Eigeltingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eigeltingen
Eigeltingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eigeltingen hervorgehoben
47.8591666666678.8975483Koordinaten: 47° 52′ N, 8° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Konstanz
Höhe: 483 m ü. NHN
Fläche: 59,3 km²
Einwohner: 3653 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78253
Vorwahl: 07774
Kfz-Kennzeichen: KN
Gemeindeschlüssel: 08 3 35 021
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Krumme Straße 1
78253 Eigeltingen
Webpräsenz: www.eigeltingen.de
Bürgermeister: Alois Fritschi (CDU)
Lage der Gemeinde Eigeltingen im Landkreis Konstanz
Bodensee Bodenseekreis Landkreis Waldshut Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Tuttlingen Landkreis Sigmaringen Aach (Hegau) Allensbach Bodman-Ludwigshafen Büsingen am Hochrhein Stockach Eigeltingen Engen Gaienhofen Gailingen am Hochrhein Gottmadingen Hilzingen Hohenfels (bei Stockach) Konstanz Mainau Moos (am Bodensee) Mühlhausen-Ehingen Mühlingen Öhningen Orsingen-Nenzingen Radolfzell am Bodensee Reichenau (Landkreis Konstanz) Reichenau (Landkreis Konstanz) Reichenau (Landkreis Konstanz) Reichenau (Landkreis Konstanz) Rielasingen-Worblingen Singen (Hohentwiel) Steißlingen Stockach Tengen Volkertshausen SchweizKarte
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Eigeltingen ist eine Gemeinde im Landkreis Konstanz im Süden von Baden-Württemberg (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Eigeltingen liegt im Hegau, etwa 15 Kilometer nordwestlich vom Bodensee.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Emmingen-Liptingen im Landkreis Tuttlingen, im Osten an Mühlingen und die Stadt Stockach, im Süden an Orsingen-Nenzingen und die Stadt Aach und im Westen an die Stadt Engen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Eigeltingen mit den früher selbstständigen Gemeinden Heudorf im Hegau, Honstetten, Münchhof, Reute im Hegau und Rorgenwies gehören 37 Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser.

Zur Gemeinde Eigeltingen in den Grenzen vom 31. Dezember 1972 gehören das Dorf Eigeltingen und die Höfe Dauenberg, Lochmühle, Mittel Dornsberg, Ober Dornsberg und Unter (Vorder) Dornsberg. Zur ehemaligen Gemeinde Heudorf im Hegau gehören das Dorf Heudorf im Hegau, die Höfe Gereuthof, Im Bohl und Krätlermühlhöfe (vormals Dreihöfe) und die Häuser An den Halden und Ziegelhütte. Zur ehemaligen Gemeinde Honstetten gehören die Dörfer Honstetten und Eckartsbrunn, der Weiler Glashüttenhöfe und die Höfe Hägelehof und Wasserburgerhof auch Bittelbrunner Schlössle genannt und die angrenzende Ruine der Wasserburg. Zur ehemaligen Gemeinde Münchhof gehören die Dörfer Münchhof und Homberg und die Höfe Brielholz, Dürrenbühl, Hirschlanden, Minkenmühle, Schweingruben (Vordere und Hintere), Stählemühle und Unterer Kästle. Zur ehemaligen Gemeinde Rorgenwies gehören das Dorf Rorgenwies, die Weiler Glashütte, Guggenhausen und Öhle, die Höfe Geistermühle, Hochbuchhof und Thälehof und die Häuser Gumpenhof und Kappellösch.

In der Gemeinde Eigeltingen im Gebietsstand vom 31. Dezember 1972 liegt die abgegangene Ortschaft Brandenburg. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Heudorf im Hegau liegen die in Heudorf im Hegau aufgegangene Ortschaft Higgenhof und die Wüstungen Homburg und Libertshäuser. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Rorgenwies liegen die abgegangenen Ortschaften Altweiler, Burgholz und Sommerhof.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Eigeltingen geht auf einen Sippenführer namens „Aigold“ zurück, der sich im 3. oder 4. Jahrhundert hier niederließ.

Eigeltingen wurde im Jahre 764 in einer Schenkungsurkunde des Klosters St. Gallen erstmals erwähnt. In den folgenden Jahrhunderten wechselten geistliche und weltliche Herrschaften häufig, bis der Ort 1806 zu Württemberg und 1810 endlich zum Großherzogtum Baden kam. Dort gehörte der Ort, wie auch die später eingemeindeten Ortsteile, lange zum Landkreis Stockach, bevor er bei der Kreisreform 1973 zum Landkreis Konstanz kam.

Ortsteile[Bearbeiten]

Heudorf im Hegau[Bearbeiten]

Heudorf wurde erstmals 1173 urkundlich erwähnt. 1665 kommt der Ort mit der Landgrafschaft Nellenburg an Vorderösterreich. Im Zuge der Mediatisierung fällt die Gemeinde dann 1806 zunächst an das Königreich Württemberg, vier Jahre später an das Großherzogtum Baden.
siehe auch Burg Heudorf im Hegau

Honstetten[Bearbeiten]

Der Ortsteil Honstetten ist möglicherweise bereits um das Jahr 700 erstmals urkundlich als "Hohunstati" erwähnt und ist somit der älteste Teil der Gemeinde. Mit Hohunstati könnte jedoch auch der Weiler Hornstaad am Bodensee gemeint sein.[3] Selbst Hauenstein bei Waldshut könnte dafür in Frage kommen. So nennt sich beispielsweise das in Waldshut ansässige und in der Grafschaft Hauenstein begüterte Adelsgeschlecht von Griessen (auch Griessheim) in einer Urkunde aus dem Jahre 1347 "Johans von Griesshein genannt von Honstetten".[4]

Der Ortsteil ist geprägt durch seine vielen Vereine, wie den Musikverein, den Rasensportverein Honstetten, die Freiwillige Feuerwehr, den Kirchenchor, die Frauengemeinschaft, die Jugendgruppe, den Narrenverein Wasserburger Talgeister und die Guggenmusik Schtäggenäschter. In der Nähe des Dorfes befinden sich die Überreste der Tudoburg, der Stammburg der ehemaligen Ortsherren. Im Ortskern ist der Speicher (Spiecher) als mittelalterlicher Wehr- und Wohnturm erhalten. Des Weiteren befindet sich im Ortsgebiet von Honstetten die Ruine der Wasserburg.

Eckartsbrunn, rund zwei Kilometer von Honstetten entfernt, ist ein Weiler, der zu Honstetten gehört. Im Zuge von Ausgrabungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden hier römische Reste einer Siedlung gefunden. Die Römer suchten sich hierbei einen Fleck mit Fernsicht aus: Neben dem Bodensee, dem Bodanrück und dem Untersee hat man westlich auch einen guten Blick auf die Hegauberge. Die Kirche (Kapelle), die Kosmas und Damian geweiht ist, war bis zum Beginn des letzten Jahrhunderts eine Wallfahrtskirche und Treffpunkt für Ärzte und Apotheker.

Münchhöf-Homberg[Bearbeiten]

Homberg wurde 1202 erstmals urkundlich erwähnt. In Homberg fanden sich römische Baureste. Eine bei Münchhof entdeckte römische Fundmünze datiert in eine Nachlimeszeit zwischen 341 bis 354 n. Chr.[5]

Reute[Bearbeiten]

Reute im Hegau wurde 1101 erstmals urkundlich erwähnt. Es hat 198 Einwohner. In den 1990er Jahren wurde im Rahmen einer Luftbildprospektion der Burgstall der Burg Reute im Hegau entdeckt.

Rorgenwies[Bearbeiten]

Rorgenwies wurde 1150 erstmals urkundlich erwähnt. Bis 1862 gehörte es zu Heudorf, erst dann wurde der Ort für 115 Jahre eine selbständige Gemeinde.

Religionen[Bearbeiten]

Eigeltingen ist von jeher überwiegend römisch-katholisch geprägt. So gibt es auch heute noch im Hauptort und in Honstetten ein katholisches Pfarramt. Für evangelische Christen ist die Gemeinde in Steißlingen zuständig.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der baden-württembergischen Gebietsreform in den 1970er Jahren kamen die Gemeinden Reute im Hegau (am 1. Januar 1973), Honstetten (am 1. Juli 1974), Münchhöf (am 1. Januar 1975) sowie Heudorf im Hegau und Rorgenwies (beide am 1. Januar 1977) zur Gemeinde Eigeltingen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 1.105
  • 1970: 1.367
  • 1987: 2.834
  • 2006: 3.489

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat wurde zuletzt am 7. Juni 2009 gewählt und hat 14 Mitglieder. Diese verteilen sich auf die beiden Fraktionen der Christlich Demokratischen Union (CDU) und der Freien Wähler-Vereinigung (FWV), die jeweils sieben Mitglieder haben. Vorsitzender mit zusätzlichem Stimmrecht ist der direkt gewählte Bürgermeister.

Die eingemeindeten, früher selbstständigen Gemeinden bilden Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzendem.

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1957–1975: Johann Wissler
  • 1975–1977: Bruno Braun (Amtsverweser)
  • 1977–1993: Werner Bart
  • 1993–1999: Armin Müller
  • 1999–2008: Ralf Bendl
  • seit 2008: Alois Fritschi (CDU)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Außerdem gibt es zwei römisch-katholische Kindergärten und einen kommunalen Kindergarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eigeltingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 718–802
  3. Quellen zur Schweizer Geschichte, Bd. 3, 1883, Urkunde Nr. aus dem Jahr 1083, S. 23
  4. Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Band 5, S. 227
  5. Liste 3: Enddatierung der nachlimeszeitlichen Münzen in Südwestdeutschland. S. 423–430, hier S. 427. in: Claudia Theune: Germanen und Romanen in der Alamannia: Strukturveränderungen aufgrund der archäologischen Quellen vom 3. bis zum 7. Jahrhundert. Verlag Walter de Gruyter, 2004. ISBN 3-11-017866-4
  6. Wilhelm Fröhner: Römische Inschriften. 1. Aus Baden. In: Eduard Gerhard: Denkmäler, Forschungen und Berichte als Fortsetzung der Archäologischen Zeitung. Berlin 1859. S. 28
  7. Jörg Aufdermauer, Hans Stather: Eine römische Villa rustica bei Eigeltingen, Kreis Konstanz. In: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 1988. S. 191–193.