Eilzustellung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Historische Darstellung für Österreich und Schweiz fehlt (nur aktuelle Angebote beschrieben)

Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber kopiere bitte keine fremden Texte in diesen Artikel.

Zwei rote Eilzustellungsvermerke Durch Eilboten / Exprès und blaue Luftpostvermerke Mit Luftpost / Par Avion auf einem Brief vom 7. Mai 1981 von West-Berlin nach Wiesbaden. Porto: 3,60 DM
Eilsendung (Aufkleber der DDR 1971)
Eine Rolle Eilzustellungsmarken für Großkunden und Postfilialen (Bundespost)
‚Wertbrief zu 28.500 DM mit Eilzustellung‘, der am 19. Mai 1993 verschickt wurde. Dieser Gebührensatz war zwischen dem 1. April 1993 und 31. August 1997 in Deutschland gültig.

Mit der Versendungsform Eilzustellung, früher auch Eilbrief und heute Express Brief genannt, erreicht der Absender, dass seine Sendung nicht mit dem gewöhnlichen Postlauf, sondern durch einen Eilboten unmittelbar nach Eingang am Auslieferungspostamt/-filiale, dem Empfänger zugestellt wird. Ist der erste Versuch zur Zustellung mit besonderem Boten erfolglos geblieben, kann die Sendung anschließend wie eine Sendung ohne Einzustellung behandelt werden und wird in den Hausbriefkasten eingelegt.

Die Eilzustellung ist nicht auf die im Weltpostvertrag genannten Sendungsarten beschränkt. Auch Wertbriefe, Wertkästchen, gewöhnliche Postpakete, Wertpakete und Zahlungsanweisungen können durch besondere Boten zugestellt werden.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Weltpostkongress 1885 in Lissabon beschloss auf Vorschlag von Belgien Bestimmungen über Eilsendungen (envois exprès) für diejenigen Länder, „die sich darüber einigen, in ihrem gegenseitigen Verkehr diesen Dienst auszuführen“. Erst mit Inkrafttreten des Weltpostvertrags von Paris 1947 fiel diese einschränkende Bedingung der Gegenseitigkeit weg. Die Eilzustellung kann nur dann verlangt werden, wenn die Bestimmungspostverwaltung einen solchen Dienst oder nur in räumlich und zeitlich begrenzten Raum anbietet.[2]

Ein Vorläufer wird im Postvertrag zwischen Preußen und Mecklenburg-Strelitz von 1836 erwähnt.[3]

Aussehen[Bearbeiten]

Eilsendungen müssen durch einen roten Klebezettel mit der Aufschrift »Exprès« (Eilzustellung) gekennzeichnet sein. Diese Regelung wurde auf dem Weltpostkongress 1920 in Madrid beschlossen. Davor war ein Stempel mit der Angabe »Exprès« vorgeschrieben. Der Klebezettel ist auf der Aufschriftseite links neben der Angabe des Bestimmungsortes anzugeben. Ist ein Klebezettel der vorgeschriebenen Art nicht verfügbar, so ist in großen roten Buchstaben das Wort »Exprès« auf die Aufschriftseite der Sendung zu schreiben.[4]

Gebühren[Bearbeiten]

Für die Eilzustellung ist neben der gewöhnlichen Beförderungsgebühr eine besondere Eilzustellungsgebühr zu entrichten. Die Höchstgrenze betrug Anfang der 1970er Jahre 80 Centimes. Niedriger als die Gebühr für einen Brief der ersten Gewichtsstufe darf die Eilzustellungsgebühr nicht festgesetzt werden.[5] Die Gebühr muss im Voraus entrichtet werden. Ist die Eilzustellgebühr nicht oder nicht vollständig entrichtet, so wird die Sendung wie eine gewöhnliche Sendung zugestellt. Sofern das Einlieferungspostunternehmen eine hinsichtlich der Eilzustellentgelt nicht oder nicht vollständig freigemachte Sendung wie eine Eilsendung behandelt, so kann die Bestimmungspost Nachgebühren gemäß Artikel 22 des Weltpostvertrag welcher auf dem Weltpostkongress 1964 in Wien beschlossen wurde, das Doppelte der fehlenden Gebühr, vom Empfänger verlangen. Liegt die Wohnung des Empfängers außerhalb des Ortszustellbereichs, so kann die Bestimmungspost zusätzlich noch Ergänzungsgebühren wie für die gleichartige Zustellung einer Inlandssendung erheben. Diese Ergänzungsgebühren kann der Absender nicht im voraus entrichten.

Länderspezifische Details[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Eilbotensendungen wurden in Deutschland bei der Deutschen Bundespost in der Zeit von 6 - 22 Uhr zugestellt. Wurde eine Zustellung nach 22 Uhr gewünscht, was nur in bestimmten Orten möglich war, so war neben dem Vermerk Eilzustellung (welche oberhalb der Anschrift nach DIN 5008 angebracht wurde) der Zusatz „auch nachts“ notwendig. Das Eilzustellungsentgelt für eine Sendung betrug bei einer Zustellung zwischen 6 und 22 Uhr 7,00 DM, zwischen 22 und 6 Uhr 10,00 DM. Bei Päckchen, Paketen und Postgütern war eine „Schnellsendung“ möglich. Der Absender musste dann auf der Sendung oder der Paketkarte den Vermerk „Schnellpäckchen“, „Schnellpaket“ oder „Schnellpostgut“ anbringen.

Heute wird dieser Dienst von der Deutschen Post-Tochter DHL als Express Brief am nächsten Werktag zugestellt. Daneben bietet DHL auch einen Express Service für Pakete an. Ein Paket erreicht innerhalb Deutschlands den Empfänger am nächsten Werktag (auch am Samstag). Es können bestimmte Uhrzeiten, bis wann das Paket zugestellt werden soll, angegeben werden, hier in der aufsteigenden Reihenfolge des Preises:

  • Express Service
  • Express vor 12 Uhr
  • Express vor 10 Uhr
  • Express vor 9 Uhr
  • Express Sonn- und Feiertagszustellung

Österreich[Bearbeiten]

Die Österreichische Post bietet Eilzustellung auch im Inland über den Expressdienst Express Mail Service (EMS) an. Die Zustellung in Österreich erfolgt innerhalb eines Arbeitstages.[6] Als Zusatzleistungen werden unter anderem Frühzustellung bis 10 Uhr, Zustellung zum „Wunschtermin“ oder Samstagzustellung angeboten. Diese Zusatzleistungen sind nicht für alle Postleitzahlengebiete verfügbar.[7]

Schweiz[Bearbeiten]

Die Schweizerische Post bietet die Dienstleistung der Eilzustellung für Briefe und Pakete unter der Bezeichnung Swiss-Express in zwei verschiedenen Geschwindigkeiten an. Als Swiss-Express „Mond“ wird die Zustellung in der Schweiz und in Liechtenstein am Folgetag bis 9 Uhr garantiert. Als Swiss-Express „Blitz“ erfolgt die Zustellung noch am gleichen Tag bis 17 Uhr. „Blitz“-Eilbriefe und -Pakete müssen am Vormittag aufgegeben werden (der letzte Annahmezeitpunkt hängt von der Poststelle ab), ausserdem ist dieses Angebot nur in bestimmten Poststellen verfügbar und die Zustellung gleichentags ist nicht in der ganzen Schweiz möglich.[8] So sind der grösste Teil des Alpenraums und weite Teile des Jura nicht mit „Blitz“ erreichbar.[9][10]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Handwörterbuch des Postwesens
    • 2. Auflage; S. 218–220.
    • 3. Auflage; S. 566–569.
  • Stephan: Geschichte der Preußischen Post von ihrem Ursprunge bis auf die Gegenwart. Nach amtlichen Quellen von H. Stephan, Königlich Preußischem Postrat. Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei (R. Decker), Berlin 1859, S. 807.
  • Scholz: Das Post- und Telegraphen- und Fernsprechrecht systematisch dargestellt. Sonderabdruck aus: Handbuch des gesamten Handelsrechts, herausgegeben von Viktor Ehrenberg, 5. Band, II. Abteilung. O.R. Reisland, Leipzig 1915, S. 42.
  • Archiv für Post und Telegraphie: Herausgegeben im Auftrag des Reichspostministeriums. Verlag Postzeitungsamt, Berlin W, Jahrgang 1934, S. 131 ff und S. 313 ff.
  • K. Bayerisches Staatsministerium für Verkehrsangelegenheiten (Herausg.): Rückblick auf das erste Jahrhundert der K. Bayerischen Staatspost. München 1909. S. 97.
  • Weber: Post und Telegraphie im Königreich Württemberg. W. Kohlhammer, Stuttgart 1901, S 187 und 200.
  • Sautter: Geschichte der Deutschen Post III. Teil: Geschichte der Deutschen Reichspost (1871-1945). Gedruckt in der Bundesdruckerei, Frankfurt/Main 1951, S. 164.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Art. 14 Postpaketabkommen; Art. 15 Wertbrief- und Wertkästchenabkommen und Art. 16 Postanweisungs- und Postreisescheckabkommen; (alle auf dem Weltpostkongress in Wien 1964 beschlossen)
  2. Handwörterbuch des Postwesens; 3. Auflage; S. 569
  3. Handwörterbuch des Postwesens. 3. Auflage, S. 566
  4. Art. 141 der Vollzugsordnung zum Weltpostvertrag 1964 von Wien
  5. Art. 25 § 2 Weltpostvertrag 1964 von Wien
  6. EMS - Express Mail Service. Österreichische Post. Abgerufen am 2. Januar 2011.
  7. EMS - Express Mail Service, Zusatzleistungen. Österreichische Post. Abgerufen am 2. Januar 2011.
  8. Swiss Express. Die Schweizerische Post. Abgerufen am 2. Januar 2011.
  9. Swiss Express - Erreichbarkeitsliste Westschweiz (PDF) Die Schweizerische Post. Abgerufen am 2. Januar 2011.
  10. Swiss Express - Erreichbarkeitsliste Mittelland (PDF) Die Schweizerische Post. Abgerufen am 2. Januar 2011.