Eimerkettenspeicher

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Eimerkettenspeicher (englisch bucket brigade memory, BBM, oder auch bucket brigade device, BBD) ist eine Bauform einer Verzögerungsleitung für analoge Schaltung zum Ladungstransport nach dem Eimerkettenprinzip. Wie bei einer Eimerkette werden dabei die Ladungen der einzelnen Bauteile von einem zum anderen weitergereicht. Der Transport wird dabei von einem Taktgenerator synchronisiert. Damit ist der Eimerkettenspeicher das analoge Gegenstück zu einem Schieberegister.

Anwendung[Bearbeiten]

Eimerkettenspeicher gibt es mit unterschiedlicher Anzahl von Speicherstufen und Abgriffen als Integrierte Schaltung (IC), die beispielsweise für elektronisch erzeugte Hall- und Echoeffekte genutzt werden. Allerdings sind Anwendungen in der Audiotechnik mittlerweile weniger verbreitet, da die Reihenschaltung mehrerer analoger Stufen das Rauschverhalten ungünstig beeinflusst.

Das Eimerkettenprinzip wird heute vor allem bei CCD-Kameras eingesetzt. Dabei werden die von den ein- oder zweidimensional angeordneten Halbleiterbauteilen gesammelten Ladungen sequentiell verarbeitet und transportiert.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Prinzipschaltbild eines Eimerkettenspeichers

Eine am Eingang der Eimerkette anliegende Spannung U0 lädt beim Schließen des Schalters S1 den Kondensator C1 auf. Das getaktete Ein- und Ausschalten der weiteren Schalter S2 und S3 schiebt die gespeicherte Spannung auf dem Kondensator C1 über die Kondensatoren C2 und C3 zum Ausgang weiter. An den Takteingängen liegt ein um 180° verschobener Takt ohne Überlappung des „Schalter geschlossen“-Signals an, damit die Kondensatoren immer erst voneinander getrennt werden, bevor die Spannung an die nächste Stufe weitergegeben wird (engl. break before make).

Bauteile[Bearbeiten]

Verbreitete Eimerketten-ICs sind z. B.:

Literatur[Bearbeiten]

  • Siegfried Wirsum: NF-Tricks für den Audio-Freak. 1. Auflage, Franzis, München 1990, ISBN 3-7723-3321-4