Egregor

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Egregor (alternativ Eggregore, Egregora) ist in einigen okkulten Lehren eine Bezeichnung für durch menschliche Gedanken bzw. Willenskraft geschaffene metaphysische Wesenheiten oder Trugbilder im Gegensatz zu Wesen, die als von Gott geschaffen verstanden werden. Der Begriff Egregor wird als westliches Pendant zum tibetischen Begriff Tulpa verwendet.

Eine geistige Wesenheit wird innerhalb der magischen Tradition als Egregor oder als Kraftfeld bezeichnet. Egregor gilt als Synonym für die individuellen Charakteristika einer Gruppe (Gruppenseele). Magische Gemeinschaften sprechen vom Egregor ihrer Gruppe, der auch auf andere ausstrahlen soll. Magische Gruppen arbeiten bewusst an der Erzeugung ihres Egregors. Er werde von deren Leitern kontrolliert und sei ihnen bei magischen Operationen dienlich.

Begriffsgeschichte[Bearbeiten]

Der Begriff entstand in der Fraternitas Saturni. Er wird in der modernen esoterischen Literatur teilweise in anderem Sinn aufgegriffen.

Der Begriff wird im heutigen Sprachgebrauch überwiegend von Anhängern magischer Gesellschaften im Umfeld der Fraternitas Saturni und anderer magisch arbeitenden Logen verwendet. Im englischsprachigen Raum von Nachfolgegruppen in der Tradition des Hermetic Order of the Golden Dawn oder der von Walter Ernest Butler gegründeten Servants of the Light School of Occult Science. Nach deren Vorstellungswelt erzeugt jede Gruppe von Menschen, die ihre Willenskräfte, Gedanken und Handlungen über einen längeren Zeitraum auf ein gemeinsames Ziel hinlenken, ein die Gruppenmitglieder überspannendes seelisch-emotionales Gedankenkraftfeld, welches von der emotionalen Energie der einzelnen Gruppenmitglieder gespeist wird, aber auch auf die einzelnen Gruppenmitglieder emotional stärkend durch Synchronisation von Ereignissen zurückwirken soll.

Laut P.-R. König ist der Egregor ein Wortbestandteil von Eugen Grosches, dem Begründer der Fraternitas Saturni, Logennamen: Gregor A. Gregorius. Gebildet aus dem „E“ des Anfangsbuchstabens seines Vornamens „Eugen“ in der Verbindung mit dem Bestandteil „Gregor“ aus seinem Logennamen. Demnach soll der 1964 verstorbene Grosche alias Gregor A. Gregorius mittels einer Egregor-Belebung wieder inkarniert werden. Seit 1998 wird diese Praktik, bei der eine sogenannte GOTOS-Büste von wenigen Inhabern des 18. und 33.° zu diesem Zweck „sexualmagisch aufgeladen“ wird, in der Communitas Saturni nicht mehr angewendet, da Meister Immanuel (Maikowski) in einem Rundschreiben des Jahres 2000 verbreitete: »Im Jahre 1998 erfuhr MEISTER IMMANUEL [also Maikowski], dass GREGORIUS es nicht mehr wünschte, ständig rituell auf die Erde zurückgerufen zu werden.«[1]

Eine romanhafte Beschreibung vom Wirken eines magisch erzeugten Egregors gibt Gustav Meyrink in seinem Buch Der Golem.

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Huettl und P.-R. König: Satan – Jünger, Jäger und Justiz, 416 S., 65 Abb., Kreuzfeuer Verlag, 2006, [2], ISBN 3-937611-01-0
  • Valentin Tomberg (Unter dem Pseudonym: Der Anonymus d'outre-tombe). Die großen Arcana des Tarot. Meditationen. Basel (Herder Verlag) 1993. (Seiten 148 ff., 445 ff.)
  • Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. Goldmann. 1993

Quellen[Bearbeiten]

  1. Andreas Huettl und P.-R. König: Satan – Jünger, Jäger und Justiz, 416 S., 65 Abb., Kreuzfeuer Verlag, 2006, [1], ISBN 3-937611-01-0, S. 230 f

Weblinks[Bearbeiten]