eigentümlich frei

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
eigentümlich frei
Beschreibung Monatszeitschrift
Sprache Deutsch
Verlag Lichtschlag Medien und Werbung KG
Erstausgabe 1. Januar 1998
Erscheinungsweise zehnmal im Jahr
Verkaufte Auflage 8.000 Exemplare
Chefredakteur André F. Lichtschlag
Herausgeber André F. Lichtschlag
Weblink ef-magazin.de
ISSN 1617-5336
ZDB 2402427-2

eigentümlich frei (kurz: ef) ist eine seit 1998 erscheinende paläolibertäre politische Monatsschrift mit zehn Ausgaben pro Jahr.[1] Ihre Positionen bezeichnet Herausgeber und Chefredakteur André F. Lichtschlag[2] als individualistisch, kapitalistisch und libertär.[3] Politikwissenschaftler sehen in der Zeitschrift weltanschauliche und personelle Überschneidungen mit der Neuen Rechten.

Eigendarstellung[Bearbeiten]

Der Titel des Magazins eigentümlich frei ist nach eigenen Angaben von den Begriffen Eigentum und Freiheit abgeleitet.[3] Der Titel war nach Angaben des Herausgebers und Mitbegründers Lichtschlag von Max Stirners Buch Der Einzige und sein Eigentum inspiriert. Die Zeitschrift veröffentlichte in ihren ersten Jahren Artikel über Stirner. Seit der Stirnerforscher Bernd A. Laska den inhaltlichen Bezug kritisch in Frage gestellt hat, ist Stirner nur noch auf der „Ehrentafel“ als „Ikone der Zeitschrift“ dargestellt.[4]

Die Zeitschrift bezeichnete sich im Anfangsjahr im Untertitel als „Marktplatz für Liberalismus, Anarchismus und Kapitalismus“,[4] anschließend einige Jahre mit „Freisinn, Eigensinn, Eigentum“. Das Magazin präsentiert sich politisch kämpferisch: „eigentümlich frei steht auf der Seite der libertären Gegenwehr“. Ziel sei es, „dieses Land zu verändern. Nicht weniger.“[3] Ein Anliegen vieler Autoren des Magazins ist die Kritik am staatlichen Interventionismus.

1998 startete die Zeitschrift nach Eigenangaben mit 70 Festabonnenten. Nach eigenen Angaben betrug im Jahr 2012 die verbreitete Auflage 6000 und im darauffolgenden Jahr 8000 Hefte. Nach zwei Testläufen in 2004 und 2005 ist die Zeitschrift seit Mai 2006 auch im Einzelverkauf erhältlich.

Laut Eigenangabe sind 92 % der Leser der Zeitschrift Männer, 77 % der Leser sind zwischen 20 und 49 Jahre alt, 86 % der Leser haben Abitur oder Hochschulabschluss, über 40 % der Leser sind selbständig oder arbeiten freiberuflich.[1]

Rezeption[Bearbeiten]

Wissenschaftliche Einordnung[Bearbeiten]

Der Politikwissenschaftler Thomas Gesterkamp vertrat im Herbst 2012 in der Zeitschrift APuZ die Ansicht, dass zwischen Eigentümlich Frei und der Wochenzeitung Junge Freiheit personelle und inhaltliche Überschneidungen bestehen.[5] Felix Dirsch bestätigte 2012 zudem „engere Kontakte“ zur Zeitschrift Sezession und ordnet sie insgesamt der neuen Rechten zu.[6]

Der Sozialwissenschaftler Hinrich Rosenbrock bezog sich 2012 auf einen Bericht Thomas Sagers von 2003 im Informationsportal Blick nach rechts, welcher eigentümlich frei als „Rechtspostille“ und als „ein Beispiel für die Querfrontstrategie neurechter Kräfte“ bezeichnete. Es gäbe „allerdings“ Überschneidungen beispielsweise durch Klaus Peter Krause und Gérard Albert Bökenkamp von der (Friedrich-Naumann-Stiftung) zwischen eigentümlich frei und der Internet-Publikationsplattform Freie Welt. Nach Rosenbrock könnte die Zeitschrift somit „als rechtsliberal“ eingeordnet werden.[7][8]

Die Politikwissenschaftlerin Karin Priester schrieb Ende 2010 in APuZ, dass der minimalstaatliche Libertarismus in Deutschland ein Forum in der Zeitschrift eigentümlich frei finde. Die ideologischen Leitfiguren seien die politischen Philosophen Murray Rothbard und Ayn Rand, welche Eigennutz und Egoismus moralphilosophisch als Tugenden legitimierten. Ziel sei die staatlich ungehinderte Nutzenmaximierung neuer „Leistungsträger“. Das Grundübel sähen sie im „Sozialdemokratismus“, welcher auch die CDU unter Vorsitz von Angela Merkel befallen habe. Seit 2007 suche der Herausgeber von eigentümlich frei, André Lichtschlag, der ein Bündnis radikal libertärer und nationalkonservativer Kräfte anstrebe, auch die Nähe zum Rechtsextremismus. Priester machte dies an Interviews mit dem NPD-Vorsitzenden Udo Voigt und dem Nationalanarchisten Peter Töpfer sowie zwei Artikeln (aus den Jahren 2003–2004) von Angelika Willig fest, die für die Junge Freiheit schrieb, dann 2008 bis 2009 Chefredakteurin von Hier & Jetzt und danach Autorin der Deutschen Stimme war. Als ideologisches Bindeglied zwischen Libertarismus und Rechtsextremismus fungierte laut Priester der Sozialdarwinismus mit der naturgewollten Überlegenheit der Starken gegenüber den Schwachen und der Elite gegenüber der Masse.[9]

Marc Euler bezeichnet in seiner Dissertation eigentümlich frei als einen der prominentesten Vertreter des Anarchokapitalismus.[10]

Publizistische Einordnung[Bearbeiten]

Der Politikwissenschaftler Albrecht von Lucke schrieb 2009 in der taz eigentümlich frei personelle und inhaltliche Überschneidungen mit der Wochenzeitung Junge Freiheit zu.[11] Publikationen von Initiativen gegen Rechtsextremismus sehen in eigentümlich frei ein „Beispiel für die Querfrontstrategie neurechter Kräfte“[12] und sehen es als „radikale“[13]„neurechte […] Zeitschrift“ an.[14] Die Zeitschrift Emma zählte 2012 eigentümlich frei zu den „bekennend rechten Blättern, wie die Junge Freiheit [und die] Sezession“.[15] Marc-Felix Serrao war in der Süddeutschen Zeitung 2010 der Meinung, eigentümlich frei sei eine „radikal-, einige würden sagen brachialliberale[] Zeitschrift“. Für eigentümlich frei sei: „Gender Mainstreaming? Ein Umerziehungsversuch der Feminismus-Industrie. Klimawandel? Hysterie. Volksparteien? 'Neosozialistische Ausbeuter'“ und die EU, die „EUdSSR“.[16] Der eigentümlich-frei-Autor Heribert Seifert befand Anfang 2008 in der NZZ, eigentümlich frei sei ein „Szeneorgan für die sogenannten Libertären“, die „liberale Positionen wirtschafts-, gesellschafts- und kulturpolitisch schärfer […] konturieren“. Der Ton sei laut, gelegentlich schrill, die Botschaft überschaubar. Auch rechtskonservative Autoren kämen zu Wort. „Anlass zu Alarmrufen über einen Rechtsruck des Blatts“ bestehe aber nicht.[17]

Peter Nowak ging 2004 auf Telepolis davon aus, dass eigentümlich frei eine „neurechte [...] Zeitschrift“ sei.[18] Jan Engelmann schrieb 2003 in der taz, das „libertäre Fanzine“ bemühe „für seinen Bannfluch gegen linkes Konformitätsdenken die Herren Fuhr, Nolte und Mahler.“[19] Karen Horn beschrieb in der FAZ 2001 eigentümlich frei als „radikalliberal“. Diese „ungewöhnliche [...], auf dem deutsche [...] Markt einzigartige [...]“ Zeitschrift, biete „der liberalen intellektuellen Szene ein Diskussionsforum“. Der Stil sei manchmal „in der Aufmachung provokant, manchmal sogar reißerisch“.[20]

2009 befand Guido Hülsmann in seiner Laudatio zur Verleihung des Gerhard-Löwenthal-Preises an den Herausgeber André F. Lichtschlag über das Magazin eigentümlich frei: „Es spielt im liberalen Lager die gleiche Rolle wie die Junge Freiheit im eher konservativen Lager. Und das ist eben heute eine wundervolle Gelegenheit, daß diese beiden Lager zusammenkommen, die übrigens nicht hermetisch getrennt sind, sondern große Überschneidungen aufweisen, für die es sehr, sehr gute sachliche Gründe gibt.“[21] In einem Beitrag in der Interkulturellen Woche aus dem Jahr 2013 zählte die Theologin Angelika Strube eigentümlich frei zu den „neurechten Zeitungen, Magazinen und Internetseiten“, zu denen ihrer Auffassung nach auch die Junge Freiheit, Blaue Narzisse und das Weblog Politically Incorrect gehören. Gemein sei diesen neurechten Medien, dass sie aktiv um christliche Leser werben und dabei insbesondere konservativ-christliche oder traditionalistische Themen aufgreifen.[22]

Redaktionsbeirat[Bearbeiten]

Im Redaktionsbeirat der Zeitschrift sind folgende Personen Mitglied:

Neben dem Chefredakteur André Lichtschlag schreibt eine Vielzahl von Autoren regelmäßig für eigentümlich frei.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b EF_Mediadaten_DinQuer_Uebersicht2.indd – EF – Mediadaten kompakt (PDF; 2,1 MB) In: eigentümlich frei. 4. April 2013. Archiviert vom Original am 18. Juli 2013. Abgerufen am 18. Juli 2013.
  2. Impressum – eigentümlich frei. eigentümlich frei. Archiviert vom Original am 18. Juli 2013. Abgerufen am 18. Juli 2013.
  3. a b c André F. Lichtschlag: Warum ef?. In: eigentümlich frei. Archiviert vom Original am 18. Juli 2013. Abgerufen am 18. Juli 2013.
  4. a b  Laska, Bernd A.: Max Stirner – Pate von ›eigentümlich frei‹?. In: eigentümlich frei. Marktplatz für Liberalismus, Anarchismus und Kapitalismus. 11, 2000, S. 381--383 (http://www.webcitation.org/6IChVbDjE, abgerufen am 24. Februar 2014).
  5.  Thomas Gesterkamp, bpb (Hrsg.): Für Männer, aber nicht gegen Frauen – Essay.. Thema: Mannsbilder. Nr. 40, APuZ, Bonn 24. September 2012, S. 6 (online auf: www.bpb.de und online als PDF).
  6.  Felix Dirsch: Authentischer Konservatismus: Studien zu einer klassischen Strömung des politischen Denkens. Lit, 2012, ISBN 978-3-643-11530-0, S. 248.
  7. Hinrich Rosenbrock: Die antifeministische Männerrechtsbewegung. Abgerufen am 26. Dezember 2012 (PDF; 2,4 MB).
  8. Tomas Sager: Vertreter des extrem rechten und rechtskonservativen Spektrums ziehen gegen den NRW-Verfassungsschutz zu Felde. Abgerufen am 3. September 2012.
  9.  Karin Priester, bpb (Hrsg.): Fließende Grenzen zwischen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus in Europa?. Thema: Extremismus. Nr. 44, APuZ, Bonn 1. November 2010, S. 38 (online auf: www.bpb.de und online als PDF).
  10.  Euler, Marc: Soziales Kapital: Ein Brückenschlag zwischen Individuum und Gesellschaft. BIS-Vlg., 17. Mai 2006, ISBN 978-3-8142-2003-1, S. 193 (http://www.staff.uni-oldenburg.de/mark.euler/EulerDissertation.pdf, abgerufen am 24. Februar 2014).
  11. Albrecht von Lucke: Die Untiefen der Freiheit. In: die tageszeitung. Abgerufen am 26. Dezember 2012.
  12. Thomas Sager: Vertreter des extrem rechten und rechtskonservativen Spektrums ziehen gegen den NRW-Verfassungsschutz zu Felde. In: Blick nach Rechts, Nr. 17/2003, 21. August 2003.
  13. Robert Andreasch: München: Skandal im Gasteig. In: a.i.d.a., 14. Januar 2011, abgerufen am 29. Juni 2013.
  14. Simone Rafael: Nach den Portal-Sperren im Internet: Hier geht der Hass weiter. In: Netz gegen Nazis, 12. September 2012. Abgerufen am 29. Juni 2013.
  15. Die Verschwörung der Maskulisten. In: Emma, Ausgabe Frühjahr 2012, 1. April 2012.
  16. Marc-Felix Serrao: Der Gegner aus Grevenbroich. Eigentümlich frei: Deutschlands einziges radikal liberales Magazin kämpft weiter für den Kapitalismus. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 50, 2. März 2010 , S. 17.
  17. Heribert Seifert: Gegen Wischiwaschi-Liberalismus. In: Neue Zürcher Zeitung. Abgerufen am 3. September 2012.
  18. Peter Nowak: Rechte Spaßguerilla im Internet, Telepolis vom 5. August 2004
  19. Jan Engelmann: Hitzefrei an der Business-School. In: die tageszeitung, 22. Februar 2003.
  20. Karen Horn: Der Freiheit eine Stimme. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Abgerufen am 3. September 2012.
  21. Guido Hülsmann: Laudatio I beim Gerhard-Löwenthal-Preis 2009
  22. Angelika Strube: Rechtsextreme Einstellungen machen vor Kirchentüren nicht halt! In: Interkulturelle Woche, 2013.