Eilenriedestadion

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Eilenriedestadion
Tribüne
Daten
Ort DeutschlandDeutschland Hannover, Deutschland
Koordinaten 52° 22′ 35,7″ N, 9° 46′ 22,4″ O52.3765888888899.7729Koordinaten: 52° 22′ 35,7″ N, 9° 46′ 22,4″ O
Eigentümer Hannover 96 GmbH & Co. KGaA
Eröffnung 1922
Renovierungen 2005
Oberfläche Naturrasen
Kapazität 18.000
Verein(e)

Hannover 96

Eingang des Eilenriede-Stadions
Luftbild vom Eilenriedestadion, im Vordergrund das Hannover Congress Centrum

Das Eilenriedestadion ist ein Fußballstadion in Hannover. Es ist die Spielstätte der Jugendmannschaften des Fußball-Bundesligisten Hannover 96, gelegen am Rande des Stadtwaldes Eilenriede.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Stadion besteht aus einer überdachten Tribüne, auf der ca. 500 Zuschauer Platz finden. In dieser Tribüne sind auch die Umkleidekabinen sowie Sanitärräume untergebracht. Auf der Gegentribüne existieren noch einmal ca. 500 Sitzplätze in Form von Bänken. Ansonsten besteht das Stadion aus flachen Rängen, auf denen sich ausschließlich Stehplätze befinden. Die Zuschauerzahl von ca. 18.000 kann nur sehr grob geschätzt werden, da die Stehränge die heutigen Sicherheitsauflagen bei weitem nicht erfüllen würden. Meistens sind nur die Sitzplätze auf der Haupttribüne sowie die gegenüberliegenden Sitzbänke in Benutzung.

Geschichte[Bearbeiten]

Der hannoversche Stadtdirektor Heinrich Tramm konnte den Mäzen Gustav Brandt dafür gewinnen, 300.000 Goldmark für den Bau eines Stadions in Hannover zur Verfügung zu stellen. Brandt stellte die Bedingung, dass es im Stadion einen Hinweis auf diese Schenkung anlässlich des vierzigsten Militärjubiläums Paul von Hindenburgs am 7. April 1916 geben sollte. Weiter begrenzte er die Bauzeit auf fünf Jahre, andernfalls werde er von der Schenkung zurücktreten. Seine Stiftung erlaubte jedoch eine Fristverlängerung, nachdem Brandt 1918 gestorben war und sich die Bauzeit in die Länge zog.[1].

Das Stadion wurde 1921 unter dem Namen „Stadion der Stadt Hannover“ eröffnet, da der von Brandt gewünschte Name „Hindenburg-Stadion“ war im Stadtrat zu diesem Zeitpunkt nicht durchzusetzen war. Deshalb blieben viele Prominente der offiziellen Eröffnung fern. Zudem verwendete der Hannoversche Kurier in seinen Artikeln den Namen „Hindenburg-Stadion“.[1] Eine der Säulen am Eingang wurde mit der Aufschrift „Hindenburg Kampfbahn der Stadt Hannover, erbaut 1921“ beschriftet. Das Stadion fasste zu dieser Zeit 25.000 Zuschauer. 1934 wurde es offiziell in „Hindenburg-Kampfbahn“ umbenannt. 1931 und 1937 wurden in diesem Stadion Fußball-Länderspiele gegen Dänemark (4:2) und Belgien (1:0) abgehalten. Zudem war es bei einzelnen Spielen Ausweichstadion von Hannover 96 für die unweit gelegene (alte) Radrennbahn, die 1958 abgerissen wurde. Der Zuschauerrekord bei einem Länderspiel gegen Belgien am 25. April 1937 lag bei 54.800 Zuschauern[1]. Nach dem Zweiten Weltkrieg hieß es zwar offiziell wieder „Stadion der Stadt Hannover“, wurde aber von 1945 bis 1951 von der Britischen Rheinarmee genutzt, die weiter den Namen „Hindenburg-Stadion“ verwendete.[1] Am 1. Dezember 1951 wurde das Stadion als „Eilenriedestadion“ an die Stadt Hannover zurückgegeben.

Im Eilenriedestadion hat Hannover 96 nicht regelmäßig gespielt. Das Eilenriedestadion wurde auch als Ausweichspielstätte für die Profis genutzt, z.B. 1974 gegen Kaiserslautern, als das Niedersachsenstadion für die Fußball-Weltmeisterschaft 1974 umgebaut wurde.

Nachdem das Eilenriedestadion ab 1956 offizielles Domizil des Vereins war, zog Hannover 96 1959 in das damalige Niedersachsenstadion um. Die Jugendmannschaften spielen heute weiterhin im Eilenriedestadion. Seit 2008 spielte die Zweite Mannschaft von Hannover 96 in der heutigen HDI-Arena, da das Eilenriedestadion vom DFB nicht mehr für die Fußball-Regionalliga zugelassen ist. Inzwischen ist die zweite Mannschaft von Hannover 96 in das sehr kleine, jedoch für die Regionalliga zugelassene Beekestadion umgezogen, das Heimspielstätte des Stadtteilclubs Sportfreunde Ricklingen ist.

Im Jahr 2005 wurde das Stadion teilweise saniert und diente als Trainingsstätte während des Konföderationen-Pokal 2005. Hinter einem der Tore befindet sich ein Fußball-Kleinfeld aus Kunstrasen.

Im Mai 2014 beschloss Hannover 96 auf dem Gelände des Eilenriedestadions ein Nachwuchsleistungszentrum zu errichten. Dem Denkmalschutz wird bei der Umgestaltung Rechnung getragen. Das Stadiongebäude selbst darf nur im Bereich der Aschenbahn, an den Stehtribünen und im Bereich der nichtüberdachten Sitztribüne verändert werden. Die Torhäuser, die Uhr im Eingangsbereich, das westliche Halbrund der Wallanlagen und das südlich gelegene Tribünengebäude aus dem Jahr 1928 bleiben erhalten. Die Maßnahme wurde durch den Hockey-Club Hannover ermöglicht, indem dieser zustimmte, innerhalb des Eilenriedestadions umzuziehen. Dazu erhält er im Süden des Geländes eine etwa 21.000 Quadratmeter große Fläche. Er übernimmt die fünf Tennisplätze von Hannover 96 und plant, dort einen Kunstrasenplatz für Hockey, ein Beachvolleyballfeld und ein Cricketfeld zu bauen. Das bestehende Vereinsgebäude von Hannover 96 wird zum Teil umgenutzt und durch den Hockey-Club Hannover weiterverwendet.[2][3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl-Heinz Grotjahn: Eilenriedestadion in: Stadtlexikon Hannover, S. 152
  • Edzard Schönrock: Eilenriedestadion: Umbau unter Beachtung des Denkmalschutzes / Gespräch mit 96-Präsident Martin Kind, in: Heimatland. Zeitschrift des Heimatbundes Niedersachsen, Heft 3/September 2014, S. 101f.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Barbara Schmidt-Vogt: Das Zooviertel in Hannover - Geschichte eines Stadtteils, Hannover 2012
  2. Hier will 96 Talente fördern - Neues Nachwuchsleistungszentrum, Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 14. Mai 2014
  3. Hannover 96 - Nachwuchsleistungszentrum: Konzept steht Mitteilung auf der Website der Stadt Hannover, abgerufen am 14. Mai 2014