Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft

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Eidgenössische Hochschulen und Forschungsanstalten

Ordentl. Budget 2013 (CHF Mio.)


ETH-Bereich

2'271


Hochschulen

1'118
557


Forschungsanstalten

286
51
92
54

Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) befasst sich mit der Nutzung und Gestaltung sowie dem Schutz von naturnahen und urbanen Lebensräumen. Sie erarbeitet Beiträge und Lösungen, damit der Mensch Landschaften und Wälder verantwortungsvoll nutzen und mit Naturgefahren, wie sie insbesondere in Gebirgsländern auftreten, umsichtig umgehen kann. Die WSL liefert Grundlagen für eine nachhaltige Umweltpolitik in der Schweiz.

Seit ihren Anfängen berücksichtigt die WSL die Regionalität der Schweiz. So wurden bereits 1888 Versuchsflächen in unterschiedlichsten Wäldern eingerichtet, um mehr über deren (Holz-)Erträge zu erfahren. Heute betreut und beforscht die WSL über sechstausend Versuchs- und Forschungsflächen, darunter grosse Versuchsanlagen etwa zu Steinschlag oder Murgang, Experimente über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald oder Flächen, die von Naturereignissen wie Sturm oder Waldbrand betroffen sind.

Die WSL ist ein Forschungszentrum des Bundes, gehört zum ETH-Bereich und beschäftigt rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nebst dem Hauptsitz in Birmensdorf und dem WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos fördern Aussenstellen in Lausanne und Bellinzona seit 1991 und in Sitten seit 1996 lokale Synergien und den Dialog mit der Praxis.

Geschichte[Bearbeiten]

Die WSL wurde 1885 gegründet als Schweizerische Centralanstalt für das forstliche Versuchswesen und 1933 umbenannt in Eidgenössische Anstalt für das forstliche Versuchswesen (EAFV). Seit 1989 trägt sie den heutigen Namen [1]. Zur WSL gehört auch das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, welches in der Schweiz für die offizielle Lawinenwarnung zuständig ist. Sie verfügt über Standorte in Birmensdorf, Davos, Sion, Lausanne und Bellinzona, an denen rund 500 Beschäftigte arbeiten. Von 2007 bis zum 1. Juli 2012 wurde sie von James Kirchner geleitet. Seither ist Konrad Steffen Direktor der WSL.[2]

Beispiele für Tätigkeiten[Bearbeiten]

Die WSL befasst sich mit der Nutzung und dem Schutz von Landschaften und Lebensräumen, wobei das Schwergewicht auf Wäldern und Naturgefahren liegt. Als anwendungsorientierte Forschungsanstalt nimmt sie eine Brückenfunktion zwischen Wissenschaft und Umsetzung wahr.

Die WSL betreibt das international grösste Labor für Dendrochronologie.[3] Zu den Aufsehen erregenden Funden der WSL zählt im April 2013 die Sicherstellung von 14'000 Jahre alten Baumstrünken eines subfossilen Walds in Zürich-Wiedikon auf Initiative von Daniel Nievergelt, einem Dendrochnologen der WSL.

„Das sind die ersten nachgewiesenen Bäume, die nach der letzten Eiszeit aus dem Mittelmeerraum wieder bei uns eingewandert sind … solche Funde sind weltweit einzigartig.“

Daniel Nievergelt: Kommentar

Rund 200 Stämme konnten die Forscher mittlerweile sicherstellen. Nicht nur für die Dendrochronologie sind die Funde aufsehenerregend, eine vermutlich um 2000 Jahre weiter zurückreichende Datierung anhand der Jahresringtabellen würde damit ermöglicht.[3][4]

Mit dem internationalen EU-Forschungsprojekt CARBO-Extreme zur Auswirkung von Wetterextremereignissen auf die Landökosysteme konnte der Nachweis erbracht werden, dass die Speicherfähigkeit von Kohlenstoffdioxid infolge der globalen Erwärmung drastisch abnimmt. Besonders die Wälder werden durch Waldbrände und andere Schäden nach Trockenperioden langfristig geschwächt, was erneut zu einer Erhöhung der Treibhausgase beiträgt.[5][6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichte der WSL
  2. Neuer Direktor WSL
  3. a b Archäologie online: Subfossiler Wald in Zürich entdeckt, abgerufen am 25. Mai 2013
  4. Tages-Anzeiger (21. Mai 2013): Helène Arnet: Der älteste Wald der Welt, abgerufen am 22. Mai 2013
  5. Wetterextreme heizen Klimawandel an – CARBO-Extreme-Projekt, auf der Website des Bundesministeriums für Bildung und Forschung planeterde. Abgerufen am 18. August 2013.
  6. Markus Reichstein, David Frank u.a.: Wetterextreme heizen Klimawandel an – "Climate extremes and the carbon cycle", Max-Planck-Institut für Biogeochemie Jena, 14. August 2013. Abgerufen 18. August 2013.

47.3603388888898.4549666666667Koordinaten: 47° 21′ 37″ N, 8° 27′ 18″ O; CH1903: 676778 / 245996