Eigil Friis-Christensen

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Eigil Friis-Christensen ist ein dänischer Geo- und Weltraumphysiker. Er ist Direktor des Dänischen Raumfahrtzentrums.[1]

Berufliche Laufbahn[Bearbeiten]

1971 erlangte Friis-Christensen den Cand. Mag. (Dr.) in Geophysik an der Universität von Kopenhagen.[2] 1972 wurde er Geophysiker am Dänischen Meteorologischen Institut. Im August 1972 begann sein Interesse an der Aktivität der Sonne zu erwachen. Er befand sich in einem Zelt, als er einen extremen Sonnensturm wahrnahm:[3]

"Ich war in Grönland wegen meines ersten Auftrages in meinem neuen Job als Geophysiker des Dänischen Meteorologischen Instituts. Ich war dabei, eine Reihe von Magnetometerstationen an der Westküste aufzubauen ... als ich beobachtete, wie die Schreibnadeln meines Aufzeichnungsgerätes so wild ausschlugen, dass sie das Papier fast wegrissen -- damals hatten wir keine digitalen Geräte -- und ich fragte mich, ob solche großen Ereignisse auch einen Einfluss in der unteren Atmosphäre, auf Wetter und Klima, haben könnten. Dieser Sturm schnitt mich für neun Tage von der Außenwelt ab -- jeder Funkkontakt war unterbrochen -- so dass ich viel Zeit hatte, über die enormen Kräfte nachzudenken, die hier am Werk waren."

1976-1997 war er Forschungsleiter des grönländischen Magnetometernetzwerkes.

Seine Arbeit "Length of the Solar Cycle: An Indicator of Solar Activity Closely Associated with Climate", die er 1991 in Science publizierte, stellt seine Entdeckungen zur Korrelation von Globaler Erwärmung und Sonnenaktivität dar, noch vor den Konferenzen von Rio und Kyoto. Die New York Times schrieb über diesen Artikel am 5. November 1991: "Obwohl die Korrelation, die Dr. Friis-Christensen und Dr. Lassen, aufzeigen, nicht endgültig bewiesen ist, nannte sie eine Reihe von Wissenschaftlern dennoch bemerkenswert wegen der engen Übereinstimmung zwischen Sonnen- und Temperaturtrends"[4]

1991-1997 war er Chef der Abteilung für Solar-Terrestrische Physik am Dänischen Meteorologischen Institut. 1992 war er auch am Projekt des ersten dänischen Satelliten Ørsted beteiligt, der Februar 1999 ins All startete.

1997 schlugen Friis-Christensen und Henrik Svensmark als erste Wissenschaftler eine mögliche Verbindung zwischen kosmischen Strahlen und der Globalen Erwärmung vor, unterstützt durch Variationen der Sonnenwindintensität, genannt Kosmoklimatologie.

2002 wurde er als Forschungsleiter der ESA Mission SWARM bestellt. Am 27. September 2007 gab er die Birkeland-Vorlesung Unrest on the sun - storms on the Earth. The magnetic connection in Oslo.[5]

1996-2006 war Friis-Christensen außerordentlicher Professor der Geophysik und Weltraumphysik[6] am Niels-Bohr-Institut der Universität von Kopenhagen[7] und publizierte über 140 Artikel und Bücher. Er gibt weltweit Vorlesungen einschließlich einer Präsentation am U.S. National Institute of Aerospace im Jahr 2008.[8]

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

  • 1995 "Director Ib Henriksens" Forschungspreis.
  • 1995 gewähltes Mitglied des Exekutivkomitees der Internationalen Vereinigung für Geomagnetismus und Aeronomie, IAGA.
  • 1996 Elected Associate der Royal Astronomical Society, London.
  • 2003 Vizepräsident der IAGA.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. spacecenter.dk: Eigil Friis-Christensen
  2. Director, Dr. Eigil Friis-Christensen, Danish Space Research Institute: Correlations between Solar Activity and Global Climate (Version vom 14. August 2007 im Internet Archive)
  3. nationalpost.com: Science, not politics
  4. New York Times: Danes Link Sunspot Intensity to Global Temperature Rise
  5. The Birkeland Lecture 2007: “Unrest on the Sun – storms on the Earth. The magnetic connection”
  6. Professor Dr. Eigil Friis-Christensen, Danish National Space Center, DTU
  7. isac-esa.org: CV - Eigil Friis-Christensen (Version vom 16. August 2007 im Internet Archive)
  8. NIA Seminar by Eigil Friis-Christensen: Solar Activity Variations, Cosmic Rays, Clouds, and Climate Change (Version vom 9. Mai 2008 im Internet Archive)