ETH Zürich

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ETH Zürich
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Gründung 1855
Trägerschaft Bund
Ort Zürich, Schweiz
Leitung Ralph Eichler (Präsident)
Lino Guzzella (Rektor)
Studenten 17'781[1]
31 % weiblich
37 % ausländisch
Mitarbeiter 7'662 VZÄ[1]
davon Professoren 449 VZÄ[1]
Jahresetat 1'467 Mio. CHF, davon 366 Mio. CHF Drittmittel[1]
Stiftungsvermögen 123 Mio. CHF
Netzwerke IDEA League, IARU
Website www.ethz.ch
Hauptgebäude der ETH Zürich, von der Polyterrasse aus gesehen
Das damalige Polytechnikum auf einer Ansicht aus dem Jahr 1865
Ansicht des ETH-Hauptgebäudes, errichtet 1858–1864 durch Gottfried Semper, um 1880 vor dem Beginn der Umbauten durch Gustav Gull 1915–1924
Gustav Gulls Kuppel ist heute zu einem Symbol für die ETH geworden
Das Hauptgebäude, aus dem Stadtzentrum gesehen
ETH Hönggerberg

Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, kurz ETH Zürich, ist eine technisch-naturwissenschaftliche universitäre Hochschule in Zürich. Sie wurde 1855 als «Eidgenössisches Polytechnikum» gegründet und wird deshalb auch oft Poly genannt. Ihre Gebäude verteilen sich auf zwei Standorte, einen im Zentrum der Stadt Zürich sowie den Standort Hönggerberg, ausserhalb des Stadtzentrums. Sie zählt zu den renommiertesten Universitäten Europas bzw. weltweit, s. Rankings.

Die Hochschule ist in 16 Departemente gegliedert und bietet 23 Bachelor- und 41 Master-Studiengänge an. Weiterführende Studien für ein Doktorat im technischen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Bereich sind auf zahlreichen Stellen möglich. Derzeit sind knapp 18'000 Studenten und Doktoranden eingeschrieben. Die ETH Zürich beschäftigt über 10'000 Personen. Von den 449 Professuren, einschliesslich 80 Assistenzprofessuren, sind 56 (12,6 %) von Frauen besetzt. Mit der ETH assoziiert sind 21 Nobelpreisträger. ETH-Präsident ist derzeit (2013) der Physiker Ralph Eichler; Rektor ist Lino Guzzella.

Die ETH Zürich ist eingebunden in den ETH-Bereich, der die Technische Hochschule in Zürich und diejenige in Lausanne sowie vier weitere Forschungsanstalten (Paul Scherrer Institut, Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft [WSL], Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt [Empa] und Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz [Eawag]) umfasst.

Geschichte[Bearbeiten]

Anfangsphase[Bearbeiten]

Nach einer langen Debatte in dem noch jungen Bundesstaat Schweiz, ob neben den kantonalen Universitäten auch noch eine nationale, «eidgenössische» Hochschule zu gründen sei, wurde am 7. Februar 1854 das Gesetz über die «eidgenössische polytechnische Schule in Verbindung mit einer Schule für das höhere Studium der exakten, politischen und humanistischen Wissenschaften» erlassen, und die ETH nahm als Eidgenössische polytechnische Schule am 16. Oktober 1855[2] in Zürich ihren Betrieb auf. Jedoch wurde das Angebot auf rein technische Fächer beschränkt, da die katholischen, ländlichen Kantone, die eigene Universitäten unterhielten, ein intellektuelles Monopol der protestantischen, städtischen Kantone verhindern wollten.[3]

Die neue Bildungsstätte sollte ein eigenes Gebäude erhalten, und so schrieben die Stadt und der Kanton Zürich einen Architekturwettbewerb aus, an dem sich unter anderem die beiden Professoren Ferdinand Stadler und Gottfried Semper aus Zürich sowie der Badener Architekt Joseph Caspar Jeuch beteiligten. Der deutsche Architekt Semper, der u. a. auch die nach ihm benannte Dresdner Oper entwarf, gewann schliesslich den Wettbewerb und durfte das Gebäude zwischen 1858 und 1864 nach seinen Plänen errichten. In einen Seitenflügel des Gebäudes zog anfänglich auch noch die bereits bestehende Zürcher Universität ein. Zwischen 1915 und 1925 baute der führende Architekt des Historismus in Zürich, Gustav Gull, das Hauptgebäude von Semper um und veränderte die innere und äussere Gestalt des Gebäudes durchgreifend. Lediglich die gegen die Stadt weisende Südfassade blieb unverändert. Gegen die Rämistrasse wurde die Gestalt des Gebäudes durch eine neue Schaufassade und die heute charakteristische Kuppel ergänzt.

In den sogenannten Aussonderungsverträgen 1905 und 1908 wurden die Gebäude der Zürcher Universität und der ETH voneinander getrennt, und 1911 wurde das Polytechnikum in «Eidgenössische Technische Hochschule» umbenannt. Dies geschah nach einer längeren Reformdebatte, nach der auch die Studienpläne etwas gelockert und den Studenten mehr Freiheiten gewährt wurden. Auch erwarb sich die ETH 1908 das Recht, Doktortitel zu verleihen.

Das Polytechnikum wuchs rasch, und jedes Jahrzehnt kam ein neues Gebäude dazu: Chemie, Physik, Forstwirtschaft, Maschinen-Labor.

Standort Hönggerberg und «Science City»[Bearbeiten]

Bereits in den 1950er Jahren wurde klar, dass das ETH-Zentrum zu wenig Raum zur Verfügung hat. Bereits damals mussten zahlreiche Gebäude in der Nachbarschaft dazugekauft und Wohnungen für Institute umgenutzt werden (teilweise werden diese auch heute noch von der ETH genutzt). Jedoch konnte diese Strategie die Bedürfnisse der Hochschule nicht befriedigen, sodass die ETH 1957 beschloss, einen zweiten Standort in Zürich zu suchen. Zur Diskussion standen Areale auf der Allmend Fluntern, am Irchel, auf dem Adlisberg und auf dem Hönggerberg. Nur letzteres stellte sich als geeignet heraus, und die Planung für den Hönggerberg begann 1959. Für das Projekt wurde der renommierte Architekt Albert Heinrich Steiner gewonnen. Seit den sechziger Jahren wurden dort zusätzliche Gebäude erstellt, und seit Beginn des 21. Jahrhunderts läuft das Ausbauprojekt «Science City», in dessen Rahmen man unter anderem auch Studentenwohnungen auf dem Campus am Hönggerberg erstellen will.

Die Umsetzung erfolgte rasch, und Ende der 70er wurde die erste Etappe mit den Bauten für Physik (HPH und HPP), Molekularbiologie (HPM, HPK…) und der Infrastruktur abgeschlossen. Nicht mehr unter der Leitung von Steiner und teilweise sogar gegen seinen Willen erfolgte in einer zweiten Ausbauetappe (1972–1976) der Bau des Gebäudes für Architektur und Bauwissenschaften (HIL) unter den Architekten Max Ziegler[4] und Erik Lanter. Die dritte Ausbauetappe wurde 1988 mit der Ausschreibung des Ideenwettbewerbs für den Richtplan eingeleitet; den Wettbewerb gewann der Architekt Ben Huser in der Weiterbearbeitung 1989. Nachdem die Architekten Mario Campi und Franco Pesina 1990 die Ausschreibung für die dritte Etappe (1996–2004) gewonnen hatten, wurde das Projekt von Steiner sogar vor Bundesgericht bekämpft, jedoch wurde seine Klage 1994 abgewiesen. Damit war der Weg frei für das Gebäude der Abteilungen Chemie und Werkstoffe sowie Pharmazie und Mikrobiologie (HCI).

Der Standort Hönggerberg beheimatet heute folgende Departemente: Architektur (D-ARCH), Bau, Umwelt und Geomatik (D-BAUG), Chemie und Angewandte Biowissenschaften (D-CHAB), Physik (D-PHYS), Biologie (D-BIOL) sowie Materialwissenschaften (D-MATL). Er kann mit den VBZ-Buslinien 37, 80 und 69 sowie mit zwei Shuttle-Linien direkt vom Zürich Hauptbahnhof und vom Hauptgebäude erreicht werden.

Derzeit wird der Standort Hönggerberg im Rahmen des Projektes «Science City»[5] weiter ausgebaut. Die Idee ist es, einen Hochschul-Campus zu bilden, bei dem Forschen und Wohnen auf demselben Areal stattfinden, der aber auch offen ist für die Öffentlichkeit. 2008 wurde das Information Science Lab sowie das Sport Center fertiggestellt, das im Mai 2009 eröffnet wurde.[6] Seit 2013 sind ebenfalls Studentenwohnungen im Bau, so sollen bis 2016 insgesamt 63 Wohnungen mit 485 Zimmern entstehen. Geplant wurden zudem ein Zeichensaal für die ETH, von Studenten nutzbare Gemeinschaftsräume, eine Kinderkrippe sowie dem studentischen Wohnen dienende Ergänzungsräume.[7] Geplant sind zudem noch der Bau einer Life Science Platform sowie die Erstellung eines Akademischen Gästehauses als Aufstockung des bisher 14-stöckigen Physikturms. Das Information Science Lab wurde mit 23 Millionen Franken von dem Unternehmer Branco Weiss unterstützt, und die Zürcher Kantonalbank steuerte 12 Millionen Franken zum Sport Center bei. Im Dezember 2006 stimmte der Zürcher Gemeinderat dem Masterplan für die weiteren baulichen Entwicklungsschritte von Science City fast einstimmig zu. Die Sonderbauvorschriften sind im Herbst 2007 in Kraft getreten.

Energiepolitisch hat sich Science City das Ziel gesteckt, ihren CO2-Ausstoss gemäss den Richtlinien des Kyoto-Protokolls zu reduzieren, um in Science City die Idee der 2000-Watt-Gesellschaft zu realisieren.

Die ETH Hönggerberg, von Süden aus gesehen. Im Bild die fünf «Finger» des HCI, dahinter der hohe Bau des HPP mit Wetterstation auf dem Dach

Organisation und Schulleitung[Bearbeiten]

An der ETH Zürich entstehen jährlich ca. 650 Dissertationen und über 1250 (Master-)Diplome.[8]

Begonnen hat die ETH mit 68 Studenten im Jahr 1855, seither hat sich ihre Zahl stetig vermehrt. Seit 1968 hat die Zahl der weiblichen Studenten stark zugenommen und betrug im Herbstsemester 2010 31,2 %. Derzeit existieren 23 Bachelor-Studiengänge mit 8100 Studierenden, 40 Master-Studiengänge mit 4200 Studierenden (Master und Diplom), und es sind 3500 Doktoranden eingeschrieben.[9]

Departemente[Bearbeiten]

Die ETH Zürich ist in 16 Departemente unterteilt. Das jüngste Departement, Gesundheitswissenschaften und Technologie, wurde 2012 durch die Zusammenführung der Bewegungswissenschaften, Biomechanik, Lebensmittelwissenschaften und Neurowissenschaften etabliert.[10]

Bereich Studiengang Kürzel, Name und Webseite vom Departement
Architektur, Bauwesen und Geomatik Architektur D-ARCH Architektur
Bauingenieurwissenschaften D-BAUG Bau, Umwelt und Geomatik
Geomatik und Planung
Umweltingenieurwissenschaften
Ingenieurwissenschaften Elektrotechnik und Informationstechnologie D-ITET Informationstechnologie und Elektrotechnik
Biotechnologie D-BSSE Biosysteme
Informatik D-INFK Informatik
Materialwissenschaft D-MATL Materialwissenschaft
Maschineningenieurwissenschaften D-MAVT Maschinenbau und Verfahrenstechnik
Naturwissenschaften und Mathematik Biologie D-BIOL Biologie
Chemie D-CHAB Chemie und Angewandte Biowissenschaften
Chemieingenieurwissenschaften
Interdisziplinäre Naturwissenschaften
Pharmazeutischen Wissenschaften
Mathematik D-MATH Mathematik
Rechnergestützte Wissenschaften
Physik D-PHYS Physik
Systemorientierte Wissenschaften
Gesundheitswissenschaften und Technologie D-HEST Gesundheitswissenschaften und Technologie
Lebensmittelwissenschaften
Agrarwissenschaft D-USYS Umweltsystemwissenschaften
Umweltnaturwissenschaften
Erdwissenschaften D-ERDW Erdwissenschaften
Management und Sozialwissenschaften Staatswissenschaften (Berufsoffizier) D-GESS Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften

Dazu kommt noch der Departement Management, Technologie und Ökonomie (D-MTEC), verantwortlich für einige Master-Studiengänge und Doktorate.

Schulleitung[Bearbeiten]

Die Schulleitung organisiert Leitung, Aufbau und Organisatorisches der ETH Zürich.

Studienbedingungen[Bearbeiten]

Eidgenössische Hochschulen und Forschungsanstalten

Ordentl. Budget 2013 (CHF Mio.)


ETH-Bereich

2'271


Hochschulen


1'118
557


Forschungsanstalten


286
51
92
54

Historische Entwicklung der Studentenzahl

Die Zulassung an die ETH erfolgt mit einer schweizerischen Maturität ohne weitere Bedingungen. Ausländische Studierende müssen abhängig von ihrem Schulabschluss eine Aufnahmeprüfung ablegen oder werden direkt aufgenommen.

Die Semestergebühren an der ETH Zürich betragen 580 Franken sowie zusätzliche 64 Franken Semesterbeiträge pro Semester. Nicht eingeschlossen sind dabei diverse zusätzliche Auslagen wie für Bücher, Praktika, Exkursionen etc. Für finanziell benachteiligte Studenten stehen Stipendien zur Verfügung.

Studienangebot[Bearbeiten]

An der ETH werden hauptsächlich naturwissenschaftliche und technische Fächer gelehrt. Die ETH kennt keine Nebenfächer, in allen Studiengängen sind jedoch Lehrveranstaltungen im Bereich der Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften (GESS) obligatorisch zu absolvieren.

Der akademische Sportverband Zürich (ASVZ) bietet ein breites Hochschulsportangebot mit über 80 Sportarten an, von Aerobic über Kletterkurse bis zu Yoga. Die wichtigsten Sportanlässe sind dabei die SOLA-Stafette, die über eine Distanz von 120 Kilometern im Grossraum Zürich durchgeführt wird, sowie der jährliche Rudermatch Uni-Poly zwischen der ETH und der Universität Zürich, der 2008 zum 57. Mal ausgetragen wurde. Die ETH führt bei den Herren noch mit 33 zu 22, die Universität gewann das Duell zuletzt jedoch 17 Mal in Folge. Zweimal musste das Rennen abgebrochen werden.

Besondere Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Zur ETH gehören unter anderem die ETH-Bibliothek Zürich, die mit ihren beinahe 7 Millionen Objekten zugleich die grösste Bibliothek der Schweiz ist. Das Collegium Helveticum ist eine gemeinsame Einrichtung von Universität und ETH Zürich und umfasst das Ludwik-Fleck-Zentrum, welches den wissenschaftlichen Nachlass des polnischen Wissenschaftlers beherbergt. Ausserdem existiert eine Graphische Sammlung der ETH, welche mehrmals jährlich Ausstellungen zu verschiedenen Themen durchführt.
  • Auch an der ETH angesiedelt ist das CSCS (Swiss National Supercomputing Centre)[11], welches ein breites Spektrum an Anwendungsgebieten unterstützt und auch Aufträge vom CERN erhält.
  • Die ETH Zürich Foundation[12] ist der Brückenbauer zwischen der ETH Zürich und Unternehmen, Stiftungen, Organisationen sowie Privatpersonen. Sie sorgt für das notwendige Extrazugkraft, um die ETH Zürich in ihren strategischen Anstrengungen voranzubringen und ihre weltweite Spitzenposition zu sichern. Als die führende Technologiestiftung der Schweiz unterstützt die ETH Zürich Foundation gezielt die ETH Zürich bei der Erreichung ihrer Ziele in Lehre und Forschung. Für die Partner wird der Zugang zu grossartigen Kollaborationen und visionären Programmen mit der besten Hochschule Europas ermöglicht. Mit diesen Aktivitäten will die ETH Zürich Foundation Fortschritt ermöglichen und den Donatoren die Wirksamkeit ihres Engagements erlebbar vermitteln. Dafür bringt sie Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen.
  • ETH juniors[13] ist eine studentische Unternehmung an der ETH Zürich, die 1997 gegründet wurde. Einerseits betreibt ETH juniors Projektberatung mit Studenten, und andererseits vermittelt die Organisation Kontakte zwischen Firmen und Studenten (im Rahmen des Polyinterviews und des Polycocktails).[14] Das Unternehmen sieht sich selbst als Brücke zwischen Hochschule und Berufsalltag. ETH juniors ist rechtlich wie finanziell unabhängig von der ETH Zürich und wird ausschliesslich von Studenten betrieben.

Studierendenorganisationen[Bearbeiten]

Die Studenten der ETH Zurich sind im Verband der Studierenden an der ETH (VSETH) organisiert. Dieser Verein nach Schweizerischem Recht vertritt durch einen Rahmenvertrag die Studierenden innerhalb und ausserhalb der Hochschule und vereinigt in sich auch Studienfach spezifische Fachvereine, die ein breites Angebot an Veranstaltungen und Dienstleistungen für Studenten anbieten.

Die Doktorierenden sind in der Vereinigung der Assistenten, Wissenschaftlichen Mitarbeiter und Doktoranden der ETH Zürich (AVETH) organisiert.

Hochschulnetzwerke[Bearbeiten]

Die ETH arbeitet in verschiedenen Verbünden mit anderen Hochschulen zusammen. Sie ist Gründungsmitglied der IDEA League, einer strategischen Allianz aus fünf führenden technischen Universitäten in Europa, deren Ziel es ist, Europa wieder an die Weltspitze in Technologie und Wissenschaft zu führen. Sie ist auch Mitglied im Netzwerk Top Industrial Managers for Europe, einem Zusammenschluss von 51 technisch orientierten Universitäten, das Austauschprogramme fördert und den Studenten Doppeldiplome ermöglicht. 2006 gründete sie zudem mit neun weltweit führenden Forschungsuniversitäten die International Alliance of Research Universities.

Förderung durch die EU[Bearbeiten]

Die ETH hat 84 ERC-Grants für Grundlagenforschung auf höchstem Niveau eingeworben, 586 Millionen Franken aus dem 7. Forschungsrahmenprogramm der EU flossen an den Forschungsstandort Zürich.[15] Nachdem die Schweizer Regierung in Umsetzung der Volksinitiative «Gegen Masseneinwanderung» das bereits ausgehandelte Personenfreizügigkeitsabkommen mit Kroatien nicht unterzeichnete, setzte die EU die Verhandlungen über das 8. Forschungsrahmenprogramm aus.[16] ETH-Präsident Ralph Eichler sagte, wenn die Schweiz nicht mehr an den EU-Forschungsrahmenprogrammen teilnehmen könne, sei das, «wie wenn der FC Basel nicht mehr in der Champions League spielen könnte».[17]

Rankings[Bearbeiten]

Im Times Higher Education World University Rankings belegte die ETH im Jahre 2013 den 12. Platz weltweit und den 4. Platz unter den europäischen Universitäten (den ersten Platz in Kontinentaleuropa).[18] Im Bereich Engineering & Technology belegte sie im Times Ranking den 8. Platz und im Bereich Physical Science den 11. Platz. Im Shanghai Ranking 2014 belegte die ETH weltweit den 20. Platz (den dritten innerhalb Europas und den ersten auf dem europäischen Festland).[19] Die ETH belegte weltweit den 8. Platz in der Kategorie Natural Sciences and Mathematics.[20] In den QS World University Rankings des Jahres 2013 belegte die ETH insgesamt den 12. Platz. [21]

Präsidenten der ETH Zürich[Bearbeiten]

Berühmte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Albert Einstein, 1921, Fotografie von Ferdinand Schmutzer
Kurt Wüthrich im September 2005

Zahlreiche berühmte Ingenieure und Wissenschaftler haben an der ETH Zürich gelehrt oder studiert. So stehen nach offiziellen Angaben der ETH 21 Nobelpreisträger mit der Hochschule in Verbindung:[22]

  • Werner Arber, Nobelpreis für Medizin 1978, studierte 1949–1953 an der ETH
  • Georg Bednorz, Nobelpreis für Physik 1987, promovierte an der ETH
  • Felix Bloch, Nobelpreis für Physik 1952, studierte 1924–1927 an der ETH
  • Peter Debye, Nobelpreis für Chemie 1936, war 1920–1927 Ordinarius für Physik
  • Albert Einstein, Nobelpreis für Physik 1921, studierte 1896–1900 an der ETH, war 1912–1914 Ordinarius für theoretische Physik
  • Richard R. Ernst, Nobelpreis für Chemie 1991, war 1976–1998 Ordinarius für physikalische Chemie
  • Charles Édouard Guillaume, Nobelpreis für Physik 1920, studierte und promovierte an der ETH
  • Fritz Haber, Nobelpreis für Chemie 1918, war Assistent bei ETH-Professor Georg Lunge
  • Richard Kuhn, Nobelpreis für Chemie 1938, war 1926–1929 Ordinarius für allgemeine und analytische Chemie
  • Karl Alexander Müller, Nobelpreis für Physik 1987, studierte und promovierte 1946–1958 an der ETH
  • Wolfgang Pauli, Nobelpreis für Physik 1945, war 1928–1958 Ordinarius für theoretische Physik
  • Vladimir Prelog, Nobelpreis für Chemie 1975, war 1950–1976 Ordinarius für organische Chemie
  • Tadeus Reichstein, Nobelpreis für Medizin 1950, war 1937–1938 Extraordinarius für spezielle organische und physiologische Chemie
  • Heinrich Rohrer, Nobelpreis für Physik 1986, studierte 1951–1955 an der ETH
  • Wilhelm Conrad Röntgen, Nobelpreis für Physik 1901, studierte 1865–1868 an der ETH
  • Lavoslav Ružička, Nobelpreis für Chemie 1939, war 1929–1957 Ordinarius für allgemeine Chemie
  • Hermann Staudinger, Nobelpreis für Chemie 1953, war 1912–1926 Ordinarius für allgemeine Chemie
  • Otto Stern, Nobelpreis für Physik 1943, war 1913–1915 Privatdozent für physikalische Chemie
  • Alfred Werner, Nobelpreis für Chemie 1913, war 1892–1893 Privatdozent für Chemie
  • Richard Willstätter, Nobelpreis für Chemie 1915, war 1905–1912 Ordinarius für allgemeine Chemie
  • Kurt Wüthrich, Nobelpreis für Chemie 2002, war 1981–2003 Ordinarius für Biophysik

Darüber hinaus erhielt Niklaus Wirth, Entwickler mehrerer Programmiersprachen, 1984 den Turing Award, die höchste Auszeichnung der Informatik, und die beiden ETH-Absolventen Jacques Herzog und Pierre de Meuron erhielten 2001 den Pritzker-Preis, den renommiertesten Architektur-Preis. Der Mathematiker Wendelin Werner ist Träger der Fields-Medaille, die als höchste Auszeichnung der Mathematik gilt. Weitere berühmte Persönlichkeiten in Verbindung mit der ETH Zürich werden in der Liste der Persönlichkeiten der ETH Zürich aufgeführt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Monika Burri, Andrea Westermann, David Gugerli: ETHistory 1855–2005. Sightseeing durch 150 Jahre ETH-Zürich. hier + jetzt, Verlag für Kultur und Geschichte, Baden 2005, ISBN 3-03919-016-4.
  • Helmut Dietrich, Much Untertrifaller, Christof Stäheli: ETH Sport Center Science City. An der Schwelle zur Landschaft, Institut für Geschichte und Theorie der Architektur gta, Zürich 2009, ISBN 978-3-85676-268-1 (deutsch und englisch).
  • Meinrad K. Eberle, Nicole Schwyzer, Eva M. Keller: Heute für Morgen das Gestern feiern. Das Buch zum Jubiläum 150 Jahre ETH Zürich, NZZ-Libro, Zürich 2006, ISBN 3-03823-310-2.
  • David Gugerli, Patrick Kupper, Daniel Speich: Die Zukunftsmaschine. Konjunkturen der ETH Zürich 1855–2005 [Welcome Tomorrow – 150 Jahre ETH Zürich]. Chronos, Zürich 2005, ISBN 3-0340-0732-9.
  • Gottfried Guggenbühl, Paul Kläui: Geschichte der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. NZZ, Zürich 1955.
  • Wilhelm Oechsli: Geschichte der Gründung des Eidgössischen Polytechnikums mit einer Uebersicht seiner Entwicklung 1855–1905. Huber, Frauenfeld 1905.
  • Werner Oechslin (Hrsg.): Hochschulstadt Zürich. Bauten der ETH 1855–2005. gta, Zürich 2005, ISBN 3-85676-154-3.
  • Johann Rudolf Wolf: Das Schweizerische Polytechnikum 1880
  • Thomas Moore: School for Genius: The Story of ETH – The Swiss Federal Institute of Technology, from 1855 to the Present. Front Street Press 2005, ISBN 0-9725572-2-9 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: ETH Zürich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d ETH ETH Zürich in Zahlen
  2. 1848–1855: Polytechnische Fundierung eines alten Traums
  3. ETH History
  4. Pragmatische Moderne. Zum Tod von Max Ziegler. (Version vom 16. Januar 2013 im Webarchiv Archive.today) In: Neue Zürcher Zeitung vom 29. Juni 2012
  5. Science City
  6. ETH Sport Center Science City wird eröffnet
  7. [1]
  8. Jahresbericht der ETH Zürich 2010. Abgerufen am 24. August 2011.
  9. Studieren an der ETH Zürich - Wege zur Qualifikation. Abgerufen am 24. August 2011.
  10. ETH Zürich - Departemente
  11. CSCS Website
  12. ETH Zürich Foundation
  13. ETH juniors
  14. Polycareer
  15. Franziska Meister: Forschungsplatz Schweiz: Warum wehren sich die WissenschaftlerInnen nicht?, Die Wochenzeitung Nr. 04/2014 vom 23. Januar 2014, abgerufen am 24. Februar 2014.
  16. «Horizon 2020» auf Eis gelegt, Neue Zürcher Zeitung vom 16. Februar 2014, abgerufen am 24. Februar 2014.
  17. SVP-Initiative schadet Forschungsplatz: «Wie der FC Basel ohne die Champions League», Neue Zürcher Zeitung vom 19. Februar 2014, abgerufen am 24. Februar 2014.
  18. Times Ranking 2013
  19. Academic Ranking of World Universities – 2014
  20. Academic Ranking of World Universities in Natural Sciences and Mathematics – 2014
  21. ETH Zurich (Swiss Federal Institute of Technology) | Top Universities www.topuniversities.com
  22. ETH Zürich: Nobelpreisträger der ETH

47.3763888888898.5480555555556Koordinaten: 47° 22′ 35″ N, 8° 32′ 53″ O; CH1903: 683785 / 247876