Eichenmoos

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Eichenmoos
Eichenmoos (Evernia prunastri)

Eichenmoos (Evernia prunastri)

Systematik
Klasse: Lecanoromycetes
Unterklasse: Lecanoromycetidae
Ordnung: Lecanorales
Familie: Parmeliaceae
Gattung: Evernia
Art: Eichenmoos
Wissenschaftlicher Name
Evernia prunastri
(L.) Ach.

Das Eichenmoos (Evernia prunastri) ist eine Flechte, die strauchförmig auf Bäumen wächst.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die gelbgrüne Flechte wird bis zu 10 cm groß. Sie besteht aus bis zu fünf Millimeter breiten strauchig verzweigten Bändern mit heller Unterseite. An den Rändern brechen diese staubig auf (Sorale). Apothecien (mit glänzend brauner Scheibe) werden selten gebildet.

Standort[Bearbeiten]

In Europa ist sie vom nördlichen Fennoskandien bis in den Mittelmeerraum bis zur Waldgrenze häufig auf saurer Rinde von Laub- und Nadelbäumen, besonders Eichen anzutreffen (etwa in Alleen). An windoffenen Standorten kann sie die Flanken der Baumstämme mit einem dichten Flechtenteppich überziehen. Sie ist eine der häufigsten Strauchflechten und fehlt lediglich in stark luftbelasteten Gegenden und an lufttrockenen Standorten. Die Art gilt in Deutschland als gefährdet.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Eichenmoos ist ein Basis-Duftstoff der Parfümerie und gehört zum Grundakkord Bergamott-Labdanum-Eichenmoos, der die Parfümgattung Chypre definiert. Er wirkt in seltenen Fällen allergisch; sein Gebrauch wurde durch EU-Bestimmungen stark eingeschränkt, was zur Reformulierung und Verschlechterung der Rezepturen vieler Parfüm-Klassiker führte.[1] In Südfrankreich wird die Art in großen Mengen gesammelt, um in einem aufwendigen Destillierverfahren sogenanntes "mousse de chêne" oder "mousse odorante" zu gewinnen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Marbach / Kainz: BLV Naturführer Moose, Farne und Flechten, München 2002, ISBN 3-405-16323-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eichenmoos – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. "Eichenmoos enthält Harzsäuren, die die Haut reizen können. In sehr seltenen Fällen treten schlimme Hautreaktionen auf. … Kaum hatte die EU die Verwendung von Eichenmoos eingeschränkt, stellte sich heraus, dass der Bösewicht das billigere Baummoos war, das zum Strecken des Eichenmooses benutzt wird." Luca Turin: Ehre, wem Ehre gebührt, in: NZZ Folio Heft 4, 2007.