grep

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grep [gɹɛp] ist ein Programm, das unter den Betriebssystemen Unix und Unix-Derivaten der Suche und Filterung definierter Zeichenketten aus Dateien dient. Es wurde ursprünglich von Ken Thompson entwickelt.[1]

Der Begriff grep steht für global/regular expression/print[2][3] oder auch global search for a regular expression and print out matched lines[4], also etwa „globale Suche nach einem regulären Ausdruck und Ausgabe übereinstimmender Zeilen“. Historisch entwickelte sich der Name aus dem Kommando g/re/p des Unix-Standardeditors ed.

Es existieren zahlreiche Varianten wie egrep, fgrep und agrep, die eine unscharfe Suche nach Textstrings ermöglichen.

Anwendung[Bearbeiten]

In der Kommandozeile wird grep meist zur Suche in Dateien eingesetzt. Der Aufruf hat die prinzipielle Form:

  grep [optionen] Suchstring [Datei(-liste)]

Der Befehl kann auch in Shell-Skripten, beispielsweise in Pipes, eingesetzt werden.

Durch Kommandozeilenschalter kann die Arbeitsweise von grep geändert werden, so ist es beispielsweise möglich,

  • alle Zeilen herauszusuchen, die den angegebenen Text nicht enthalten,
  • nur Zeilen herauszusuchen, in denen das Suchmuster als ganzes Wort enthalten ist,
  • die Zeilennummern, in denen der Text enthalten ist, auszugeben sowie
  • den Dateinamen aller Dateien auszugeben, die den angegebenen Text enthalten.

Die GNU-Variante bietet darüber hinaus die Möglichkeit, nicht die komplette Zeile auszugeben, in der ein Ausdruck vorkommt, sondern lediglich alle Vorkommen des Ausdrucks selbst.

Einsatzgebiete[Bearbeiten]

grep wird in erster Linie dann eingesetzt, wenn Dateien durchsucht werden müssen, zum Beispiel die Quelldateien eines Computerprogramms oder Logdateien. In Zusammenarbeit mit find kann ein ganzer Dateibaum gelesen werden.

$ find /home/benutzername -exec grep -H "Passwort" {} \;

Dieses Kommando durchsucht alle Dateien des Quellverzeichnisses des Benutzers benutzername nach der Zeichenkette Passwort und zeigt die gefundenen Zeilen zusammen mit dem Dateinamen an, wobei die Anzeige des Dateinamens durch die Option -H ausgelöst wird.

Manche grep-Versionen ermöglichen eine kürzere Formulierung mit Hilfe der Option -r:

$ grep -r "Passwort" /home/benutzername

Ein zweites Einsatzgebiet ist die Verwendung als Zeilen-Filter innerhalb einer Kette von Befehlen, z.B.:

$ tail -1000 /var/log/mail | grep "Mailadresse"

agrep[Bearbeiten]

agrep (Approximate GREP) ist ein Programm, das nicht aus der Familie der UNIX-grep-Programme stammt. Im Gegensatz zu den Programmen der UNIX-grep-Familie ermöglicht es eine unscharfe (fuzzy) Textstringsuche.

agrep wurde in den Jahren 1988–1991 von Udi Manber und Sun Wu an der Universität von Arizona entwickelt und bildet den Kern der Suchmaschine GLIMPSE bzw. HARVEST. Das Programm benutzt aus einer Vielzahl von eingebauten Suchalgorithmen denjenigen, der dem regulären Ausdruck der Benutzereingabe (Suchstring) am besten angepasst ist und die schnellste Suche ermöglicht.

Um 1996 wurde es erstmals nach OS/2 und DOS, später nach Windows portiert.

agrep ist frei für jede Art der Nutzung, darf aber nicht zum Zweck der Erlangung von Profit weitergegeben werden. Damit ist die Lizenz von agrep im Konflikt mit Absatz 1 der Open-Source-Definition.

Tre-agrep[Bearbeiten]

Mit Tre-agrep steht eine Neuimplementierung von agrep zur Verfügung, die unter der liberaleren BSD-Lizenz steht.[5][6]

egrep[Bearbeiten]

egrep (Extended grep) ist zur einfacheren Suche mit erweiterten regulären Ausdrücken geeignet. So haben die Zeichen ?, +, {, }, |, (, und ) bei egrep eine besondere Bedeutung für den Ausdruck, und müssen mit einem umgekehrten Schrägstrich (engl.: backslash) geschützt werden, wenn sie als Text gefunden werden sollen.

fgrep[Bearbeiten]

fgrep kann immer anstelle von grep verwendet werden, falls das zu suchende Muster keine regulären Ausdrücke enthält. Alle Sonderzeichen in der Musterzeichenkette verlieren ihre Sonderbedeutung und werden als Bestandteil des Musters verstanden. Fgrep arbeitet dadurch etwas schneller als grep und ist vor allem beim Durchsuchen großer Datenmengen nützlich. Man benutzt hierfür den Aho-Corasick-Algorithmus, der auch der Originalversion diente.

Microsoft Windows[Bearbeiten]

Wie von vielen Programmen, so gibt es auch Portierungen von grep auf die Windows-Plattform. Als eingebauten Befehl kennt Windows die Befehle find und findstr, die eine ähnliche Funktion wie grep erbringen. In den Resource Kit Tools ist QGREP.EXE enthalten.[7][8]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Brian Kernighan: A Regular Expression Matcher, http://beautifulcode.oreillynet.com/
  2. grep Manual, Punkt 14, http://www.gnu.org/software/grep/manual/html_node/Usage.html
  3. Prof. J. Plate, FH München, http://www.netzmafia.de/skripten/unix/unix5.html
  4. Linuxfibel, http://de.linwiki.org/wiki/Linuxfibel_-_Unix-Werkzeuge_-_Grep
  5. www.linux-magazin.de Ausgabe 10/2012 (S.61, Nimm zwei: Aus dem Alltag eines Sysadmin: Biabam und Tre-agrep)
  6. Informationen zu Tre-agrep: laurikari.net/tre
  7. Resource Kit Tools zu Windows 98, ftp://ftp.microsoft.com/Services/TechNet/samples/ps/win98/reskit/file/
  8. Windows Server 2003 Resource Kit Tools (auch für Windows XP), http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?familyid=9d467a69-57ff-4ae7-96ee-b18c4790cffd

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]