Eigenbrötler

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Als Eigenbrötler wird ein Mensch bezeichnet, der als Außenseiter von der Gemeinschaft ausgegrenzt wird bzw. sich abgrenzt oder als Einzelgänger ein Leben in Einsamkeit wählt.

Im Deutschen Wörterbuch von Jakob und Wilhelm Grimm wird der Eigenbrötler ohne nähere Erläuterung mit qui rem familiarem ipse curat (‚jemand, der sich selbst um seinen Hausstand kümmert‘) definiert.[1]

In der frühen Neuzeit – das heißt im 16. und 17. Jahrhundert – findet sich in Süddeutschland der Eigenbrötler als Bewohner eines Hospitals, der sein „eigenes Brot“ aß, also auf eigene Kosten dort untergebracht war. Er hatte in der Regel die bessere Unterkunft, oft auch eigene Möbel oder eigene Verpflegung und hielt sich von den anderen Insassen, die meist auf Almosen angewiesen waren, fern.

In der Schweiz ist der Ausdruck „Eigenbrötler“ weit verbreitet und bezeichnet ohne pejorativen Beiklang einen stark introvertierten Menschen, der lieber seine Ruhe hat und für sich allein sein will.[2] In diesem Sinn kann damit auch ein Tier charakterisiert werden.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsches Wörterbuch: Eintrag Eigenbrötler
  2. „Man bezeichnet uns [= Torwarte] als Individualisten, Eigenbrötler, Aussenseiter – oder gar ‚Spinner‘“ (Torwartschule Knutti & Hasler).
  3. „Carlo ist Eigenbrötler und leistungsbereiter Teamplayer zugleich...“ (Beschreibung eines Pferdes der Brauerei Feldschlösschen)