische Besucheranzahl. Niederländisch, abgerufen am 8. März 2010
  12. a b Finanzen 2011: Fast zehn Prozent Umsatzsteigerung. Deutsch, abgerufen am 8. April 2013
  13. a b Finanzen 2010: Umsatz wächst, Gewinn sinkt. Deutsch, abgerufen am 13. November 2011
  14. Efteling Jahrbuch 2005/06
  15. Liste der „LISEBERG APPLAUSE AWARD – International” Gewinner der IAAPA
  16. Liste der Preisträger der THEA Awards 2004