Eilmeldung

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Dieser Artikel behandelt Eilmeldung im Journalismus. Für die Bedeutung im Atomrecht siehe Meldepflichtiges Ereignis.

Die Eilmeldung (englisch breaking news, in Österreich auch Eiltmeldung) ist eine journalistische Nachricht, die eine derart hohe Relevanz besitzt, dass eine reguläre Nachrichtensendung in Hörfunk und Fernsehen nicht abgewartet werden kann, sondern das laufende Programm unterbrochen werden muss, oder extra das Handy klingelt.

Allgemeines[Bearbeiten]

Im Journalismus wird unter anderem danach entschieden, in welcher Reihenfolge bestimmte Meldungen in den Nachrichten des Hörfunks und Fernsehens platziert werden (Prinzip der umgekehrten Pyramide); ihre Reihenfolge bestimmt sich nach ihrer Dringlichkeitsstufe. Besitzt eine Meldung eine derart herausragende Priorität, muss in der Redaktion entschieden werden, ob sie in den regulären Nachrichten als Aufmacher präsentiert oder das laufende Programm unterbrochen wird.

Höchste Dringlichkeitsstufe besitzt die Blitzmeldung[1], die nur bei außerordentlich wichtigen Ereignissen zum Einsatz kommt.[2] Zudem werden Eilmeldungen dazu benutzt, um Falschmeldungen zu korrigieren.

Vorrang[Bearbeiten]

Die Eilmeldung ist eine Nachricht von Vorrangcharakter und zeichnet sich durch gesteigerten Nachrichtenwert aus.[3] Den Eilmeldungen liegen häufig Naturkatastrophen, Kriegsausbrüche, Terroranschläge oder sonstige überraschende Ereignisse von großer Bedeutung zugrunde. Die Nachrichtenagenturen sind meist die ersten, die eine Nachricht zur Eilmeldung deklarieren. Sie beginnt mit nur wenigen Sätzen, nach wenigen Minuten liegen Ergänzungen vor, und es vergeht eine halbe Stunde, bis ein erster Überblick zum Ereignis vorliegt.[4] Eilmeldungen besitzen vom Nachrichtenwert her die höchste Aktualität, denn während der Ausstrahlung der Eilmeldung ist das Ereignis oft noch nicht abgeschlossen. Eine derart frühe Berichterstattung ist noch mit informatorischen Unsicherheiten behaftet, da es oft nur schwer möglich ist, umfangreiche Recherchen vor Ort anzustellen, um die Meldungen abzusichern und das Ausmaß eines sich zeitgleich ereignenden Geschehnisses zu erkennen. In diesen Fällen wird in den Redaktionen von Radio und Fernsehen entschieden, das laufende Programm zu unterbrechen. Die Printmedien müssen entscheiden, ob sie eine Sonderausgabe herausgeben und verteilen. Internet-Ableger von Zeitungen weisen so ebenfalls auf unerwartete Ereignisse hin.

Arten der Unterbrechung[Bearbeiten]

Wenn der Entschluss, das Programm zu unterbrechen, feststeht, gibt es im Hörfunk keine Alternative. Hier wird das laufende Programm unterbrochen. Im Fernsehen besteht die Option, das laufende Programm nicht zu unterbrechen, sondern die Eilmeldung mit einem Laufschrift als Insert während einer laufenden Sendung am unteren Bildrand zu verbreiten. Das Laufband ist eine Darstellungsform für die kurze und schnelle Berichterstattung, die eine permanente Aktualisierung ermöglicht.[5] Bei höchster Relevanz der Eilmeldung wird die laufende Fernsehsendung unterbrochen.

Nachrichtensender (zum Beispiel CNN, N24 und n-tv) arbeiten mit Eilmeldungen. Um diese kenntlich zu machen, verwenden diese – und auch andere – Sender folgende Stilmittel:

  • spezielle Erkennungsmelodien
  • spezielle Animationen
  • Ticker-Einblendungen
  • Kriechtitel

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH informiert", Nr. 3, September 2009 – Seite 24, PDF
  2. Deutsche Tageszeitungen, Wie arbeiten Nachrichtenagenturen?
  3. Torsten Schaletzke, Hauptstadtberichterstattung des privaten Informationssenders F.A.Z. Business-Radio, 2003, S. 26
  4. Journalistische Praxis über die Eilmeldung
  5. Joachim Westerbarkey, EndZeitKommunikation, 2010, S. 218