Egidius Braun

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Egidius Braun (* 27. Februar 1925 in Breinig (heute Stadtteil von Stolberg in der Städteregion Aachen)) ist ein ehemaliger deutscher Fußballfunktionär und war von 1992 bis 2001 Präsident des Deutschen Fußball-Bundes. Anschließend wurde er zum Ehrenpräsidenten ernannt. Im selben Jahr gründete Braun die „DFB-Stiftung Egidius Braun“, die sich unter anderem um notleidende Jugendliche kümmert. Weiterhin wird vom WDR der „Egidius-Braun-Preis“ verliehen.

Leben[Bearbeiten]

Im Alter von 13 Jahren wurde Egidius Braun Spieler beim SV Breinig. Nach dem Abitur 1943 in Alsdorf wurde er im Zweiten Weltkrieg Soldat und geriet in Kriegsgefangenschaft, aus der er 1946 entlassen wurde. Nach seiner Rückkehr machte Braun, der Rechtswissenschaften und Philosophie studierte[1], sich mit dem Unternehmen „Kartoffel-Braun“ selbstständig. Nebenbei spielte er Fußball in der ersten Mannschaft des SV Breinig, dessen Vorsitz er am 19. August 1956 bis zum 20. Februar 1959 übernahm.

Nach Engagement auf lokaler Ebene wurde Braun am 4. August 1973 zum Präsidenten des Fußball-Verbandes Mittelrhein und zum Mitglied des DFB-Beirates gewählt. Am 25. August desselben Jahres wurde er Vizepräsident des Westdeutschen Fußball-Verbandes.

Von 1983 bis 1987 war Braun Verwaltungsratsmitglied des 1. FC Köln. An seinem 60. Geburtstag, dem 27. Februar 1985, wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern erhielt er im Jahre 1997. Für seine Verdienste um das Land Nordrhein-Westfalen wurde er 1995 mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen geehrt.

Von 1977 bis 1992 war er Schatzmeister des DFB. Nach weiterer Präsidentschaft im Fußball-Verband Mittelrhein (1981, 1983, 1986 und 1992) wurde Braun am 24. Oktober 1992 zum 8. Präsidenten des DFB gewählt. Im selben Jahr wurde er außerdem Präsidiumsmitglied des Nationalen Olympischen Komitees. Das Präsidentenamt hatte er bis zum 28. April 2001 inne.

Während der Fußballweltmeisterschaft 1986 in Mexiko besuchte Braun mit einigen Nationalspielern ein mexikanisches Waisenhaus und gründete unter dem Eindruck des Elends die Mexiko-Hilfe der Egidius-Braun-Stiftung[2]. Unter anderem brachte Braun, neben seinem karitativen Engagement, seine stets ausgesprochen freundliche, zuweilen onkelhaft wirkende Wesensart innerhalb des DFB und der UEFA sowie nicht zuletzt im gesamten Umfeld des deutschen Fußballs sehr viele Sympathien ein. Dennoch blieben ihm in der Öffentlichkeit auch problematische Situationen nicht erspart. Braun musste sich etwa nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA für seine Solidarität mit dem vehement in die Kritik geratenen Bundestrainer Berti Vogts nachhaltig rechtfertigen. Die Bildzeitung forderte Vogts zum Rücktritt auf[3]. Zwei Jahre später gewann Bundestrainer Vogts die Europameisterschaft. 1998 hatten sich der DFB-Präsident und der frühere erfolgreiche Nationalspieler Paul Breitner in einem Telefonat offenbar schon über dessen Berufung als Teamchef der Nationalmannschaft verständigt; doch nahm Braun einige Stunden später von dieser Vereinbarung wieder Abstand. Braun begründete dies damit, dass Breitner die abgemachte Vertraulichkeit des Telefongespräches nicht respektiert und Dritten davon berichtet habe. Breitner wollte dagegen die eigentliche Ursache für den nebulösen Vorgang darin sehen, dass Braun zwischenzeitlich von kritischen Äußerungen erfahren habe, die er vormals über den DFB-Präsidenten ausgesprochen hätte.

Egidius Braun ist verheiratet und hat zwei Söhne. Er ist Jäger und Naturliebhaber. Heute lebt der Anhänger der Alemannia in Aachen. Er erlitt am 16. Oktober 2006 einen Schlaganfall.

Tätigkeiten in der UEFA[Bearbeiten]

  • 1980 bis 2000 Mitglied der UEFA-EM-Organisationskommission (ab 24. Juni 1992 Vorsitzender)
  • 1988 bis 2000 Mitglied im Exekutivkomitee der UEFA
  • 1992 bis 2000 Vizepräsident der UEFA
  • 1995 bis 1996 Kommissarischer Schatzmeister der UEFA
  • 1996 bis 2000 Schatzmeister der UEFA

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Egidius-Braun-Preis[Bearbeiten]

Seit 2002 verleihen die Aachener Nachrichten einen Egidius-Braun-Preis. Die Auszeichnung ist Personen aus dem regionalen Sport vorbehalten, die nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen. Die Entscheidung fällt die Jury. Die Preisträger sind:

  • 2002 Herbert Oprei; Sonderschullehrer für behinderte Kinder (Fachbereich Sport)
  • 2003 Gerta Nadenau; Jugendbetreuerin im SV Neptun Aachen 1910,
  • 2004 Peter Borsdorff; Marathonläufer für sein Engagement für behinderte Kinder.
  • 2005 Wilfried Pohlmann; 30 Jahre Trainer im Jugendfußball
  • 2006 Egbert Schaffrath; Jugendhandballtrainer in Aachen
  • 2007 Paul Königs; 87-jähriger aktiver Sportler aus Stolberg (Rhld.)
  • 2008 Waltraud Kalmbach vom SC Mausauel Nideggen
  • 2009 Martin Kerenkewitz; "Mister Handball" von Blau-Weiß Alsdorf († 17. März 2013)
  • 2010 Dieter Jollet vom SV Breinig
  • 2011 Ralf Klohr; Initiator der FairplayLiga

Seit 2010 verleiht auch der Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) einen Egidius-Braun-Preis für soziales Engagement. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Preisträger bisher:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sport-Bild vom10. Dezember 1997, S.9
  2. [1] Artikel in der Zeit-Interview mit Toni Schumacher
  3. [2] Artikel in der Welt
  4. Liste der FIFA-Verdienstorden-Träger, abgerufen am 25. Oktober 2012 (PDF; 71 kB)
  5. Preis an Rudi Völler verliehen. Online auf www.fussball.de.

Weblinks[Bearbeiten]