Eggenfelden

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Eggenfelden
Eggenfelden
Deutschlandkarte, Position der Stadt Eggenfelden hervorgehoben
48.40388888888912.764166666667416Koordinaten: 48° 24′ N, 12° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Rottal-Inn
Höhe: 416 m ü. NHN
Fläche: 44,5 km²
Einwohner: 12.971 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 291 Einwohner je km²
Postleitzahl: 84307
Vorwahl: 08721
Kfz-Kennzeichen: PAN, EG, GRI, VIB
Gemeindeschlüssel: 09 2 77 116
Stadtgliederung: 119 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
84307 Eggenfelden
Webpräsenz: www.eggenfelden.de
Bürgermeister: Werner Schießl (FWG)
Lage der Stadt Eggenfelden im Landkreis Rottal-Inn
Geratskirchen Zeilarn Wurmannsquick Wittibreut Unterdietfurt Triftern Tann (Niederbayern) Stubenberg (Niederbayern) Simbach am Inn Schönau (Rottal) Roßbach (Niederbayern) Rimbach (Landkreis Rottal-Inn) Reut Postmünster Pfarrkirchen Mitterskirchen Massing Malgersdorf Kirchdorf am Inn (Bayern) Julbach (Inntal) Johanniskirchen Hebertsfelden Gangkofen Falkenberg (Niederbayern) Ering Egglham Eggenfelden Dietersburg Bad Birnbach Bayerbach (Rottal-Inn) Arnstorf Landkreis Landshut Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Deggendorf Landkreis Passau Landkreis Altötting Landkreis Mühldorf am Inn ÖsterreichKarte
Über dieses Bild
Die Pfarrkirche Sankt Nikolaus und Sankt Stephanus über der Altstadt von Eggenfelden
Der Stadtplatz von Eggenfelden
Der Turm der Stadtpfarrkirche
Das alte Rathaus aus dem 17. Jh.
Die Spitalkirche Hl. Geist

Eggenfelden ist die einwohnermäßig größte Stadt im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn und eine von 13 leistungsfähigen kreisangehörigen Gemeinden in Bayern.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Eggenfelden liegt im sanften Tal der Rott am Schnittpunkt der B 20 mit der B 388 und am Beginn der B 588. Die Stadt besitzt zwei Bahnstationen an der Bahnstrecke Passau–Neumarkt-Sankt Veit sowie einen Flugplatz (Flugplatz Eggenfelden). Eggenfelden liegt etwa 56 km südöstlich von Landshut, 60 km südlich von Straubing, 70 km südwestlich von Passau, 84 km nördlich von Salzburg und 110 km östlich von München.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Eggenfelden hat 119 amtlich benannte Stadtteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Urkundlich erwähnt wurde Eggenfelden erstmals im Jahr 1120, als das Kloster Baumburg in der Nähe von Trostberg von Gräfin Adelheid von Sulzbach-Rosenberg ein Zinsgut namens "etinvelt" geschenkt bekam.

Im Jahr 1259 übernahm das Haus Wittelsbach die Oberhoheit über diese Gegend und somit auch den Ort. Die Wittelsbacher bewirkten den Ausbau Eggenfeldens zu einem befestigten Wirtschaftsmarkt mit eigenen beschränkten Rechtsbefugnissen und der Ortsname wurde von "etinvelt" in "Ecknfeld" geändert.

Seit dieser Zeit verwalten die Bürger den Markt in einer Ratsverfassung sowie einem äußeren und einem inneren Rat weitgehend selbst. Nach 1440 wird Eggenfelden dann Sitz des Pfleggerichts welches zum Beginn des 19. Jahrhunderts in ein Landgericht und 1862 in ein Bezirksamt (heute Landratsamt) umgewandelt wurde.

Die benachbarte, mittlerweile eingemeindete alte Siedlung Gern wurde 1347 zur Hofmark erhoben. Der "Gerner", ein traditioneller Jahrmarkt, wird jedes Jahr im April abgehalten.

Mit der Eröffnung der "Rotttalbahn" von Neumarkt-Sankt Veit über Eggenfelden und Pfarrkirchen nach Pocking erhielt der Ort am 1. September 1879 Anschluss an das Eisenbahnnetz. Die Bahnverbindung (Mühldorf –) Neumarkt-Sankt Veit – Pocking (– Passau) wird heute durch die Südostbayernbahn (Infrastruktur und Personenverkehr, teilweise Güterverkehr) sowie durch DB Schenker Rail (Güterverkehr) betrieben.

Im Jahr 1902 wurde Eggenfelden zur Stadt erhoben.

Früher war Eggenfelden Kreisstadt des Landkreises Eggenfelden. Im Jahre 1972 verlor Eggenfelden diesen Status durch die Landkreisreform an Pfarrkirchen, die aus diesem Landkreis zusammen mit dem Landkreis Pfarrkirchen den neuen Landkreis Rottal-Inn bildeten.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die Gemeinden Gern I und Kirchberg nach Eggenfelden eingemeindet. Gebietsteile der ehemaligen Gemeinden Gern II und Taufkirchen kamen ebenfalls hinzu.[3] Am 1. Mai 1978 wurden Teile der aufgelösten Gemeinden Hammersbach und Peterskirchen (bis zum 29. Januar 1952 mit dem Gemeindenamen Peterskirchen I) sowie Teile von Huldsessen in die Gemeinde Unterdietfurt eingegliedert.[4] Im Jahr 1983 wurde Huldsessen wieder nach Unterdietfurt ausgegliedert.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Zusammensetzung des Stadtrats in der Legislaturperiode 2008–2014

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1946–1948: Lorenz Fichtner, SPD
  • 1948–1960: Lorenz Bachmeier, CSU
  • 1960–1990: Hans Kreck, SPD
  • 1990–2002: Karl Riedler, SPD
  • 2002-2014: Werner Schießl, FWG
  • 2014–heute: Wolfgang Grubwinkler, UWG (gewählt mit Stichwahl am 30.3.2014 mit 54,86%)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Eggenfelden verfügt mit seinem Theater an der Rott das einzige landkreiseigene Theater Deutschlands. Das Mehrspartenhaus wurde kürzlich mit dem bayerischen Theaterpreis ausgezeichnet.

Bauwerke[Bearbeiten]

Geschmückt wird der historische Stadtplatz vom Marienbrunnen. Als einziges der ehemals vier Stadttore ist das Grabmeiertor erhalten. In dessen oberem Stockwerk befindet sich ein Restaurant, die Stadtwache. Die alten Gebäude der Schlossökonomie Gern werden zurzeit restauriert.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Eggenfelden

Kirchen[Bearbeiten]

Sehenswert ist die aus dem 15. Jahrhundert stammende stattliche römisch-katholische Pfarrkirche Eggenfelden, die im gotischen Stil erbaut wurde. Hierbei handelt es sich um eine fünfschiffige Staffelkirche, bei der das Netzrippengewölbe besonders ausgeprägt ist.

Die evangelische Reformations-Gedächtnis-Kirche ist aus einem umgebauten Wirtshaus von 1901 entstanden. Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich auch über die umliegenden Gemeinden und Märkte.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Der Stadtteil Gern bietet kulturelle Erlebnisse, wie Ausstellungen oder auch ein Freiluftkino im Schlosspark, die sogenannte Gerniale.

Gerner Dult: Bekannt als "Der Gerner" ist eines der ersten Volksfeste des Jahres mit langer Tradition. Die Besitzer der Häuser im Ortsteil Gern besitzen seit Bestehen der Schlossbrauerei Gern ein sogenanntes "Hausschankrecht", d.h. es darf während der Dult an jedem Haus Bier ausgeschenkt werden. Die Schlossbrauerei Gern ist nicht mehr existent, jedoch besteht das Schankrecht nach wie vor, sodass sich verschiedene Vorgärten während der Dultzeit in Biergärten verwandeln.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Freiwillige Feuerwehr[Bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Eggenfelden ist mit insgesamt 15 Fahrzeugen und über 300 aktiven Mitgliedern die größte Feuerwehr im Landkreis Rottal-Inn. Sie ist in die Stadtfeuerwehr und in 4 Gemeindefeuerwehren aufgeteilt. Die Stadtfeuerwehr stellt Brand und Unfallhilfe im Gemeindebereich Eggenfelden sicher und ist mit zahlreichen Sonderaufgaben wie z.B. Gefahrgut, örtliche Einsatzleitung und Atemschutzausbildung für den Landkreis Rottal-Inn betraut. Die Ortsfeuerwehren sind für die schnelle Hilfe vor Ort und zur Unterstützung der Stadtfeuerwehr wie z.B. Wasserversorgung oder Bevölkerungswarnung ausgelegt.

Gliederung:

  • Feuerwehr Eggenfelden Stadt, 8 Fahrzeuge und 92 aktive Mitglieder;
  • Feuerwehr Hofmark Gern, 2 Fahrzeuge und 45 aktive Mitglieder;
  • Feuerwehr Kirchberg, 2 Fahrzeuge;
  • Feuerwehr Peterskirchen, 2 Fahrzeuge;
  • Feuerwehr Hammersbach, 1 Fahrzeug.

Rettungsdienst[Bearbeiten]

Die Rettungswache des BRK (Bayerisches Rotes Kreuz) in Eggenfelden ist die meist beschäftigte Rettungswache des Landkreises Rottal Inn. Hier sind 7 Fahrzeuge des Rettungsdienstes, der Unterstützungsgruppe Rettungsdienst und der Schnelleinsatzgruppe (SEG) SanEL stationiert:

1 Notarzteinsatzfahrzeug (NEF); 4 Rettungswagen (RTW); 1 Krankentransportwagen (KTW); 1 Einsatzleitwagen (ELW - SEG SanEL)

Rettungsassistenten der Rettungswache Eggenfelden übernehmen zusätzlich die Aufgabe des Einsatzleiters Rettungsdienst. Die Mitarbeiter der Rettungswache Eggenfelden besetzen zudem unter der Woche den Rettungswagen Stellplatz im Markt Gangkofen, der eine Außenstelle der Wache Eggenfelden ist.

Bahn[Bearbeiten]

Netz[Bearbeiten]

Eggenfelden liegt zentral an der Bahnstrecke Passau–Neumarkt-Sankt Veit (Rottalbahn) über Pfarrkirchen. Auf der Rottalbahn fahren im Personenverkehr Triebwagen der Baureihe 628 der Südostbayernbahn und samstags ein RE mit Baureihe 218, der von Passau als IC von und nach Hamburg fährt. Im Güterverkehr wurden die Baureihen 213 und 217 eingesetzt, heute nur noch die Baureihe 294.

Bahnhöfe[Bearbeiten]

  • Eggenfelden, (alter Bahnhof), ca.1890 erweitert
  • Eggenfelden-Mitte, besteht seit Dezember 2007; im Gegenzug dazu wurde die bisherige Haltestelle Gern-Altenburg aufgegeben.

Straßen[Bearbeiten]

Eggenfelden ist Kreuzungspunkt der

  • Bundesstraßen B20, B388, B588 und der
  • Kreisstraße PAN32

Nahverkehr[Bearbeiten]

Der innerstädtische Verkehr (eine Stadtbuslinie)[5] wird von verschiedenen Taxiunternehmen geleistet.

Flugplatz Eggenfelden[Bearbeiten]

Der Flugplatz Eggenfelden ist der südöstlichste Flugplatz Deutschlands.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Ernennung von Ehrenbürgern erfolgte seit 1887.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Sonstige[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111129/222449&attr=OBJ&val=797
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 455.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 629 und 630.
  5. Infos zur Stadtbuslinie ab 1. August 2011.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eggenfelden. In: Historischer Atlas von Bayern. Altbayern Reihe I Heft 28: Das Landgericht Eggenfelden. In: Digitale Bibliothek der Bayerischen Staatsbibliothek
  • Haushofer, Josef: "Geschichte von Eggenfelden". Dritte verbesserte und erheblich erweiterte Auflage 2002. Jordan Druckwerbung, Eggenfelden

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eggenfelden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien