Egweil

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Egweil
Egweil
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Egweil hervorgehoben
48.78305555555611.233055555556392Koordinaten: 48° 47′ N, 11° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Eichstätt
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Nassenfels
Höhe: 392 m ü. NHN
Fläche: 9,39 km²
Einwohner: 1138 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 121 Einwohner je km²
Postleitzahl: 85116
Vorwahl: 08424
Kfz-Kennzeichen: EI
Gemeindeschlüssel: 09 1 76 122
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Eichstätter Str. 14
85116 Egweil
Webpräsenz: www.egweil.de
Bürgermeister: Wunibald Koppenhofer (CSU)
Lage der Gemeinde Egweil im Landkreis Eichstätt
Landkreis Donau-Ries Landkreis Roth Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Regensburg Landkreis Kelheim Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Ingolstadt Haunstetter Forst Adelschlag Altmannstein Beilngries Böhmfeld Buxheim (Oberbayern) Denkendorf (Oberbayern) Dollnstein Egweil Eichstätt Eitensheim Gaimersheim Großmehring Hepberg Hitzhofen Kinding Kipfenberg Kösching Lenting Mindelstetten Mörnsheim Nassenfels Oberdolling Pollenfeld Pförring Schernfeld Stammham (bei Ingolstadt) Titting Walting Wellheim WettstettenKarte
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Egweil ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Eichstätt und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Nassenfels.

Geografie[Bearbeiten]

Egweil liegt etwa 15 km westlich von Ingolstadt, 13 km von Eichstätt und 9 km von Neuburg an der Donau im Naturpark Altmühltal.

Nachbargemeinden sind: Nassenfels, Unterstall, Bergheim, Pettenhofen und Attenfeld.

Geschichte[Bearbeiten]

Funde steinzeitlicher Geräte weisen auf eine frühe Besiedlung der Flur. An die römisch-keltische Besiedlung dieses Raumes erinnern heute noch der in der Kirchenmauer eingelassene römische Grabstein und aufgefundene Eisenschlacken aus der keltischen Epoche. Schriftliche Urkunden zu Egweil beginnen mit dem Jahr 847. Bischof Gundekar II. weihte 1073 die Kirche in Egweil. Ein Ortsadel als Ministerialen des Eichstätter Bischofs ist von 1068 bis 1297 nachweisbar. Um 1214 gehörte Egweil einem Ritter names Graf Heinricht von Kallentheim, geriet dann aber in den Besitz der Zisterzienserabtei Kaisheim. Der Bischof von Eichstätt verlieh dem Kloster 1219 das Patronatsrecht über die Pfarrei Egweil, und seit 1239 stand dem Kloster der Zehent zu. Die enge Verbundenheit Egweils mit dem Kloster Kaisheim blieb bis zur Säkularisation bestehen. Im 16. Jahrhundert wurde die Kirche neu gebaut. Im Dreißigjährigen Krieg kam es 1634 im Dorf zu Zerstörungen; das beschädigte Pfarrhaus wurde bereits ein Jahr später erneuert. 1646 wurde das Schulhaus neu gebaut.

Bei der Gebietsreform 1972 konnte die Gemeinde, zu der die Weiler Oberhaidmühle und Unterhaidmühle gehören, ihre Selbständigkeit wahren.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Egweil hat 13 Mitglieder mit dem Bürgermeister.

(Stand: Kommunalwahl am 3. März 2002)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2002 Wunibald Koppenhofer von der CSU. 2. Bürgermeister ist Erwin Meilinger.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau eine silberne Egge, darüber eine goldene Krone.“

Pfarrkirche St. Martin
Blick in die Pfarrkirche

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Am 21. September 2011 bildeten die acht Kommunen Dollnstein, Wellheim, Nassenfels, Egweil, Oberhausen, Burgheim, Rennertshofen und Neuburg an der Donau die ARGE Urdonautal, eine Arbeitsgemeinschaft, deren Zweck in der Förderung und Koordinierung des Tourismus im Urdonautal liegt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Römischer Grabstein, in der Außenmauer der Kirche eingelassen, 48 × 70 cm, lateinischer Inschriftrest (übersetzt): „Den Manen. T. Flavius Paternius, Veteran der Ala 1 Flavia S., Bataver, hat der … Pom. (Vere)cunda, der getreuesten Gattin, die 45 Jahre gelebt hat, bei Lebzeiten (den Stein) für sich und seine Gattin machen lassen. Hier liegt sie begraben.“[2]
  • Kath. Pfarrkirche St. Martin, 1947 bis 1950 mit Teilen des gotischen Vorgängerbaues neu gebaut. Barocke und Rokoko-Ausstattung; 4 Glocken von 1961 aus der Gießerei F. W. Schilling.[3]
  • Alter Pfarrhof (Kirchweg 7), spätgotisch; Steilgiebelbau mit Eckerker; ausgebaut 1624–26, erneuert 1635; wiederholt umgebaut; auch nach dem Dreißigjährigen Krieg. Wappen von Kaisheim 1499.
  • Modernes Wegkreuz, in Egweil, eine 3,8 m hohe Plastik des Eichstätter Bildhauers Alois Wünsche-Mitterecker, 1969 errichtet.[4]
  • Unterhaidmühle (auch Gougamüh genannt) seit 1448 in Familienbesitz, an der Westseite der Mühle führt eine aus der Römerzeit stammende Brücke über die Schutter. 2011 wurde die neubarocke Fassade des denkmalgeschützten Jurahauses originalgetreu restauriert.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Egweil

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

  • Schiele & Hirsch GmbH Schuhfabrik
  • Bauunternehmen Hoch- und Tiefbau Hirsch
  • Versicherungs-Makler-Büro Neumeier & Bröhl

Verkehr[Bearbeiten]

Zur Bundesstraße 16, die von Ulm über Donauwörth nach Ingolstadt führt, sind es in südlicher Richtung etwa 10 km.

Flugplatz[Bearbeiten]

In der Nähe von Egweil befindet sich der Sonderlandeplatz Egweil, ein kleiner ziviler Flugplatz, der u.a. von der Fliegergruppe Neuburg genutzt wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Nicolaus Appel oder Apel, * 1482 oder 83 in Egweil, ab 1522 Doktor der Theologie und Professor an der Universität Ingolstadt, später Prediger in Moosburg an der Isar, ein Gegner von Martin Luther, † 1545.[5]
  • Christoph „Cico“ Beck (* 1984), als Musiker auch unter dem Projektnamen „Joasihno“ bekannt, wuchs in Egweil auf.

Garde[Bearbeiten]

In Egweil gibt es seit 1986 eine erfolgreiche und weit über den Landkreis hinaus bekannte Garde mit dem Namen „Eggspatzen“. Diese Faschingsgesellschaft veranstaltet jedes Jahr einen großen Umzug, den viele Menschen auch von weit her besuchen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Joseph Renker: Egweil – Zur Geschichte der Pfarrei und des Ortes. Mit Beiträgen von Ernst Krach und Karl Heinz Rieder. Herausgegeben von Gemeinde Egweil. Eichstätt: MSB-Verlag 2008. 288 S. ISBN 978-3-9811086-2-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Egweil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Rudolf Hager: Der römische Grabstein in Egweil. In: Histor. Blätter für Stadt und Landkreis Eichstätt, 32 Jg. (1983), Nr. 3, S. 10.
  3. Neubau der Pfarrkirche in Egweil. In: St. Willibaldsbote des Bistums Eichstätt vom 2. Januar 1949, S. 8; Kirchenkonsekration in Egweil." In: Dass. vom 10. Dezember 1950, S. 306.
  4. Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt, 32. Jg. (1969), Nr. 45 vom 9. November 1969, S. 6.
  5. Karl Röttel: Ein Gegner Luthers aus Egweil. In: Histor. Blätter f. Stadt und Landkreis Eichstätt 32 (1984), Nr. 3, S. 12; auch in: Ingolstädter Heimatblätter 49 (1986), S. 32.