Egg ZH

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ZH ist das Kürzel für den Kanton Zürich in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Eggf zu vermeiden.
Egg
Wappen von Egg
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Usterw
BFS-Nr.: 0192i1f3f4
Postleitzahl: 8132
Koordinaten: 694698 / 23979347.3022198.690832545Koordinaten: 47° 18′ 8″ N, 8° 41′ 27″ O; CH1903: 694698 / 239793
Höhe: 545 m ü. M.
Fläche: 14.48 km²
Einwohner: 8305 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 547 Einw. pro km²
Website: www.egg.ch
Egg ZH.jpg

Karte
Zürichsee Greifensee Pfäffikersee Bezirk Bülach Bezirk Dielsdorf Bezirk Hinwil Bezirk Horgen Bezirk Meilen Bezirk Pfäffikon Bezirk Zürich Dübendorf Egg ZH Fällanden Greifensee ZH Maur Mönchaltorf Mönchaltorf Schwerzenbach Uster Volketswil Wangen-BrüttisellenKarte von Egg
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Egg ist eine politische Gemeinde im Bezirk Uster des Kantons Zürich in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In Blau ein aus silbernen Wolkenflanken hervorbrechendes silbernes Treuhandpaar

Die Gestaltung des Wappens hat ihren Ursprung im Gedankengut der Französischen Revolution und soll die Parole «Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit» symbolisieren.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Egg ZH liegt zwischen dem Greifensee und dem Pfannenstiel und besteht aus den drei Dörfern Hinteregg, Egg und Esslingen. Die Gemeinde wird ergänzt durch die Aussenwachten Rällikon, Inner- und Usser-Vollikon, Niederesslingen, Rohr, Schaubigen, Eichholz, Neuhaus und Guldenen. Die Fläche beträgt 1450 ha; davon sind per 2007 57.2 Landwirtschaft, 23% Wald, 13.6& Siedlung und 5.2% Verkehr.[3] Der tiefste Punk der Gemeinde liegt in Rällikon auf 437 m.ü.M, der höchste Punkt in Chnabenhans auf 843 m.ü.M.[4] Die Gesamtlänge der Gemeindegrenze beträgt 22.5 km [4].

Nachbargemeinden und Grenzabschnitte [4]
Nachbargemeinde Grenzabschnitt (in km)
Maur 4.6
Herrliberg 1.0
Meilen 3.0
Uetikon 1.5
Oetwil am See 4.5
Grüningen 0.5
Gossau 1.5
Mönchaltorf 6.0

Bevölkerung[Bearbeiten]

Per 1. Januar 2013 lebten 8’319 in der Gemeinde Egg. Davon lebten 1’523 in Hinteregg, 5’118 in Egg, 1’736 in Esslingen und 16 in Guldenen (Forch). Zu diesem Zeitpunkt gab es in der Gemeinde 5’491 Stimmberechtigte[5] und ca. 3739 Haushaltungen[4]. Per Steuerperiode 2009 lebten in Egg 3619 steuerpflichtige Personen. Das durchschnittliche Einkommen pro Monat lag bei Fr. 7987.- mit durchschnittlichen Gemeindesteuern pro Monat von Fr. 722.-[6]

Bevölkerungsentwicklung [4]
Jahr Einwohnerzahl Ausländeranteil in %
1634 899
1699 1245
1850 2523
1900 2309
1950 2439
1960 3018
1970 5250
1990 6501 13.4
2000 7386 15.0
2002 7691 16.1
2006 7830 16.5
2010 8031 17.7
2012 8319 18.3[5]
2013 8393 18.7[5]

Politik[Bearbeiten]

Mitglieder des Egger Gemeinderates (Stand 2014)[7]
Name Amtsantritt Departement Partei
Rolf Rothenhofer 2002 Gemeindepräsident + Liegenschaften parteilos [8]
Tobias V. Bolliger 2002 Finanzen FDP [9]
Matthias (This) Menzi 2010 Gesundheit und Landwirtschaft SVP [10]
Silvano Murchini 2010 Bau- und Planung FDP [9]
Maja Gonseth 2014 Sicherheit FDP [10]
Markus Ramsauer 2010 Infrastruktur SVP [11]
Corinne Huber 2014 Vizepräsidentin + Soziales proEgg [12]
Parteienstärke Kantonsratswahlen 2011 [13]
Partei %
SVP 34.7
SP 14.4
FDP 13.7
GLP 11.8
GP 8.8
BDP 5.7
CVP 4
EDU 2.8
EVP 2.3
SD 0.9
AL (Alternative Liste) 0.5

Spezielles; Corinne Huber (proEgg) bekam 843 Stimmen, genau gleich viel wie Andreas Schmid von der (SVP). Aufgrund des Losglücks zieht Corinne Huber (proEgg) in den Gemeinderat ein.

Kirchen[Bearbeiten]

Reformierte Dorfkirche in Egg

Per 1. Januar 2013 waren 42 % der Bevölkerung evangelisch-reformiert, 29 % römisch-katholisch, und 15 % konfessionslos. 14 % gehörten anderen Konfessionen an[4].

An der Sitzung vom 7. März 2013 wurden die Resorts der Evangelisch Reformierte Kirchgemeinde Egg wie folgt verteilt[14]:

  • Präsidentin: Lydia Schiratzki-Grassi
  • Vizepräsidentin: Susanna Wuffli
  • Vizepräsidentin: II Anneliese Graf
  • Diakonie: Theres Ruef
  • Erwachsenenbildung: Theres Ruef
  • Finanzen: Anneliese Graf
  • Gottesdienst und Musik: Susanna Wuffli
  • Jugend und Bildung: Esther Feller
  • Liegenschaften: Pascal Keller
  • Ökumene: Sonja Guthauser

Präsident bei der Katholischen Kirche ist Louis Landolt[15]. Ausserdem für die Kirchenpflege zuständig sind:

  • Angelika Quirici-Müller
  • Thomas Reichl
  • Hans-Jörg Saner
  • Albert Sicker
  • Armin Studer

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt vier Schulen in der Gemeinde Egg: Zentrum, BüHiKi, Esslingen und Oberstufe. Ausserdem verfügt die Gemeinde seit 1971 über eine Dorfbibliothek.[16]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist durch die Forchbahn an das Zürcher S-Bahn-Netz angeschlossen. Die Forchbahn hat sechs Haltestellen: Esslingen, Emmat, Langwies, Egg, Hinteregg und Neuhaus.

Eine Buslinie wird durch die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) betrieben:

Egg liegt ausserdem an der Autostrasse A52, die von Zumikon nach Hinwil führt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Bis 2008 hatte Die Firme Pelikan eine Zweigniederlassung in Egg.[17] Ausserdem hat die Firma Nikon seit 2009 ihren Schweizer Hauptsitz in Egg.[18]

Geschichte[Bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten]

Grabfunde aus der späten Bronzezeit sind die ältesten Zeugnisse menschlicher Besiedlung in Egg.[19]

Mittelalter[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung von Egg findet sich in einer in Latein verfassten Schenkungsurkunde datiert auf den 27. Januar 775. In diesem Schreiben vermacht ein Landbesitzer seine Güter in Egg (genannt Eccha) dem Kloster St. Gallen. Die Kirche Egg ist als Hofbesitz des Klosters St. Gallen 885 urkundlich erwähnt. 972 erwarb dann auch das Kloster Einsiedeln einen Güterkomplex in Egg,. Einsiedeln jedoch verlor um 1230 seinen Grundbesitz rund um das Lehen Grüningen, zu dem auch Egg gehörte, an das Kloster St. Gallen. Nebst diesen Güterkomplexen verzeichnet das Habsburger Urbar aber auch die Ansiedlung von freien Bauern in der Gegend um Hinteregg. Infolgedessen hiess Hinteregg bis ins 17. Jahrhundert "Fryenegg". [19]

1253 übertrug das Kloster St. Gallen Lüthold VI. aus dem Geschlecht der Regensberger die Vogteirecht über die Herrschaft Grüningen und somit auch die Güter in Egg. Als Folge der Regensberger Fehde um 1267/68 musste Lüthold VI. 1269 das Lehen über Grüningen jedoch wieder an das Kloster zurückgeben. In der Folge sicherte es sich der den Regensburger verfeindete Rudolf von Habsburg zwischen 1273 und 1284. [20]

Siehe auch

ab 1408[Bearbeiten]

Die Ausdehnung der Herrschaft der Stadtrepublik Zürich bis 1798

Die Stadt Zürich, reich durch Handel und Gewerbe, erwarb seit dem 13. Jahrhundert praktisch die gesamte Landschaft des heutigen Kantons Zürich. 1408 gelangte die Stadt gegen die Bezahlung einer Geldsumme an Hermann und Walter Gessler in den Besitz des Gebietes der ehemaligen Vogtei Grüningen und somit auch in den Besitz der Gegend um Egg. Die für Folgezeit typischen stadtstaatlichen Herrschaftsstrukturen im Einflussgebiets der Stadt Zürich prägten von da an auch die politischen und sozialen Verhältnisse der Bürger von Egg. Diese Verhältnisse begannen sich allmählich zu ändern als der aristokratische Zürcher Stadtstaat unter innerem und äusseren Druck 1789 zusammenbrach und die Helvetische Republik ausgerufen wurde. Die Heraldik des Egger Wappens illustriert noch heute als Revolutionsexport die Bedeutung der Französischen Revolution für den politischen Umsturz in der Region. [20]

Siehe auch

Seit 1798[Bearbeiten]

Als Teil der Mediationsakte 1803 unter der Führung Napoleons erhielt der Kanton Zürich seine heutigen Grenzen und wurde in 5 Bezirke aufgeteilt. Egg wurde dem Bezirk Uster zugewiesen. Bis ins Jahr 1927 schlossen sich die sechs Zivilgemeinden Bad, Hinteregg, Egg, Hof, Lieburg und Esslingen dann allmählich zur politischen Gemeinde Egg zusammen. [20]

Siehe auch

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Auf dem Pfannenstiel befindet sich auf 802 m.ü.M die Hochwacht. Ausserdem steht dort ein Aussichtsturm aus Gusseisen und Stahl. Dieser Turm stand ursprünglich auf dem Bachtel und wurde 1992 auf dem Pfannenstiel neu aufgebaut. In Hinteregg befindet sich ausserdem ein historisches Sägewerk. Die 'Sagi Thommen' wird 1537 erstmals urkundlich erwähnt.[21]

St.-Antonius-Kirche[Bearbeiten]

Antoniuskirche Egg

Im Dorfzentrum befindet sich die 1921 in Holzbauweise gebaute katholische St.-Antonius-Kirche. Sie ist jeden Dienstag das Ziel von vielen Pilgern. 1926 schenkte Papst Pius XI. der Kirche eine Reliquie des heiligen Antonius von Padua. Am Ende des 20. Jahrhunderts wurde das Egger Wallfahrtszentrum durch den Schweizer Architekten Miroslav Šik erweitert und ist somit eines der wenigen realisierten Bauwerke der Analogen Architektur in der Schweiz.

Sport[Bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es ein Strandbad am Ufer des Greifensees sowie mehrere Tennis- und Fussballplätze.[22] In der Gemeinde gibt es ausserdem eine Dreifachturnhalle sowie ein Schützenhaus und einen Armbruststand.[22] Im Winter beherbergt die Gemeinde eine Loipe in Guldenen.[22]

Turnverein[Bearbeiten]

Der Turnverein Egg bezweckt die Förderung und Unterstützung sowohl von Breiten- wie Leistungssport. [23] Der Verein wurde 1892 gegründet und konnte im Jahr 1991 seinen bisher grössten Erfolg feiern als die Damen- und Geräteriege des TV Egg das eidgenössische Turnfest in Luzern gewann.[23]

Unihockey[Bearbeiten]

Der UHC Egg wurde 1990 gegründet. 1999 fusionierten die Unihockey-Clubs der Gemeinden Egg, Maur und Oetwil am See zum UHC Pfannenstiel. Der UHC Pfannenstiel gehört zu den grösseren Vereinen der Region und umfasst 16 Mannschaften. Die erste Mannschaft spielt in der ersten Schweizer Liga.[24] Heimspiele und Trainings finden in der Dreifach-Turnhalle in Egg statt[24]

Tennis[Bearbeiten]

Der Tennisclub Egg wurde 1979 gegründet. Der Verein hatte zu diesem Zeitpunkt keine eigenen Anlagen. Es dauerte zehn Jahre bis dem Verein der Bau eigener Tennisplätze erlaubt wurde. Verschieden Projekte waren zwischen 1979 und 1989 durch insgesamt neun Gemeindeversammlungen und eine Urnenabstimmungen verhindert worden. 1992 konnte schliesslich der Spielbetrieb auf drei Klub-eigenen Plätzen in der Anlage Schürwis aufgenommen werden.[25] Per 2012 hatte der TC Egg 274 Mitglieder.[26]

Fussball[Bearbeiten]

Der Fussballclub Egg wurde 1976[27] gegründet und bezweckt in erster Linie die Förderung und Unterstützung sowohl von Breiten- wie Leistungssport.[28] Der FC Egg ist ein Ausbildungsverein der nach eigenen Angaben eine qualitativ hochwertige Nachwuchsförderung anstrebt.[28]

Schützenvereine[Bearbeiten]

Egg besitzt drei Schützenvereine; einen Armbrustschützenverein, einen Pistolenschützenverein und einen Feldschützenverein.

Der Armbrustschützenverein wurde 1974 gegründet und bezog 1982 das jetzige Vereinshaus.[29] Der Feldschützenverein Egg-Esslingen entstand 2001 durch die Fusion der beiden 1870 gegründeten Schützenvereine Egg und Esslingen.[30] Der Verein „Pistolenschützen Egg (PSE)“ wurde 1938 als Untersektion des Schützenvereins Egg gegründet. Seit 1959 bilden die Pistolenschützen jedoch einen eigenen Verein.[31]Sowohl der Pistolenschützenverein wie der Feldschützenverein trainieren im Schützenhaus Vollikon.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Martin Gubler: Kunstdenkmäler der Schweiz Band 66 "Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich Band 3: Die Bezirke Pfäffikon und Uster" Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK Bern 1978 ISBN 3-7643-0991-1 S. 653–676.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Egg ZH – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Homepage der Gemeinde Egg abgerufen am 1. April 2012
  3. Statistisches Amt Kanton Zürich abgerufen am 4. November 2012
  4. a b c d e f Offizielle i-Phone App der Gemeinde Egg, abgerufen am 24. November 2012
  5. a b c Gemeinde Egg - Zahlen / Fakten. In: egg.ch. Abgerufen am 15. November 2012.
  6. Bundesamt für Statistik, Steuerperiode 2009 exkl. Pauschalbesteuerungen - Zahlen / Fakten. In: srf.ch. Abgerufen am 4. August 2013.
  7. Homepage der Gemeinde Egg abgerufen am 1. April 2012
  8. Meldung des Tagesanzeigers vom 20. Februar 2010, abgerufen am 13. November 2012
  9. a b Meldung des Tagesanzeigers vom 3. Dezember 2009 zur Parteizugehörigkeit, abgerufen am 13. November 2012
  10. a b Homepage SVP Egg, abgerufen am 13. November 2012
  11. Meldung des Tgesanzeigers vom 31. August 2010, abgerufen am 13. November 2012
  12. Zürcher Oberländer, abgerufen am 03. Juni 2014
  13. Statistisches Amt Kanton Zürich abgerufen am 4. November 2012
  14. Homepage der Evangelisch Reformierten Kirchgemeinde Egg abgerufen am 30. Juni 2014
  15. Homepage der Katholischen Kirchgemeinde Egg abgerufen am 1. Juli 2014
  16. Homepage der Schule Egg abgerufen am 1. April 2012
  17. Eintrag der Firma Pelikan in Moneyhouse abgerufen am 17. November 2012
  18. Homepage Nikon Schweiz abgerufen am 17. November 2012
  19. a b Martin Illi: Egg (ZH) im Historischen Lexikon der Schweiz, Abgerufen am 2. Mai 2014
  20. a b c Heinrich Müller: Egg bei Zürich, 1975
  21. Thommen-Sagi. In: thommen-sagi.ch. Abgerufen am 15. November 2012.
  22. a b c Homepage der Gemeinde Egg, abgerufen am 17. November 2012
  23. a b Homepage der IG Sport Egg abgerufen am 17. November 2012
  24. a b Homepage der IG Sport Egg abgerufen am 17. November 2012
  25. Homepage des TC Egg abgerufen am 18.November 2012
  26. Homepage des TC Egg abgerufen am 18.November 2012
  27. Homepage der IG Sport Egg abgerufen am 18. November 2012
  28. a b Leitbild des FC Egg, abgerufen am 17. November 2012
  29. Homepage des ASV Egg abgerufen am 17.November 2012
  30. Homepage des IG Sport Egg abgerufen am 18.November 2012
  31. Homepage des PSE Egg abgerufen am 18.November 2012