Feldkieker

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Als Feldkieker (auch Feldgicker) bezeichnet man eine grob gekörnte, schnittfeste Rohwurstsorte.[1] Die Wurst ähnelt in Herstellung und Verwendung stark der italienischen Salami.

Für die Herstellung wird mageres Schweinefleisch im Kutter feinst zerkleinert, und anschließend Speck grob zerkleinert hinzugefügt. Typische Würzmittel sind Nitritpökelsalz, Pfeffer, Honig und Himbeersaft. Nach dem Abfüllen in Blasen vom Kalb als Wursthülle, reift die Wurst mehrere Tage, und wird abschließend 24 Stunden kalt geräuchert. Danach ist sie verzehr- und lagerfähig, wird aber häufig noch mehrere Wochen bis Monate zur Nachreifung aufgehängt, um den erwünschten Härtegrad zu erreichen.

Eichsfelder Feldgieker[Bearbeiten]

Der Eichsfelder Feldgieker als Stracke

Der Eichsfelder Feldgieker ist eine Eichsfelder Wurstspezialität. Nach alten klassischen Rezepten wird das gehackte, gewürzte Schweinefleisch bei der Hausschlachtung noch schlachtwarm in handgenähte, leicht längliche, blasenähnliche Hülle aus der Fetthaut des Bauchschmers vom Schwein gefüllt. Diese können einen Durchmesser von über 10 Zentimeter erreichen. Heute wird der Feldgieker auch als Eichsfelder Stracke im Schweinedarm hergestellt. Der Feldgieker wird im Obereichsfeld luftgetrocknet, seltener kaltgeräuchert. Aufgrund seines Volumens benötigt der Feldgieker anschließend in gut belüfteten Räumen mit bis zu einem Jahr eine sehr lange Reifezeit, um seinen Geschmack voll zu entfalten. Am besten reifen die Feldgieker in lehmverputzten Kammern mit einem Fenster nach Norden. In der Neuzeit werden Feldgieker auch unter industriellen Bedingungen produziert, erreichen dann aber meist nicht Qualität der nach hausmacher Art hergestellten Würste.

Markenschutz[Bearbeiten]

Der Herkunftsverband Thüringer und Eichsfelder Wurst und Fleisch e.V beantragte für den Eichsfelder Feldkieker bzw. Feldgieker den Status als g.g.A. - geschützte geografische Angabe.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Fabrikation feiner Fleisch- und Wurstwaren, Hermann Koch und Martin Fuchs, Deutscher Fachverlag 2009, 22.Auflage ISBN 978 3 86641 187 6
  2. Antrag auf geschützte Herkunftsbezeichnung