Egau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Egau
Vorlage:Infobox Fluss/KARTE_fehlt
Die Egau in Ballmertshofen

Die Egau in Ballmertshofen

Daten
Gewässerkennzahl DE: 1174
Lage Baden-Württemberg, Bayern
Flusssystem Donau
Abfluss über Donau → Schwarzes Meer
Quelle in Neresheim
48° 45′ 9″ N, 10° 19′ 56″ O48.752510.332222222222491
Quellhöhe 491 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
QuellschüttungVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen MHQ
700 l/s
Mündung bei Höchstädt in die Donau48.60388888888910.585555555556410Koordinaten: 48° 36′ 14″ N, 10° 35′ 8″ O
48° 36′ 14″ N, 10° 35′ 8″ O48.60388888888910.585555555556410
Mündungshöhe 410 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 81 m
Länge 44,3 km[1]
Abfluss am Pegel Wittislingen[2]
AEo: 340 km²
Lage: 14 km oberhalb der Mündung
NNQ (15.02.1963)
MNQ 1958/2006
MQ 1958/2006
Mq 1958/2006
MHQ 1958/2006
HHQ (14.04.1994)
400 l/s
777 l/s
1,9 m³/s
5,6 l/s km²
12,9 m³/s
31,3 m³/s
Durchflossene Stauseen Härtsfeldsee
Kleinstädte Neresheim, Dillingen an der Donau
Gemeinden Dischingen, Ziertheim, Wittislingen

Die Egau ist ein 44 Kilometer langer, linker Zufluss der Donau in Baden-Württemberg und Bayern. In älterer Literatur wird das Gewässer auch als Egge bezeichnet.[3]

Geographie[Bearbeiten]

Egau-Ursprung[Bearbeiten]

Der Egau-Ursprung

Sie entspringt in einem mit einer Natursteinmauer umfassten Quelltopf südlich der Stadt Neresheim im Härtsfeld in der Nähe des Friedhofes auf knapp 495 m ü. NN.[4] Die Quelle kann bis zu 600 l/s schütten. Der abfließende Bach mündet nach wenigen Metern in einen längeren, durchs Kuchener Tal vom westlich gelegenen Großkuchen herkommenden Quellast, der aber oft komplett versiegt.

Verlauf[Bearbeiten]

Die Egau zieht beständig in Richtungen zwischen Ost und Süd. In der Nähe des Dischinger Wohnbezirks Katzenstein durchfließt sie den Härtsfeldsee. Kurz vor der Landesgrenze nach Bayern passiert sie die Buchbrunnenquelle, die die Wasserführung des Flusses vor dem Bau des dortigen Wasserwerkes erheblich verstärkte. Unmittelbar nach der Grenze läuft dem Fluss von links beim Ziertheimer Ortsteil Dattenhausen der Lohgraben zu; an gleicher Stelle teilt sich der Fluss in die Egau und in die künstlich angelegte Riedegau. Die beiden Flüsse fließen zunächst parallel zueinander, kreuzen sich dann aber zwischen Ziertheim und Dattenhausen mithilfe einer Brücke. Von da ab führt der künstlich angelegte Fluss den Namen Haldengraben. Nach insgesamt 1,6 km vereinen sich die beiden Flüsse wieder auf Höhe der östlichen Ortsgrenze Ziertheims. Kurz danach entwässert das Naturschutzgebiet Dattenhauser Ried über den rechten Rostelbach in sie. Kurz vor Dillingen-Donaualtheim mündet von rechts der Breitlegraben, hier liegt die Donau nur mehr drei Kilometer im Süden der Egau, die hier nun nach Osten läuft und sich dieser in recht flachem Winkel nähert. Im Osten Dillingens läuft der Zwergbach ebenfalls von rechts zu. Nach Steinheim erreicht sie das linke Ufer der Donau und fließt daraufhin noch weitere 2 Kilometer parallel zu dieser innerhalb deren linkem Hochwasserdamm. Erst unterhalb der Staustufe Höchstädt mündet die Egau auf 410 m ü. NN[5] von links in die Donau.

In Schabringen leitet bei Hochstand der Egaugraben einen Teil des Egau-Wassers nach links und Osten ab an den Südrand des Unteren Rieds, es erreicht über den Pulverbach und dann den Klosterbach die Donau etwa 9½ Kilometer weiter talabwärts ein Stück weit unterhalb der Schwenninger Staustufe auf 404 m ü. NN.[6]

Durchschnittlich fließen über die Egau ein bis zwei Kubikmeter pro Sekunde ab.

Orte am Fluss[Bearbeiten]

Zuflüsse[Bearbeiten]

  • Wildbach (links)
  • Katzensteiner Bach (links)
  • Fleinheimer Bach (rechts)
  • Bach aus der Gallengehrenquelle (rechts)
  • Überlauf der Buchbrunnenquelle (rechts)
  • Grabnatgraben (links)
  • Lochfeldgraben (links)
  • Rostelbach (rechts)

Egaugraben (links)

  • Breitlegraben (rechts)
  • Zwergbach (rechts)

Egauwasserwerk[Bearbeiten]

Im Jahr 1929 erwarb die Landeswasserversorgung die Buchbrunnenquelle im Egautal bei Dischingen. Diese Quelle wird von manchen fälschlicherweise Egau-Ursprung genannt; sie schüttet durchschnittlich 927 l/s[7] (min. 623 max. 1.470 l/s) und ist der Hauptzufluss der Egau. Nach umfangreichen Erkundungsmaßnahmen beschloss die Landeswasserversorgung im Jahr 1952, die Buchbrunnenquelle für die öffentliche Trinkwasserversorgung zu nutzen. Das Egauwasserwerk ging nach einer Bauzeit von vier Jahren im Jahr 1957 in Betrieb. Abhängig von der Egauwasserführung dürfen bis zu 800 Litern pro Sekunde entnommen werden. Das Karstquellwasser der Buchbrunnenquelle hat von Natur aus eine sehr gute Qualität. Nur nach lang anhaltend starken Niederschlägen und während der Schneeschmelze kommt es zu mineralischen Trübungen des Quellwassers. Mit dem Bau der Bundesautobahn 7 durch das Wasserschutzgebiet der Buchbrunnenquelle mussten jedoch in den Jahren von 1982 bis 1984 die Aufbereitungsanlagen im Egauwasserwerk zur vorbeugenden Sicherung der Trinkwasserqualität erweitert werden. Die vorhandene Sandfiltration wurde durch eine leistungsfähigere Flockungsfiltration über Zweischicht-Sandfilter ersetzt. Es folgen eine Oxidationsstufe mittels Ozon, eine Aktivkohlefiltration und aus Sicherheitsgründen eine Desinfektion des Trinkwassers. Im Egauwasserwerk wurde in den Jahren von 1993 bis 1995 eine Entcarbonisierungsanlage gebaut. Diese enthärtet das Karstquellwasser, das aufgrund der geologischen Gegebenheiten eine natürliche Härte von 18,5 °dH aufweist, auf rund 13,5 °dH.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Egau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zentraler Kartenserver der LUBW
  2. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Donaugebiet 2006. Einzelblatt Pegel Wittislingen. Bayerisches Landesamt für Umwelt, abgerufen am 15. Februar 2013 (PDF, deutsch, Auf: hnd.bayern.de).
  3. So beispielsweise in: Franz Eugen Joseph Anton von Seida und Landesberg: Historisch-chronologische Darstellung des wichtigen Feldzugs in Teutschland im Jahre 1800, Seite 188. Leipzig 1802, abgefragt am 12. Juli 2011
  4. Nach dem Höghenliniebild der Topographischen Karte 1:25.000.
  5. Übereinstimmende Höhenangabe im Unterwasser der Höchstädt und im Oberwasser er Schwenninger Staustufe auf dem BayernViewer BayernViewer
  6. Höhenangabe unterhalb der Schwenninger Staustufe auf dem BayernViewer BayernViewer. Viel weiter talab vor der Donauwörther nennt er eine Höhe von 403,7.
  7. Landesamt für Geologie am Regierungspräsidium Freiburg